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„Verkackt“: Frust bei Harting & Schwanitz - Heidler hofft

Rio de Janeiro „Verkackt“: Frust bei Harting & Schwanitz - Heidler hofft

Die deutschen Werfer schwächeln. Erst scheidet Robert Harting aus, dann scheitert auch Goldfavoritin Christina Schwanitz. Wettkampf-Tag eins ist aus deutscher Sicht frustrierend. Ein Lichtblick ist Carolin Schäfer. Über 10 000 Meter schürt eine Äthiopierin Doping-Zweifel.

Rio de Janeiro. Robert Harting raus, Christina Schwanitz ohne Medaille - der erste Wettkampf-Tag der Leichtathleten bei Olympia hat im deutschen Lager für Frust gesorgt.

Zu den wenigen Lichtblicken gehört Siebenkämpferin Carolin Schäfer. Die 24-Jährige kann sich wie auch Hammerwerferin Betty Heidler Hoffnungen auf eine Medaille machen.

DIE ENTTÄUSCHTEN:

Robert Harting war einfach nur deprimiert. „Ich war in meinem Leben noch nicht so traurig“, sagte der 31 Jahre alte Olympiasieger von 2012 nach seinem Aus in der Diskus-Qualifikation. Nach einem Hexenschuss brachte es Harting nur auf einen gültigen Versuch. 62,21 Meter waren zu wenig. „Ich werde mir ein bisschen Zeit nehmen und ein paar klare Gedanken finden und hoffen, dass man ein gutes Ergebnis für die nächsten beiden Jahre rauskriegt.“

Welt- und Europameisterin Christina Schwanitz konnte die Erwartungen ebenfalls nicht erfüllen. Im Kugelstoß-Finale kam die Gold-Favoritin mit enttäuschenden 19,03 Metern nur auf Rang sechs und verpasste damit auch die eigentlich eingeplante erste Medaille für die deutschen Leichtathleten in Rio. „Einfach verkackt!“, war eine der ersten Reaktionen von Schwanitz. „Ich habe mir das Ende von dem Abend etwas anders vorgestellt, aber ein sechster Platz bei den Olympischen Spielen ist trotzdem eine honorige Leistung“, ergänzte sie.

DIE ZUFRIEDENEN:

Auf ihrer Abschiedstournee hielt sich Hammerwerferin Betty Heidler schadlos. Die frühere Weltrekordlerin und Weltmeisterin legte 71,17 Meter hin und steht damit im Medaillenkampf an diesem Montag (15.40 Uhr/MESZ). „Der Wunsch nach einer Medaille ist nicht kleiner oder größer, sondern einfach ungebrochen“, sagte Heidler, die nach dieser Leichtathletik-Saison ihre Karriere beendet.

Auch Siebenkämpferin Carolin Schäfer kann sich Hoffnungen auf Edelmetall machen. Die 24-jährige Friedrichsteinerin liegt nach dem ersten Tag auf Platz fünf. Schäfer hat mit 3936 Punkten nur 28 Zähler Rückstand auf Akela Jones aus Barbados, die nach dem 200-Meter-Lauf den dritten Rang belegt. „Das war ein großartiger Tag, er war super erfolgreich“, sagte sie.

Robert Hartings Bruder Christoph qualifizierte sich mit einem Wurf auf 65,41 Meter als Dritter souverän für das Finale. Auch der Wattenscheider Daniel Jasinski (62,83) schaffte den Sprung unter die zwölf Diskus-Finalisten. „Christoph hat das Potenzial, um die Medaille mitzukämpfen“, sagte Trainer Torsten Lönnfors.

Geher Christopher Linke landete über 20 Kilometer als Fünfter einen Achtungserfolg. Der 27-Jährige Potsdamer kam nach genau 1:20 Stunden ins Ziel. „Ja, der fünfte Platz ist sehr gut. Ein bisschen hadere ich aber damit. Ich habe von einer Medaille geträumt“, sagte er. Gold ging an den Chinesen Wang Zhen in 1:19,14.

Die Paderbornerin Tatjana Pinto sicherte sich das Ticket für das Halbfinale über 100 Meter. Die 24-Jährige qualifizierte sich in 11,31 Sekunden als Zweite ihres Vorlaufs. „Ich versuche einfach das zu machen, was ich im Training mache, und zwar technisch sauber zu laufen“, sagte Pinto über ihre Marschroute.

DIE KRITISCH BEÄUGTE: Mehr als 14 Sekunden schneller als der bisherige Weltrekord! Die Äthiopierin Almaz Ayana verblüffte mit der unglaublichen 10 000-Meter-Bestmarke von 29:17,45 Minuten. (Doping-)Zweifel sind angebracht. Die alte Bestmarke stammte von der Chinesin Junxia Wang, die vor 19 Jahren 29:31,78 Minuten schnell war.

DIE AUSGESCHIEDENEN: Die deutschen Weitspringer Fabian Heinle aus Stuttgart (7,79 Meter) und Alyn Camara aus Leverkusen mit einem total verkorksten Wettkampf (5,16) scheiterten im Vorkampf. Ähnlich erging es unter anderem auch Hammerwerferin Kathrin Klaas aus Frankfurt/Main und Sprinterin Rebekka Haase.

dpa

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