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87 Opfer des DDR-Dopings werden in MV betreut

Rostock 87 Opfer des DDR-Dopings werden in MV betreut

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit und 16 Jahre nach den Dopingprozessen zum DDR-Sport sind die Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit und ...

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Die Wunde des DDR-Staatsdopings blüht erst jetzt so richtig auf.“Ines Geipel, Vorsitzende des Doping- Opfer-Hilfe-Vereins, über die Spätfolgen bei den betroffenen Athleten

Rostock. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit und 16 Jahre nach den Dopingprozessen zum DDR-Sport sind die Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit und die Hilfe für die Opfer noch längst nicht abgeschlossen. „Die Wunde des Staatsdopings blüht jetzt erst richtig auf“, sagte die einstige Weltklasse-Sprinterin und Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOH) Ines Geipel am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion in Rostock.

Geipel erklärte, dass viele Aus- und Nachwirkungen des Dopings bei betroffenen ehemaligen DDR- Leistungssportlern erst jetzt im fortgeschrittenen Alter zutage treten würden. Ihre teils jahrelangen Erkrankungen hätten sie nicht dem Sport zugeordnet, viele würden auch aus Scham schweigen. 87 Doping-Opfer aus MV werden derzeit vom DOH betreut. Darunter sind ehemalige Aktive aus dem Schwimmen, Rudern, Turnen oder der Leichtathletik mit massiven gesundheitlichen Schäden, wie Herzerkrankungen, Gelenkproblemen, vergrößerter Gebärmutter, erhöhten Leberwerte oder Depressionen.

Insgesamt sind derzeit rund 800 Doping-Geschädigte vom DOH anerkannt. Sie können seit Juli durch das 2. Dopingopfer-Hilfegesetz über einen neu aufgelegten Fonds in Höhe von 10,5 Millionen Euro entschädigt werden. Nach einer Einmalzahlung von 10500 Euro bleiben bei vielen ehemaligen Athleten allerdings Fragen wie die Anerkennung ihrer Krankheiten oder einer speziellen Rente offen.

Was Geipel aber fast noch mehr alarmiert, sind Schäden in der zweiten Generation früherer DDR-Leistungssportler. So sind knapp 130 Fälle von deren Kindern dokumentiert, vor allem mit Organ-Deformationen und psychischen Erkrankungen. Ines Geipel fordert daher alle Betroffenen auf, sich vertrauensvoll an die entsprechenden Opferstellen zu wenden. Kai Rehberg

Kontakte: Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen (Tel. 0385/724 006;

www. landesbeauftragte.de)

Doping-Opfer-Hilfe e.V. (Tel. 030/ 44710826; www.no-doping.org)

OZ

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