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Abschied in Ehren — Schwerin im Europacup ausgeschieden

Istanbul Abschied in Ehren — Schwerin im Europacup ausgeschieden

Lousi Souza Ziegler saß mit hängendem Kopf auf der Bank. Direkt gegenüber sangen und tanzten die Spielerinnen von Galatasaray Istanbul vorm Fanblock.

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Die Spielerinnen des Schweriner SC waren unmittelbar nach der 0:3-Niederlage bei Galatasaray Istanbul enttäuscht.

Istanbul. Lousi Souza Ziegler saß mit hängendem Kopf auf der Bank. Direkt gegenüber sangen und tanzten die Spielerinnen von Galatasaray Istanbul vorm Fanblock. Die Volleyballerinnen vom Schweriner SC haben gegen die Türkinnen auch im Halbfinal-Rückspiel mit 0:3 (28:30, 20:25, 23:25) den Kürzeren gezogen. „Ich bin traurig, dass wir ausgeschieden sind. Aber wir können mit unserer Leistung zufrieden sein“, meinte die Kapitänin der Schweriner Mannschaft mit gequältem Lächeln.

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Lousi Souza Ziegler saß mit hängendem Kopf auf der Bank. Direkt gegenüber sangen und tanzten die Spielerinnen von Galatasaray Istanbul vorm Fanblock.

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So deutlich, wie das Endergebnis es vermuten lässt, war der Unterschied der beiden Mannschaften beim zweiten Aufeinandertreffen nicht. Die Mecklenburgerinnen stemmten sich nach dem 0:3 aus dem Hinspiel diesmal von Beginn an aufopferungsvoll und mit großer Entschlossenheit dagegen.

Und im ersten Satz war der SSC der Überraschung nah: Zwischenzeitlich lag der deutsche Rekordmeister gegen die Favoritinnen mit 20:15 vorn, spielte phasenweise wie entfesselt: Da wurden Galatasarays Raketenangaben pariert, härteste Schmetterbälle abgeblockt und ausgebuffte Spielzüge vorausgeahnt — der SSC war oft ebenbürtig. Doch Galatasaray kam aufgepeitscht vom ohrenbetäubenden Dauergesang von 500 Hardcore- Fans unter den knapp 2000 Zuschauern in der Burhan-Felek-Halle immer wieder heran. Sogar zwei Schweriner Satzbälle wehrten die cleveren Türkinnen routiniert ab. Nach 34 hochspannenden Minuten nutzten sie schließlich ihre dritte Chance zum Satzgewinn.

„Wer weiß, wie es weitergegangen wäre, wenn wir den für uns entschieden hätten“, fragte sich nicht nur Trainer Felix Koslowski und fügte hinzu: „Es macht eine Spitzenmannschaft wie Galatasaray aus, dass sie solche Drucksituationen unbeschadet übersteht und sich zu keinem Zeitpunkt aus dem Rhythmus bringen lässt.“ Der SSC hätte das Spiel gewinnen müssen und dabei nur einen Satz abgeben dürfen, um einen Entscheidungssatz zu erkämpfen. Doch der „Gala“-Express war auch dieses Mal nicht zu bremsen.

Anders als beim Hinspiel in Schwerin präsentierten sich die Norddeutschen am Sonnabend aber während des gesamten Spiels konzentriert. Auch im zweiten und dritten Durchgang kämpften sie und eroberten Zwischenführungen. Zu mehr reichte es aber gegen das mit Nationalspielerinnen aus den USA, Belgien, Italien und der Türkei gespickte Team nicht.

„Der Druck war nicht mehr so groß wie vor dem Hinspiel. Wir haben befreiter gespielt. Dennoch ist es ärgerlich, dass wir keinen einzigen Satz gewonnen haben“, meinte Libero Janine Völker, die trotz der finanziellen Unterschiede zwischen ihrem und dem türkischen Klub „keinen Neid“ empfindet. Während bei Galatasaray selbst Reservisten hoch dotierte Vollprofis sind, gehen in Schwerin die meisten Spielerinnen arbeiten oder sind Studentinnen. Geärgert hat sich Völker über „Gala“-Fans, die gnadenlos pfiffen, während sich die Schwerinerinnen auf ihre Aufschläge zu konzentrieren versuchten.

Bei Coach Koslowski und der kleinen Schweriner Fangruppe — darunter Landessportbund-Präsident Wolfgang Remer und einige SSC-Sponsoren — bleibt die Auswärtspartie in guter Erinnerung. Schließlich war der Klub seit 37 Jahren international nicht mehr so erfolgreich wie in dieser Saison. 1978 hatte Schwerin den Europapokal der Landesmeister gewonnen. Trainer Felix Koslowski, der am Donnerstag 32 Jahre alt wird, war damals noch nicht geboren. Er meinte: „Wir haben bewiesen, dass wir auf hohem Niveau mithalten können. Und wir haben Erfahrungen gesammelt.“ Die könnten schon in dieser Woche nützlich sein, denn im Kampf um den deutschen Meistertitel steht das Viertelfinale bevor. Galatasarays Endspielgegner ist Titelverteidiger Dinamo Krasnodar. Die Russinnen, die schon das Hinspiel gegen Azeryol Baku mit 3:0 gewonnen hatten, setzten sich auch auswärts mit dem gleichen Ergebnis durch.

DREI FRAGEN AN...

1 Wie beurteilen Sie den Auftritt der Mannschaft im Europapokal? Auch wenn jetzt alle ein bisschen traurig sind, sollte man sich bewusst machen, was wir erreicht haben: Wir haben das Halbfinale erreicht, waren als letzte deutsche Mannschaft noch international vertreten. Darauf kann das Team sehr stolz sein. Ich denke, wir haben uns als Verein sehr gut präsentiert. 2 Der SSC war zwei Jahre in Folge in einem internationalen Wettbewerb in der Vorschlussrunde. Will man nicht irgendwann mal den letzten Schritt gehen?

Im Spiel gegen Galatasaray war vor allem im Hinspiel ein Klassenunterschied erkennbar. Mit solchen Spitzenteams werden wir finanziell auch in Zukunft kaum mithalten können, denn dort verdienen einzelne Spielerinnen fast so viel wie bei uns die gesamte Mannschaft.

3 In dieser Woche beginnen die Play-offs in der Meisterschaft. Welche Erwartungen haben Sie für den Rest der Saison?

Der Erwartungsdruck beim Schweriner SC ist immer groß. Natürlich wollen wir die Meisterschaft gewinnen. Das Team hat das Zeug dazu.

Interview: Christian Lüsch

Von Christian Lüsch

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