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Abwurf reißt Wulschner aus Siegträumen

Redefin Abwurf reißt Wulschner aus Siegträumen

Der in Passin lebende Springreiter wartet weiter auf den ersten Sieg beim Pferdefestival in Redefin. Schwedin Persson gewinnt überraschend den Großen Preis.

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Er musste gestern im Großen Preis mit Rang sechs vorliebnehmen: Holger Wulschner.

Quelle: Stefan Lafrentz

Redefin. Holger Wulschner war sichtlich enttäuscht. „Ich hab das alles etwas unterschätzt, ich weiß nicht, woran das lag. Ich muss mir das mal im Video angucken“, erklärte der in Passin lebende Springreiter. Wulschner leistete sich gestern im Großen Preis einen Abwurf und wurde Sechster. Damit wartet der Derbysieger von 2000 weiter auf einen Triumph beim Pferdefestival in Redefin. „Das ist einfach nicht mein Pflaster.“

Redefin ist einfach nicht mein Pflaster.“Springreiter

Holger Wulschner (52)

Den Siegerscheck in Höhe von 12500 Euro sicherte sich die Schwedin Nicole Persson, die als Einzige im Stechen fehlerfrei blieb. Persson konnte ihr Glück kaum fassen. „Damit habe ich nicht gerechnet, das Pferd hat alles richtig gemacht und ich habe Glück gehabt“, sagte die Überraschungssiegerin. Zweiter wurde der Däne Sören Pedersen vor dem Münsterländer Philip Rüping. Für das Stechen hatten sich insgesamt zehn Paare qualifiziert.

Lokalmatador André Thieme, der einst in Redefin seine Ausbildung zum Pferdewirt absolvierte, war gestern zum Zuschauen verurteilt. Bei seinem Pferd Cellisto sei eine Verletzung am Röhrbein diagnostiziert worden. Der Tierarzt habe dem Vierbeiner eine achtwöchige Zwangspause verordnet, erzählte der 41-Jährige, der ein rabenschwarzes Wochenende erlebte.

Beim Championat, der zweitgrößten Prüfung des mit insgesamt 158000 Euro dotierten Pferdefestivals, verweigerte sein Derbypferd Voigtsdorfs Quonschbob. „Da hat er Schiss gekriegt. Deswegen bin ich ein bisschen enttäuscht, weil ich mir viel ausgerechnet habe“, sagte Thieme. Bitter: Der 41-Jährige, der in wenigen Tagen zum zweiten Mal Vater wird, hat diese Situation vor zwei Jahren im Großen Preis schon mal erlebt — „mit dem selben Pferd an derselben Stelle“.

Damit war der Weg für Daisuke Fukushima frei. Als der Japaner für seinen furiosen Ritt geehrt wurde, saß Thieme bereits im VIP-Zelt bei seiner hochschwangeren Frau Corinna.

Fukushima genoss noch auf dem Rücken seines Pferdes Messenger einen Schluck Bier. „Ich hatte eine Menge Druck. Meine Trainer haben mir gesagt, dass Messenger die Prüfung mit Philip Rüping im letzten Jahr gewonnen hat“, berichtete der Sieger mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

Der Tokioter ist Olympia-Kandidat seines Landes. Drei Monate vor den Sommerspielen in Rio de Janeiro tourt er als Profi durch Europa und trainiert bei Paul Schockemöhle (71), dessen Ehefrau Bettina Cheforganisatorin des Redefiner Pferdefestivals ist. „Der Veranstalter war vorne. Wir haben ihn damit motiviert, nächstes Jahr weiterzumachen“, scherzte Holger Wulschner, der in diesem Weltranglistenspringen auf Cha Cha Cha Zweiter wurde und dafür 5000 Euro Preisgeld einstrich. „Damit bin ich sehr zufrieden“, meinte der Gewinner der Riders-Tour 2014, der in Groß Viegeln bei Rostock eine Anlage betreibt. Für Wulschner geht‘s am kommenden Wochenende gleich weiter — beim Hamburger Derby. Bis dahin ist der Ärger über den gestrigen Patzer längst verflogen.

SPLITTER

2 Siege feierte Paul Wiktor (RFV Trent). Nach seinem Erfolg in der ersten Quali musste sich der Rüganer auf Ceedah gestern im Finale der Youngster Tour den ersten Platz mit dem Schweden Peder Fredricson teilen. Beide Reiter kassierten je 450 Euro Preisgeld. Jörg Möller (RFV Lübtheen-Garlitz) und Juliana Jakubiec (RSV Polzow) waren je einmal vorn. Für den fünften Triumph aus MV-Sicht sorgte Inga-Marie Göllnitz vom RSV Zierow. Sie gewann den Führzügelklassen-Wettbewerb, eine Einstiegsprüfung für Kinder.

12 000 Zuschauer zählten die Veranstalter des Pferdefestivals an den drei Tagen in Redefin. Am Freitag wurde auf dem 200 Jahre alten Landgestüt ein Roßarztmuseum eröffnet.

Von Stefan Ehlers

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