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Achter trainiert im Leihboot für WM

Rostock/Ratzeburg Achter trainiert im Leihboot für WM

Wegen des Hurrikans kommt das eigene Material erst verspätet an / MV-Trio in Florida dabei

Rostock/Ratzeburg. Die deutschen WM-Ruderer sind schon vor Ort – nur auf ihre Boote müssen sie noch warten. Am Montag ist die Nationalmannschaft um den Deutschland-Achter in Tampa/Florida gelandet. Bei den ersten Trainingseinheiten in Sarasota, wo am Sonntag die Weltmeisterschaften beginnen, mussten sie allerdings improvisieren. Denn wegen Hurrikan „Irma“ konnte das Containerschiff mit der gesamten deutschen Bootsflotte nicht wie geplant am 7. September in Miami anlegen. Stattdessen steuerte das Schiff eine Woche später Houston (Texas) an. Von dort musste die wertvolle Fracht 1000 Kilometer auf dem Landweg bis nach Florida gebracht werden.

Den ersten Trainingstag brachte die Achter-Crew um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) deshalb im Kraftraum und auf dem Ergometer zu. Gestern Vormittag ging’s dann in einem Leihboot, das die Verantwortlichen von der Uni Sarasota besorgt hatten, erstmals aufs Wasser. Erst am Abend wurden die Trucks mit den zwei Bootscontainern im WM-Ort erwartet. Auch andere Nationen wie die Niederlande oder Norwegen warten noch auf ihre Boote. „Das Ganze ist nicht optimal, aber wir können trotzdem entspannt bleiben“, meinte Achter-Bundestrainer Uwe Bender, der mit seiner Mannschaft am Dienstag ins Rennen geht. Da nur zwölf Boote am Start sind, kommen die ersten drei direkt ins Finale.

Den Feinschliff für die WM holten sich die deutschen Ruderer traditionell in Ratzeburg. Täglich drei schweißtreibende Einheiten und bis zu 40 Kilometer auf dem Wasser standen im letzten ihrer drei Trainingslager an. Das Ziel nach drei zweiten Plätzen und Olympia-Silber in Rio ist klar. „Wir sind ehrgeizig genug, um zu sagen, dass wir Gold gewinnen wollen“, sagt Hannes Ocik (26). „Wir sind in diesem Jahr noch ungeschlagen und wollen endlich ganz vorne landen.“

Seit 2009 kam der Deutschland- Achter bei den wichtigsten Rennen immer auf die Plätze eins oder zwei und hat seine Ambitionen in diesem Jahr mit einer Weltbestzeit untermauert. „Obwohl wir im Gegensatz zu Rio fünf neue Leute im Boot haben, läuft es überraschend gut“, sagt Ocik. Der Schlagmann und seine Teamkollegen sind bereit für den Saisonhöhepunkt: „Wir gehen topfit in die Rennen.“

Im Gegensatz zu den Vorjahren gibt es von Chef-Bundestrainer Marcus Schwarzrock diesmal keine Medaillenvorgabe. „Nach Rio haben viele erfahrene Athleten ihre Karriere beendet oder pausieren. Wir habe eine sehr junge Mannschaft am Start, die sich schon im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio gut entwickelt hat und weitere Erfahrungen sammeln soll“, sagte der Coach.

Zum Projekt „Jugend forscht" gehört beispielsweise Julia Leiding (23) vom Rostocker Ruder- Club. Sie geht bei der WM mit Carlotta Nwajide aus Hannover im Doppelzweier an den Start. „Unser Ziel ist das A-Finale, aber das wird schwierig“, weiß die Lehramts-Studentin. In Bezug auf 2020 ist sie noch unentschlossen: „Für mich hat mein Studium in Rostock oberste Priorität. Wenn der Stützpunkt ab 2018 nach Berlin verlegt wird, ist fraglich, wie ich Sport und Ausbildung vereinbaren kann. Grundsätzlich ist Tokio natürlich reizvoll, aber längerfristig planen kann ich zurzeit nicht. Da müssen noch einige Dinge geklärt werden, die noch in der Schwebe sind.“ Als Ersatzmann ist der Rostocker Malte Daberkow bei der WM dabei.

Kai Rehberg und Christoph Staffen

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