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Achter überwindet Final-Trauma - Mäßige DRV-Bilanz

Weltmeisterschaft der Ruderer Achter überwindet Final-Trauma - Mäßige DRV-Bilanz

Zumindest auf den Deutschland-Achter ist Verlass. Am letzten Tag der Ruder-WM wird das Großboot seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt erstmals seit 2012 wieder Gold. In den anderen 13 olympischen Klassen gehen die deutschen Ruderer jedoch leer aus.

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Der Deutschland-Achter gewann das WM-Finale.

Quelle: Jakub Kaczmarczyk

Sarasota. Achter gut, alles gut. Das Paradeboot hat den Deutschen Ruderverband vor der schlechtesten WM-Bilanz in diesem Jahrtausend bewahrt.

Im feuchtheißen Klima von Florida wurde die Crew um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann am letzten Tag der Titelkämpfe den Endlauf mit einer halben Bootslänge vor den USA und Italien. Damit sorgte sie für die einzige DRV-Medaille in den 14 olympischen Bootklassen. „Ein Traum ist wahr geworden. Der Druck war unbeschreiblich“, sagte das jüngste Teammitglied Torben Johannesen aus Hamburg.

Der erste Triumph des Achters seit London 2012 vertrieb den Frust der vergangenen Jahre mit vier zweiten Plätzen in Serie. In souveräner Manier wurde das Final-Trauma überwunden. „Wir hatten im bisherigen Saisonverlauf Selbstvertrauen getankt. Der Sieg heute ist das I-Tüpfelchen“, kommentierte Trainer Uwe Bender.

Die für ihre dynamische Startphase bekannten Europameister hatten sich schon bei der 1000-Meter-Marke vorentscheidend abgesetzt. Deshalb fiel es leichter, die Angriffe der Amerikaner und der Italiener im Schlussspurt abzuwehren. „Wir hatten einen klaren Fahrplan. Und den hat das Team super umgesetzt“, befand Schlagmann Ocik. Ähnlich euphorisch war Johannes Weißenfeld (Herdecke). „Das war der Startschuss für Tokio 2020. So kann es in den nächsten drei Jahren weitergehen.“

Der Triumph des Achters tröstete über die insgesamt dürftige deutsche Ausbeute hinweg. Die Probleme beim Neuaufbau eines stark verjüngten DRV-Kaders konnte er aber nur bedingt verdecken. Eine ähnlich geringe Medaillenzahl für die deutsche Flotte gab es zuletzt 2008 in Peking mit nur jeweils einmal Silber und Bronze. Vor einem Jahr in Rio standen zwei Siege und ein zweiter Rang zu Buche.

Immerhin erreichten im Vergleich zu Rio 2016 (3) in Sarasota (6) doppelt so viele Boote das Finale. Das wertete Marcus Schwarzrock als positives Zeichen. „Für die vielen jungen Sportler, die zum ersten Mal bei einer WM dabei waren, ist ein guter Erfolg, überhaupt das A-Finale erreicht zu haben“, sagte der DRV-Chefcoach. „Wir wollen Erfahrung sammeln und uns weiterentwickeln. Ich glaube, das ist uns gelungen. Aber unser Anspruch ist natürlich ein anderer.“

Einer, der in Zukunft zu einem Medaillenkandidaten reifen könnte, ist Tim Ole Naske. Gleich bei seiner ersten WM-Teilnahme erkämpfte sich der 21 Jahre alte Hamburger einen Platz im erlesenen 6er-Feld der Skiff-Elite. Damit schlüpfte er in die Fußstapfen seines langjährigen Vorgängers Marcel Hacker. Der sechste Rang im Finale am Sonntag konnte die Freude von Naske nicht trüben.

Stellvertretend für den schwierigen Umbruch im deutschen Kader steht der Frauen-Doppelvierer. Erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung gab es in dieser Bootsklasse keine Medaille für den DRV. Das im Vergleich zum Olympiasieg von Rio komplett neu besetzte Team zeigte zwar einen couragierten Auftritt, kam aber als Vierter fast fünf Sekunden hinter dem Sieger aus den Niederlanden ins Ziel. „Das war ein gutes Rennen und eine coole Erfahrung. Ich bin nicht enttäuscht“, sagte Schlagfrau Frieda Hämmerling aus Kiel, die das Team noch Ende Mai in Racice (Tschechien) zum EM-Titel geführt hatte.

Noch weiter von einer Medaille entfernt waren der Zweier ohne Steuerfrau, der leichte Männer-Doppelzweier und der Vierer ohne Steuermann. Alle drei Teams mussten sich im Endlauf mit Rang sechs begnügen. Podestplätze gab es nur noch in den nichtolympischen Bootsklassen. Der leichte Vierer ohne Steuermann und Zweier mit Steuermann gewannen Bronze.

dpa

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