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Alexander Zverev in Halle im Eiltempo weiter

Sieg über Kohlschreiber Alexander Zverev in Halle im Eiltempo weiter

Alexander Zverev marschiert in Halle weiter im Eiltempo durch das Turnier. Auch Philipp Kohlschreiber konnte ihn im deutschen Duell nicht aufhalten.

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Philipp Kohlschreiber zieht gegen Alexander Zverev den Kürzeren und verabschiedet sich vom Publikum.

Quelle: Friso Gentsch

Halle/Westfalen. Die Wachablösung im deutschen Herren-Tennis ist längst vollzogen. Doch wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wer die deutsche Nummer eins ist, dann lieferte sie Alexander Zverev bei den Gerry Weber Open im westfälischen Halle.

Der Nachwuchsstar setzte sich im Achtelfinale gegen den langjährigen deutschen Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber klar mit 6:3, 6:4 durch und erreichte traumwandlerisch sicher das Viertelfinale. Dort wartet am Freitag Roberto Bautista Agut. Der Spanier bezwang Dustin Brown mit 6:4, 1:6, 7:6 (8:6).

„Es war trotz des Ergebnisses sehr schwer für mich“, sagte Zverev nach seiner souveränen Vorstellung. Der Weltranglisten-Zwölfte benötigte aber lediglich 64 Minuten für seinen Erfolg. Mit dem dritten Matchball machte der Vorjahresfinalist das Weiterkommen perfekt. An einen erneuten Endspiel-Einzug verschwendet der gebürtige Hamburger aber noch keinen Gedanken. „Ans Finale zu denken ist jetzt noch zu früh. Vorher warten noch schwere Gegner.“

Vor Beginn des Turniers hatte Zverev mit der forschen Aussage, er wolle am Ende des Jahres bei den ATP-World-Tour-Finals in London dabei sein, die Marschroute für die zweite Hälfte des Jahres 2017 vorgegeben. Und in Halle lässt der 1,98 Meter Schlaks seinen Worten bislang Taten folgen. In der ersten Runde ließ er dem Italiener Paolo Lorenzi keine Chance. Nun zeigte er Kohlschreiber klar die Grenzen auf. „Die Kräfteverhältnisse waren klar heute auf dem Platz“, sagte auch Kohlschreiber anerkennend. „Um so einen guten Spieler zu schlagen, muss ich deutlich besser spielen“, räumte er ein.

Zverev hatte an seinem Auftritt dagegen nicht viel auszusetzen. „Ich bin sehr zufrieden, wie ich gespielt habe“, sagte er. Mit druckvollem Spiel ließ er Kohlschreiber nie ins Spiel kommen, hatte zu jeder Zeit die Kontrolle über die Partie. Nachdem er den ersten Satz mühelos gewonnen hatte, nahm er Kohlschreiber zu Beginn des zweiten Durchgangs erneut das Service ab und brachte den Sieg danach ohne Schwierigkeiten nach Hause. Vor allem bei eigenem Aufschlag bestimmte Zverev das Geschehen, gestattete Kohlschreiber im gesamtem Match keinen einzigen Breakball.

Im dritten Aufeinandertreffen war es der erste Erfolg für Zverev über seinen Davis-Cup-Kollegen. 2015 hatte Kohlschreiber noch beide Duelle gewonnen. „Er hat sich seitdem sehr gut weiterentwickelt. Er ist fitter, bewegt sich sehr gut“, lobte Kohlschreiber seinen Nachfolger als deutsche Nummer eins. „Wenn er so weitermacht, wird es schwer, dass er seine Ziele nicht erreicht.“

Fast wäre es für Zverev im Viertelfinale erneut zu einem Duell mit einem Landsmann gekommen. Doch Dustin Brown musste sich Bautista Agut am Ende knapp in drei Sätzen geschlagen geben. Brown war nach der unglücklichen Niederlage enttäuscht und lieferte sich in der anschließenden Pressekonferenz einen kleinen Disput mit einem Journalisten. „Dann gehen Sie doch zum Fußball, wenn Sie solche Fragen stellen“, blaffte Brown den Fragesteller an, nachdem dieser wissen wollte, was Brown mit Blick auf Wimbledon besser machen könne. „Ich habe im Tiebreak des dritten Satzes verloren, und Sie stellen so eine Frage“, schimpfte Brown. „Geh zum Fußball, du Depp.“

Zuvor hatte er das Publikum noch mit seiner spektakulären Spielweise begeistert. Doch auch die Unterstützung der Fans konnte Brown nicht trösten. „Ich gehe nicht da raus, um die Leute zu unterhalten, sondern um Spiele zu gewinnen. Wenn es den Leuten gefällt, dann ist das ein schönes Beiwerk, aber es ist nicht mein primäres Ziel.“

Überraschend ausgeschieden ist Dominic Thiem. Der an Nummer zwei gesetzte Österreicher musste sich dem Niederländer Robin Haase mit 3:6, 6:7 (7:9) geschlagen geben. Haase trifft nun im Viertelfinale auf den Franzosen Richard Gasquet, der den Australier Bernard Tomic mit 6:3, 6:3 bezwang.

dpa

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