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Bachs „Win-Win-Win-Situation“: Olympia in Paris und L.A.

IOC-Vollversammlung in Lima Bachs „Win-Win-Win-Situation“: Olympia in Paris und L.A.

Es ist eine historische Entscheidung. Die Olympischen Sommerspiele sind 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles vergeben worden. Doch nach dem Jubel von Lima geht es für das IOC darum, das Versprechen günstiger und nachhaltiger Spiele ohne Korruption auch einzulösen.

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IOC-Präsident Thomas Bach bei der Vollversammlung in Lima.

Quelle: Martin Mejia

Lima. Thomas Bach steht auf dem Podium in der Mitte, der frühere Fechter hat endlich wieder mal Grund zur Freude. Das ist sein bisher wohl wichtigster Erfolg als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees.

Er hält zu seiner Rechten die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, im Arm und zur Linken den Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Hidalgo winkt mit einer weißen Karte, auf der in schwarzen Lettern „Paris 2024“ steht, auf Garcettis Karte steht: „LA 2028“. 

Nach all den Negativschlagzeilen um russisches Doping und von Korruptionsvorwürfen überschatteten Vergaben von Olympischen Spielen gibt es im Centro de Convenciones in der peruanischen Haupstadt Lima Jubel und Erleichterung. Zwei tolle Städte, die Spiele mit Herz und Emotionen versprechen. Durch die erste Doppelvergabe seit fast 100 Jahren ohne Gegenkandidaten dürfte es wohl zumindest diesmal keine Debatten um Korruption von IOC-Mitgliedern geben. 

Die einstimmige Entscheidung, die per Handzeichen der 85 anwesenden IOC-Mitglieder getroffen wurde, ist ein erster Versuch, die Vergabepraxis zu reformieren und Bestechungsversuchen künftig vorzubeugen. Das IOC hat zudem nun Planungssicherheit bei dem Milliardengeschäft mit den Olympischen Sommerspielen und den Paralympischen Spielen für die nächsten elf Jahre.

Mit Kosten von 6,2 Milliarden Euro (Paris) und umgerechnet 4,5 Milliarden Euro (Los Angeles) sollen es jeweils verhältnismäßig günstige Spiele werden. Die meisten Sportstätten bestehen schon. Das IOC gibt vor, weg von einem Gigantismus wie bei den Winterspielen in Sotschi mit geschätzt 50 Milliarden Euro an Kosten kommen zu wollen. 

„Zwei großartige Städte aus zwei großartigen Ländern mit einer großartigen olympischen Geschichte“, beschreibt Bach die „goldene Gelegenheit“ für das IOC. „Das ist eine Win-Win-Win-Situation.“ Für Paris, für Los Angeles - und vor allem für das IOC.

Nach den schwierigen Spielen in Rio de Janeiro, deren Ruf nun auch noch durch mögliche Stimmenkäufe weiter beschädigt wird, gibt es mit Tokio 2020, Paris und Los Angeles drei Ausrichter, bei denen nicht allzu viel schief gehen dürfte. Allerdings gibt es auch bei Tokio Hinweise französischer Ermittler, dass die Vergabe möglicherweise von Geldzahlungen begleitet wurde.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hildalgo betont: „Das ist ein historischer Moment, 100 Jahre nach den Spielen 1924 sind die Spiele wieder in Paris.“ Paris wirbt mit seinen Reizen - allerdings wird die Terrorgefahr auch eine große Herausforderung. Spiele im Herzen der Stadt, Radrennen auf dem Champs-Élysees, Beachvolleyball am Eiffelturm, viele Unterkünfte und Sportstätten entlang der Seine. Rund 70 Prozent der Sportstätten existieren bereits, der Rest soll überwiegend auf Zeit bestehen.

Als Zentren der Wettkämpfe sind der Stadtkern und der rund zehn Kilometer entfernte Vorort Saint-Denis geplant, hier steht auch bereits das Olympiastadion, das Stade de France. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versicherte in einer Videobotschaft: „Das ganze Land steht hinter den Spielen.“ Die große Mehrheit der Sportler sollen höchstens dreißig Minuten zu ihren Sportstätten brauchen.

Das ist auch das Plus von Los Angeles. Alle Sportstätten sollen dort in maximal 40 Minuten vom Olympia-Dorf aus erreichbar sein. Es wird  vier verschiedene Zentren geben, eines direkt am Pazifik in Long Beach. Als Olympiastadion soll wie 1932 und 1984 das Los Angeles Memorial Coliseum genutzt werden und die über 10 000 Athleten sollen auf dem Campus der Universität wohnen, wo es schon heute hervorragende Trainingsmöglichkeiten gibt.

Bürgermeister Garcetti betonte in Lima: „Ich werde 2028 nicht mehr Bürgermeister sein. Meine fünf Jahre alte Tochter Maya wird dann 16 sein. Ich werde sie und meine Stadt wachsen sehen, mit neuen Eisenbahnlinien und einem generalüberholten Flughafen, und die Spiele werden helfen, unsere mutige Vision anzutreiben, eine Stadt der Möglichkeiten zu bauen.“ Das Motto „Follow the Sun“ („Folge der Sonne“) beziehe sich nicht nur aufs schöne Wetter Kaliforniens. „Follow the Sun ist die Verkörperung des Geistes und der Kultur unserer Stadt“, so Garcetti. 

Auf einer außerordentlichen Vollversammlung hatte das IOC am 11. Juli den Weg für die erst zweite Doppelvergabe freigemacht, die nun vertraglich besiegelt wurde. Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 an Paris und 1928 an Amsterdam vergeben worden. 

Bach hatte die Idee der Doppelvergabe vorangetrieben. Seiner Ansicht nach brachte das bisherige Verfahren zu viele Verlierer hervor. Schon die Bewerbung ist mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden - und mit geringeren Kosten und begeisterten Menschen könnte vielleicht auch das Interesse, Spiele auszurichten, wieder wachsen. 

Fünf Städte waren ursprünglich angetreten, 2024 Gastgeber zu sein: Boston, Hamburg, Rom und zuletzt Budapest stiegen aber aus. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen des IOC, Olympia werde bürgernah und nachhaltig. Paris und Los Angeles sollen nun den Beweis antreten. Ganz im Sinne von Thomas Bach.

dpa

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Lima

IOC-Präsident Thomas Bach hat Konsequenzen angekündigt, sollte sich ein Stimmenkauf vor der Vergabe der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro bestätigen.

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