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Bonjour le Tour – Greipel greift an

Am Sonnabend beginnt die 103. Tour de France: Zwölf deutsche Fahrer am Start Bonjour le Tour – Greipel greift an

Rostocks Topsprinter greift beim Auftakt nach dem Gelben Trikot / Auch Kittel, Martin und Degenkolb haben Großes vor / Beim Gesamtsieg legt sich Voigt fest: Quintana gewinnt die Frankreich-Rundfahrt

Rostock. André Greipel marschiert entlang einer Straße – vorbei an Wäldern und Wiesen. Der Rostocker ist leger mit grauem Shirt, Jeans und Turnschuhen gekleidet und zieht einen Trolley. Er verweilt kurz an einem See, dann zieht er weiter Richtung Paris. „Bonjour le Tour“ – pünktlich zum Start der 103. Tour de France hat der Sprintstar einen Song auf Youtube veröffentlicht. „Die Vorbereitung ist vorbei, die Form ist gut. Es ist Zeit für die nächste Schlacht“, heißt es in dem Lied.

Greipel, Co-Texter des Songs, träumt gleich zum Auftakt der Frankreich-Rundfahrt vom Gelben Trikot. Es gibt keinen Prolog. Die Flachetappe am Sonnabend nach Utah Beach ist für Sprinter ideal, um mit einem Etappensieg das Führungstrikot überzustreifen.

Der 33-Jährige ist in Top-Form. Das unterstrich er am vergangenen Sonntag mit dem erneuten Gewinn des deutschen Meistertitels. „Ich bin stolz, das Trikot zum dritten Mal zu tragen.

Der Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen“, sagte Greipel.

2015 gelangen dem in Hürth bei Köln lebenden Kraftpaket (Spitzname „Gorilla“) vier Etappensiege bei der Tour. Das „Maillot Jaune“ fehlt dem Kapitän des belgischen Lotto-Soudal-Teams noch in seiner Sammlung. „Eine solche Chance für uns Sprinter kommt nicht oft, da werde ich alles versuchen. Wir haben uns die letzten 40, 50 Kilometer der Etappe schon angeschaut“, sagte Greipel, der in den oft chaotischen Massensprints von seinem Freund und Trauzeugen Marcel Sieberg pilotiert wird.

Als ärgster Konkurrent gilt Marcel Kittel. Das klar verlorene Meister-Duell mit Greipel in seiner Heimat Erfurt wurmt den Sprinter des Etixx-Quickstep-Teams.

„Jetzt geht es mit etwas Wut im Bauch zur Tour, die ich dort dann in den Sprints aufs Pedal bringen werde“, schrieb Kittel auf seiner Homepage. Nach einem Jahr Tour-Zwangspause ist er wieder in Form.

Zehn Saisonsiege – zuletzt zwei beim Giro – sprechen dafür, dass er die Turbulenzen des Vorjahres mit langer Krankheit und einem geräuschvollen Teamwechsel verarbeitet hat. Das Grüne Trikot des Punktbesten ist für ihn ebenso ein Thema wie für Greipel. Die beiden Topsprinter werden im Oktober bei der Rad-WM in Katar um die Kapitänsrolle in der deutschen Mannschaft streiten.

Neben Greipel und Kittel wollen auch Zeitfahr-Spezialist Tony Martin und John Degenkolb Glanzlichter setzen. „Wir sind in diesem Jahr selten stark aufgestellt“, sagte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Martin. „Ich gehe davon aus, dass wir wieder den einen oder anderen Etappensieg feiern werden.“

Es wäre die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte, die seit 2013 für einen Wandel der Wahrnehmung des deutschen Radsports gesorgt hat. 19 Tagessiege in den vergangenen drei Ausgaben der Frankreich-Rundfahrt und damit fast ein Drittel aller Etappen sind ein Wert, den keine andere Nation aufweisen kann.

Top-Favorit auf den Gesamtsieg ist Christopher Froome. Doch eine Handvoll ambitionierter Herausforderer will dem britischen Vorjahressieger das Projekt Titelverteidigung vermasseln. Das berühmteste Radrennen der Welt ist mit dem kolumbianischen Kletterspezialisten Nairo Quintana, Routinier Alberto Contador und dem italienischen Vuelta-Gewinner Fabio Aru so gut besetzt wie lange nicht.

Der aus Dassow stammende Jens Voigt, der 17 Mal bei der Großen Schleife im Sattel saß, legt sich fest: „Quintana gewinnt vor Froome und Contador.“

Stefan Ehlers und Benjamin Siebert

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