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Boxer hauen in den Sack

Schwerin Boxer hauen in den Sack

Rückschläge für den BC Traktor Schwerin: Nach Florian Schulz (Karriereende) und Albon Pervizaj (wechselt zu den Profis) verlässt auch Denis Radovan den Stützpunkt. Peter Kadiru boxt wieder für Hamburg.

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Feiert am Sonnabend sein Profi-Debüt: Super-Mittelgewichtler Denis Radovan (24). FOTO: IMAGO/MARIANNE MÜLLER

Schwerin. Michael Timm kann seine Enttäuschung nur schwer verbergen. Der Cheftrainer der Schweriner Boxer muss binnen weniger Monate mehrere Rückschläge verkraften. Nach dem Greifswalder Vize-Europameister Florian Schulz (22, Karriereende) hauen mit Denis Radovan (24) und Albon Pervizaj (21) zwei weitere Ausnahmetalente in den Sack. Beide wechseln als Profis zum Sauerland-Boxstall (die OZ berichtete).

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Rückschläge für den BC Traktor Schwerin: Nach Florian Schulz (Karriereende) und Albon Pervizaj (wechselt zu den Profis) verlässt auch Denis Radovan den Stützpunkt. Peter Kadiru boxt wieder für Hamburg.

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„Das tut schon verdammt weh, dass wir solche Leute mit Blick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Hamburg und Olympia 2020 verlieren“, sagt Timm, zeigt aber zugleich Verständnis: „Die Jungs suchen neue Herausforderungen.“

Nach einem Jahr voller Enttäuschungen heuert Radovan bei Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer an. „Er hatte die Lust aufs Boxen verloren“, berichtet der Schweriner, der Anfang kommenden Jahres ein Gym in Schwerin eröffnen will. Radovan hatte im März mit dem Gewinn des Chemiepokals ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Doch bei der Olympia-Quali gab der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) dem Ludwigsburger Xhek Paskali den Vorzug im 75-KiloLimit. Paskali verpasste das RioTicket. Radovan blieb außen vor.

„Er hat keine Chance bekommen. Er kam sich veralbert vor, weil Absprachen nicht eingehalten wurden“, erzählt Brähmer, der den zweifachen deutschen Meister schon lange im Blick hatte. „Denis gehört für mich zu den besten Nachwuchsboxern, die wir momentan in Deutschland haben und ist auch menschlich ein ganz feiner Typ“, sagt Brähmer.

Da Radovans Stelle bei der Bundeswehr zum Jahresende ausläuft, entschied sich der seit 2014 in Schwerin trainierende Kölner zu einem Wechsel zu den Profis. Sein Debüt gibt er am Sonnabend beim Kampfabend in Rheinstetten bei Karlsruhe.

Frustriert war auch Albon Pervizaj. Der Sindelfinger David Graf, der 2015 von den Profis zum DBV zurückkehrte, hatte sich im Januar über die APB-Serie für Rio qualifiziert. Damit war der deutsche Olympia-Startplatz im Schwergewicht früh vergeben.

„Ich hätte mich mit einer Chance zufrieden gegeben, aber ich habe keine bekommen“, sagt Pervizaj, der zu Trainer Ulli Wegner wechselt. Den Schritt habe er sich reiflich überlegt und auch seinen Kumpel Luan Krasniqi (Ex-Europameister bei den Profis) um Rat gefragt, berichtet der in Hamburg lebende Pervizaj. Krasniqi habe ihn bestärkt. Pervizaj: „Ich habe das richtige Bauchgefühl.“

Nach Ansicht seines Ex-Trainers Timm kommt der Wechsel zu den Profis zu früh: „Albon hätte ruhig noch ein paar Jahre Erfahrungen sammeln und die Heim-WM im kommenden Jahr angehen können. Das wäre für ihn besser gewesen.“

Auch Olympia-Boxer Araik Marutjan (24) strebt über kurz oder lang eine Profikarriere an. „Es gibt diese Gedanken und Gespräche, aber da ist noch nichts entschieden“, versichert Timm.

Angst, dass seine Schützlinge nach und nach in Richtung Brähmer und Sauerland abwandern, hat der 54 Jahre alte Meistermacher nicht. Im Gegenteil: Timm hält große Stücke auf Brähmer, den er 2009 zum Gewinn der Profi-Weltmeisterschaft führte. „Jürgen ist unwahrscheinlich engagiert. Es geht ihm nicht darum, uns die Leute abzuziehen. Er ist da, um ihnen eine Chance zu geben“, meint der Erfolgscoach, der derzeit sechs Top-Athleten am Schweriner Stützpunkt betreut: Sarah Scheurich, Ornella Wahner, Olympia-Medaillengewinner Artem Harutyunyan und dessen Bruder Robert, Araik Marutjan sowie Peter Kadiru. Superschwergewichtler Kadiru, Jugend- Olympiasieger von 2014, startet ab Januar für den SV Polizei Hamburg und soll das Bundesliga- Team von der Elbe als Kapitän anführen. Das heißt: Kadiru trainiert weiterhin in Schwerin, punktet mit seinen Erfolgen aber für Hamburg. Timm nimmt’s äußerlich gelassen: „So ist das Geschäft.“ Manchmal halt schmerzvoll.

Stefan Ehlers

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