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Brähmer: Das soll’s noch nicht gewesen sein

Bittere Box-Nacht in Neubrandenburg: Verletzung stoppt Brähmer – Cleverly ist neuer Weltmeister Brähmer: Das soll’s noch nicht gewesen sein

Der 37 Jahre alte Schweriner setzt seine Karriere fort / Er will den Titel zurückholen und plant ein Duell mit Arthur Abraham – am liebsten im Rostocker Ostseestadion

Neubrandenburg. Die sechste Runde ist vorbei. Jürgen Brähmer sitzt in seiner Ringecke auf einem Hocker. „Es geht nicht mehr“, sagt er. Dann steht er auf, erklärt dem Referee kurz und knapp seine Aufgabe („Ellenbogen“) und gratuliert seinem Gegner Nathan Cleverly. Der Waliser, der zum zweiten Mal Weltmeister ist, springt vor Freude in die Luft.

Ihm seien in dieser Situation „tausend Gedanken“ durch den Kopf gegangen, erklärte Brähmer, der zum Zeitpunkt des Abbruchs bei allen drei Punktrichtern mit 58:56 vorn lag. „Ich bin bei einem Seitwärtshaken gegen seinen Ellenbogen gekracht. Danach konnte ich nur noch mit Links schlagen“, berichtete der Lokalmatador. Die Verletzung hätte schlimmer werden können, meinte der Ex-Champion, der in seinem 51. Profikampf die dritte Niederlage kassierte. „Die Vernunft hat gesiegt. Ich bin 37. Das soll’s noch nicht gewesen sein.“

Dass Brähmer, der morgen 38 wird, noch nicht zum alten Eisen gehört, hatte er bis zum abrupten Ende eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vor fast 5000 Fans im Neubrandenburger Jahnsportforum und 1,87 Millionen Fernsehzuschauern lieferten sich der Schweriner und Cleverly einen packenden Schlagabtausch in einem Wahnsinnstempo. Cleverly schlug mehr, Brähmer traf härter und präziser. Promoter Kalle Sauerland, der mit Jack Culcay nur noch einen Weltmeister in seinen Reihen hat, war hin- und hergerissen. „Ein Wahnsinns-Kampf – leider nur über sechs Runden“, sagte er.

Cleverly, der mit freiem Oberkörper zur Pressekonferenz erschien, sprach von einer Wachablösung. „Mein Plan war es, Brähmer in den ersten sechs Runden zu brechen. Das ist mir gelungen“, tönte der neue Champion. „Mit diesen Schlägen kann man niemanden brechen“, konterte Brähmer. Dessen neuer Trainer Conny Mittermeier behauptete: „Jürgen hätte den Kampf vorzeitig gewonnen.“ In die gleiche Kerbe haute Brähmers Schützling Tyron Zeuge, der am 5. November in Potsdam um die Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht boxt: „Wenn das mit dem Ellbogen nicht passiert wäre, hätte Jürgen auf jeden Fall gewonnen.“

Brähmer, der gestern bereits wieder als Coach am Ring stand, präsentierte sich in der Stunde der Niederlage angriffslustig. „Ich freue mich auf das Rematch. Das wird noch heißer“, versprach der gebürtige Stralsunder. Der Rückkampf soll im Februar oder März in Deutschland stattfinden.

Für 2017 hat Brähmer ohnehin Großes vor. Er plant ein Freiluft-Spektakel mit Arthur Abraham – am liebsten im Rostocker Ostseestadion. Als Austragungsorte sind zudem das Hamburger Tennisstadion am Rothenbaum oder die Berliner Waldbühne im Gespräch.

Abrahams Coach Ulli Wegner ist von der Idee begeistert. „Wir müssen den Fans etwas bieten. Und dieser Kampf wäre sicherlich von großem Interesse.“ Peter Hanraths, der Brähmer seit Jahren berät, hält ein Duell mit Abraham für reizvoll. „Aber erst mal sollten wir uns auf den Rückkampf konzentrieren und den Titel zurückgewinnen. Dann ist das alles umso interessanter.“

Stefan Ehlers

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