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Brähmer boxt gegen Cleverly – Wird es sein schwerster Kampf?

Berlin/Schwerin Brähmer boxt gegen Cleverly – Wird es sein schwerster Kampf?

Der konterstarke Weltmeister trifft in Neubrandenburg auf den angriffslustigen Waliser

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Augenblicke: Weltmeister Jürgen Brähmer (l.) und Nathan Cleverly posieren für die Fotografen.

Quelle: Uwe Koch

Berlin/Schwerin. Die Pressekonferenz ist beendet. Die Protagonisten werden zum gemeinsamen Foto gebeten. Jürgen Brähmer und Nathan Cleverly erheben sich von ihren Sitzen, stellen sich zusammen und posieren in typischer BoxerManier. Die Kameras klicken. Dann folgt das obligatorische Face to Face (von Angesicht zu Angesicht). Ob Brähmer will oder nicht: Der 1,81 Meter große Weltmeister muss zum Herausforderer (1,87 m) aufschauen.

Was niemand ahnt: Cleverly hat sich größer gemacht als er ist. Er trägt Einlagen in seinen weißen Sportschuhen. Der Waliser wirkt extrem angespannt. Es juckt ihm in den Fingern. „Er brennt“, meint Promoter Kalle Sauerland. „Aber Jürgen brennt auch.“

Sauerland kann das Duell zwischen Brähmer und Cleverly am Sonnabend im Neubrandenburger Jahnsportforum (22.40 Uhr, Sat.1) ebenfalls kaum erwarten: „Das wird ein großartiges Spektakel. Da darf man keine Sekunde weggucken. Das kann schnell entschieden werden.“

Brähmer, der 37 Jahre alte Champion aus Schwerin (50 Kämpfe, 48 Siege), stehe vor dem „größten Kampf seiner Karriere“, meint der Promoter. Dabei sieht die Bilanz des Herausforderers, der 29 seiner 32 Kämpfe gewonnen hat, nicht sonderlich furchteinflößend aus. Cleverly, der nach einem kurzen Abstecher ins Cruisergewicht wieder zu den Halbschweren zurückgekehrt ist, verlor drei seiner zurückliegenden sechs Kämpfe – zuletzt vor knapp einem Jahr in Chicago gegen den Polen Andrzej Fonfara. Zuvor hatte er 2014 gegen seinen Landsmann Tony Bellew sowie 2013 gegen Sergej Kovalev (WBA-Superchampion sowie Weltmeister bei WBO und IBF) schwere Niederlagen einstecken müssen. Dennoch warnt Sauerland: „Das ist ein ganz großer Boxer.“

Cleverly, der für seinen spektakulären Kampfstil bekannt ist, brennt auf seine Chance. „Brähmer ist ein großer Champion und ein alter Hase, aber ich bin der junge Löwe, der sich den Titel schnappt.“

Gut gebrüllt. Brähmer kontert: „Meine Frau sagt, ich bin immer noch ein hungriger Wolf.“

Ähnlich wie der verbale Schlagabtausch könnte auch der Kampf ablaufen. Cleverly greift an, Brähmer kontert. „Nathan ist giftig. Jürgen mag das“, meint Konrad Mittermeier (55), der neue Mann in der Ringecke des Champions. Der in Stuttgart lebende Bayer ist zuversichtlich: „Wir werden das Ding schon schaukeln. Jürgen ist der schnellere Mann.“

Für Brähmer ist nach der WM vor der WM. Für Urlaub hat der zweifache Familienvater keine Zeit. „Montag geht’s weiter“, kündigt der gebürtige Stralsunder an. Dann ist er als Trainer von Tyron Zeuge gefordert, der am 5. November dem Italiener Giovanni de Carolis den WM-Gürtel entreißen will. Noch muss der talentierte Supermittelgewichtler (1,79 m) zu seinem Mentor aufschauen.

Eintrittskarten für die Box-Gala morgen in Neubrandenburg (Beginn 17.45 Uhr) sind in allen OZ-Servicecentern erhältlich

Brähmers „Riesen“-Kämpfe

1,81 Meter groß ist Weltmeister Jürgen Brähmer und damit sechs Zentimeter kleiner als Herausforderer Nathan Cleverly. Der Champion hat gegen „Riesen“ zumeist gute Erfahrungen gemacht.

27. Mai 2006 gegen den Cottbuser Mario Veit (1,92 m): Brähmer kassiert in seinem 28. Profikampf seine erste Niederlage. Dabei läuft zunächst alles nach Plan. Der Schweriner schickt seinen Gegner in der ersten Runde mit einer Rechts-Links-Kombination zu Boden. Danach ist die Spannung raus. Brähmer fühlt sich zu sicher – und verliert knapp nach Punkten.

15. September 2007 gegen Mario Veit: Geglückte Revanche. Brähmer malträtiert den Cottbuser mit Schlägen im Sekundentakt. Nach 47 Sekunden der vierten Runde ist das ungleiche Duell beendet. Brähmer verteidigt seinen Inter-Continental-Titel nach WBO-Version und schickt Veit in die Boxer-Rente.

28. Januar 2012 gegen den Spanier Jose Maria Guerrero (1,89 m): Nach 21-monatiger Pause meldet sich Brähmer eindrucksvoll zurück. Er setzt seinen Gegner vom ersten Gong an unter Druck und trifft immer wieder. In Runde vier ist das linke Auge des Spaniers derart zugeschwollen, dass er kampfunfähig ist – Sieg durch technischen K.o..

5. April 2014 gegen den Waliser Enzo Maccarinelli (1,93 m): Vor über 4500 Zuschauern in der Rostocker Stadthalle ist der zwölf Zentimeter kleinere Brähmer gegen den Ex-Weltmeister im Cruisergewicht von Beginn an der dominierende Mann. Ab der zweiten Runde behindert den Herausforderer eine Verletzung am rechten Auge, das danach völlig zuschwillt. Maccarinelli gibt eingangs der sechsten Runde auf.

Stefan Ehlers

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