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Brähmer und Zeuge: Box-Duo kann Geschichte schreiben

Schwerin Brähmer und Zeuge: Box-Duo kann Geschichte schreiben

Der Schweriner will den Berliner am Sonnabend zum jüngsten deutschen Weltmeister aller Zeiten machen / Bei einem Sieg über de Carolis winkt Zeuge ein Duell mit Abraham

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Gut gelaunt: Weltmeister Jürgen Brähmer (l.) mit seinem Schützling Tyron Zeuge gestern bei der Pressekonferenz in Berlin. Am Sonnabend boxt der 24-Jährige um den WM-Titel.

Quelle: Sebastian Heger

Schwerin. Ein trister Tag im Januar. Tyron Zeuge ist frustriert. Seit neun Monaten hat der talentierte Supermittelgewichtler nicht mehr geboxt. Zeuge hat Übergewicht und will alles hinschmeißen. „Ich wäre Türsteher geworden“, meint er rückblickend.

 

OZ-Bild

Die Hose passt nicht mehr. Tyron Zeuge hat 20 Kilo abgespeckt.

Quelle:

Ich dachte mir, aus dem Dickerchen kann man ja auch einen Sportler machen.“Jürgen Brähmer (37)

über Tyron Zeuge (24),

der seit Januar

20 Kilo abgespeckt hat

In seiner Not greift Zeuge zum Handy und ruft bei Jürgen Brähmer an. Der Weltmeister lädt ihn nach Schwerin ein. Die beiden plaudern lange. Das Ergebnis: Brähmer wird Zeuges neuer Coach. „Das ist die beste Option für mich“, sagt Zeuge.

Brähmer reizt die neue Herausforderung. „Ich dachte mir, aus dem Dickerchen kann man ja auch einen Sportler machen“, erzählt der Neu-Trainer mit einem breiten Grinsen.

Am Sonnabend können beide Geschichte schreiben. Zeuge, 24, will in seiner Heimatstadt Berlin Graciano Rocchigiani als jüngsten deutschen Box-Weltmeister aller Zeiten ablösen. Dazu muss er WBA-Champion Giovannis de Carolis schlagen. Der Italiener hatte im Vorjahr den Höhenflug von Vincent Feigenbutz unsanft gestoppt.

Brähmer, der sich vor wenigen Wochen von seinem Trainer Karsten Röwer trennte und mit Konrad Mittermeier einen neuen Coach ins Team holte, kann etwas nie Dagewesenes schaffen: Der 37 Jahre alte Schweriner wäre der erste aktive Weltmeister, der einen anderen Boxer zum WM-Titel führen würde. Die Rekordjagd sei ihm nicht wichtig, versichert Brähmer: „Wir wollen klar gewinnen und zeigen, was wir drauf haben.“ Sein Schützling soll nach vorn marschieren und den Gegner unter Druck setzen, fordert der Coach: „Wir wollen spektakuläres und schönes Boxen zeigen.“

Der gebürtige Stralsunder Brähmer, der sich gern als „Mutter der Kompanie“ bezeichnet, half sogar bei der Produktion des Trailers mit. „Das ist ein sportlich großartiges Duell mit viel Brisanz. Mir war es wichtig, die Intensität während unserer Vorbereitung einzufangen und auch die Boxfans mitzunehmen und zu begeistern“, begründet Brähmer, der seinen WM-Titel im September verteidigen will.

Promoter Kalle Sauerland gerät ins Schwärmen: „Tyron kann die Welt erobern.“ Und Brähmer sei „der perfekte Mann, der dieses Talent zu Gold machen kann. Er hat unfassbar viel Ahnung vom Sport.“

Den Umzug nach Schwerin hat Zeuge nicht bereut. Er vertraut Brähmer. Sein jahrelanger Trainingskamerad habe ihm die Augen geöffnet. „Er ist authentisch. Wir verstehen uns super“, sagt Zeuge, der binnen eines halben Jahres 20 Kilo abgespeckt hat. Er hat wieder Bock auf Boxen, haut sich in jedem Training rein und ist zu Scherzen aufgelegt. Auf die Frage, was er außer Disziplin von Brähmer lernen könne, antwortete er: „Autofahren und Einparken – da hat er mir mehr voraus als beim Boxen.“

„Jürgen hat hier in Schwerin ein großartiges Umfeld geschaffen und steckt jeden mit seiner positiven Energie an“, sagt Trainer Mittermeier, der Zeuge zusammen mit Brähmer coachen wird. „Ich bin richtig gierig auf den gemeinsamen Erfolg. Ich möchte, dass der Junge Weltmeister wird.“

Gewinnt Zeuge, winkt ihm Ende des Jahres ein Duell mit Arthur Abraham. Der im April in Las Vegas enthronte Ex-Weltmeister muss bei seinem Neustart am Sonnabend gegen den Norweger Tim-Robin Lihaug in den Ring steigen – im Vorprogramm des Zeuge-Kampfes.

TV: Sonnabend, 22.50 Uhr, Sat.1

DREI FRAGEN AN...

1 Ihr Schützling Arthur Abraham hat vor gut drei Monaten seinen WM-Titel an den Mexikaner Gilberto Ramirez verloren. Am Sonnabend boxt er gegen den Norweger Tim-Robin Lihaug. Erwarten Sie Wiedergutmachung von ihm? Eindeutig, sonst bin ich falsch am Platze. In Las Vegas hat Arthur alle – Fans, Manager und Trainer – unendlich enttäuscht. Das war eine Katastrophe. Solche Leistung darf man als Weltmeister nicht abliefern. Ich möchte, dass er sich rehabilitiert und diesen Kampf siegreich gestaltet. Das boxerische Potenzial hat er. Aber im Boxsport gehört auch Hingabe dazu. Man muss bereit sein, Risiko einzugehen.

2 Werden Sie im Falle einer weiteren Niederlage die Zusammenarbeit mit Abraham beenden? Eindeutig. Dann wäre endgültig Schluss. Ich bin 74 und strebe immer nach neuen Erfolgen. Mit Jack Culcay kam ein Ausnahmeboxer zu mir, Kubrat Pulew bringt auch wieder ansprechende Leistungen. Ich habe also noch reizvolle Aufgaben. Aber mit Arthur wäre es aus.

3 Sollte Abraham gewinnen, käme es wohl noch in diesem Jahr zum Stallduell mit Tyron Zeuge. Passt das in Ihre Planungen? Kommt Zeit, kommt Rat, aber leichter kann man nicht wieder Weltmeister werden.

Stefan Ehlers

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