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Britische Anti-Doping-Organisation gerät unter Druck

London Britische Anti-Doping-Organisation gerät unter Druck

Der Dopingskandal in Großbritannien zieht Kreise. Auch die nationale Anti-Doping-Organisation gerät ins Visier der Kritik. Der beschuldigte Arzt besitzt unterdessen keine Zulassung mehr.

London. Im britischen Dopingskandal um den Arzt Mark Bonar gerät die Nationale Anti-Doping-Organisation (UKAD) in die Kritik. „Die Agentur ist ihrer Aufgabe nicht gewachsen“, schrieb der „Independent“.

Der „Guardian“ sieht den Druck auf UKAD-Chefin Nicole Sapstead immer weiter anwachsen. Zugleich kommt an den Tag, dass der beschuldigte Arzt seine Zulassung verloren hat. Die britische Regierung kündigt eine Untersuchung der Vorwürfe an.

Die Anti-Doping-Organisation hat nach eigenen Angaben bereits 2014 Hinweise auf Umtriebe Bonars erhalten, verfolgte sie aber nicht weiter. Die Hinweise kamen laut WDR von einem selbst des Dopings überführten Sportler, der auch Beweise vorgelegt haben soll. Die UKAD habe dem Informanten aber Anfang 2015 mitgeteilt, keine Grundlage für Ermittlungen gegen den Arzt zu sehen.

Die britische Anti-Doping-Agentur erklärte in einer Stellungnahme, dass die von dem Athleten vorgelegten Beweise für ein verbotenes Handeln von Bonar nicht ausreichend gewesen seien. „UKAD erhielt im Oktober 2014 handgeschriebene Rezepte des Sportlers. Er behauptete, dass sie von Dr. Bonar ausgestellt seien“, hieß es in der Mitteilung. Nach einer Prüfung durch einen unabhängigen Sachverständigen sei man jedoch zum Urteil gelangt, den Fall nicht weiter zu verfolgen.

Bonar hatte seine Approbation als Arzt erst kürzlich verloren. Wie ein Sprecher des „General Medical Council“ der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, hat der Entzug der Erlaubnis aber nichts mit den Doping-Vorwürfen gegen Bonar zu tun. „Er hat an einem verpflichtenden Prozess zur Bewertung seiner Fähigkeiten nicht teilgenommen“, sagte der Sprecher am Montag. Seine Praxisräume in einer Londoner Privatklinik wurden daraufhin gekündigt. Weitere Vorwürfe besagen, dass er einen Patienten falsch behandelt habe.

Der britische Kulturminister John Whittingdale zeigte sich angesichts der Enthüllungen „geschockt und zutiefst besorgt“. Er ordnete eine Untersuchung der Vorwürfe gegen die UKAD an. Als Konsequenz aus dem UKAD-Versagen fordert der „Independent“ außerdem zu prüfen, ob interne Kontrollmechanismen bei Organisationen wie der UKAD funktionsfähig sind.

In einer am 3. April in der ARD-„Sportschau“ gezeigten Dokumentation berichtete der Arzt einem eingesetzten Lockvogel vor versteckter TV-Kamera über sein umfangreiches, geheimes Doping-Geschäft. „Natürlich sind einige der Behandlungen, die ich mache, im Profisport verboten“, sagte Bonar. „Aber ich habe das schon mit vielen Sportlern gemacht. Jahrelang. So ziemlich aus jedem Sport.“ Unter den gedopten Sportlern sollen neben Fußballern aus der Premier-League auch Spitzensportler aus anderen Disziplinen sein.

dpa

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