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Brussig-Schwestern starten neue Mission Gold

Schwerin Brussig-Schwestern starten neue Mission Gold

Die Schweriner Judo-Zwillinge greifen bei den Paralympics nach Medaillen

Schwerin. Es war der 30. August 2012, als für Carmen und Ramona Brussig ein Traum wahr wurde. Die Judo-Schwestern des PSV Schwerin erkämpften bei den Paralympics in London binnen weniger Minuten Doppel-Gold. „Eine unglaubliche Geschichte“, schwärmt Carmen noch heute. Damals habe niemand an ein derartiges Husarenstück gedacht, „nicht mal wir“, fügt Ramona hinzu.

Ob der Doppel-Triumph einmalig bleibt, wird sich am 8. September zeigen. Dann greifen die gebürtigen Leipzigerinnen in der Carioca Arena 3 des Olympia-Parks Barra, fast 40 Kilometer vom Zentrum Rios entfernt, wieder an. „Zu sagen, wir verteidigen die Titel, wäre gewagt. Die Konkurrenz ist sehr groß“, weiß Ramona, die nach einem Kreuzbandriss und einer Augen-OP erst seit zwei Monaten wieder trainieren darf. Jeweils acht Kämpferinnen treten in Rio pro Gewichtsklasse an. Jede von ihnen ist stark genug, um den Sprung aufs Treppchen zu schaffen. „Wenn jede von uns eine Medaille holt, wäre das eine gute Geschichte“, betont Carmen.

Mehr als 30 Plaketten erkämpften die Zwillinge bereits bei internationalen Meisterschaften. Der Sport bedeutet ihnen viel. „Er ist sehr vielseitig“, begründet Ramona. „Es kommen immer wieder neue Techniken oder Regeländerungen hinzu“, fügt Carmen hinzu. Ein Ende der Erfolgsserie ist nicht in Sicht. „Ich glaube nicht, dass wir nach Rio abrupt aufhören“, bestätigt Ramona, die seit 2001 in Schwerin lebt und Angestellte des Landessportbundes ist. „Ich kann es hier nicht besser haben.“

Ihre Zwillingsschwester, die laut Geburtsurkunde 29 Minuten früher das Licht der Welt erblickte, zog es 2002 in die Schweiz. „Ich habe die Schokolade getestet und bin gleich dort geblieben“, scherzt Carmen, die inzwischen in Niederurnen (Kanton Glarus) in einer Praxis für traditionelle chinesische Medizin arbeitet.

Ungeachtet der gut 1000 Kilometer, die die gelernten Konditorinnen trennen, haben sie ständig Kontakt. Sie telefonieren nahezu täglich, treffen sich bei Wettkämpfen oder besuchen sich. Nur ihren 39. Geburtstag am vergangenen Freitag feierten sie getrennt.

Die Zwillinge verbindet weit mehr als der Sport. „Wir sind uns ähnlich und ergänzen uns gut, aber es gibt auch Unterschiede“, erzählt Ramona. Carmen fällt prompt ein Beispiel ein. „Ich bin die Ruhigere“, sagt sie. „Du hast mich ja auch immer vorgeschickt“, entgegnet ihre Schwester und lacht.

Doch die Gemeinsamkeiten überwiegen. Beide sind seit Geburt stark kurzsichtig, haben lediglich zehn Prozent Sehkraft. „Wir sehen Farben und Dinge schemenhaft“, erklärt Ramona, die wie ihre Schwester auch nicht-sehbehinderte Gegnerinnen aufs Kreuz legt.

Auch in Sachen Mode ticken die 1,64 Meter große Carmen, die in der Gewichtsklasse bis 48 Kilo antritt, und Ramona (1,66 m, 52 Kilo) ähnlich. „Wenn wir uns am Flughafen treffen, kann es sein, dass wir zufällig die gleichen Klamotten tragen“, erzählt Carmen. Angenehmer Nebeneffekt: „Wenn ein Koffer auf dem Flug verlorengeht, helfen wir uns mit Klamotten aus.“ Ein derartiger Notfall ist schon zweimal passiert – einmal davon auf dem Weg nach Rio.

Stefan Ehlers

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