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Danny Wieck – Mit einer Puppe im Arm schwimmt er allen davon

Danny Wieck – Mit einer Puppe im Arm schwimmt er allen davon

Der 24 Jahre alte Stralsunder gehört zu den besten Rettungssportlern der Welt / Fernziel ist die WM

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Am Anfang war es sehr holprig, da man die ganzen Sachen erst lernen musste. Ich hatte aber auch sehr gute Trainer in Stralsund, denen ich viel zu verdanken habe.“Danny Wieck (24) von der DLRG Stralsund

Rostock. Rettungsschwimmen. Wer denkt da nicht gleich an die gut gebauten Darsteller aus der US-Serie „Baywatch“? Blitzartig schießen die Bilder von David Hasselhoff oder Pamela Anderson in den Kopf, die heldenhaft in ihren roten Badeklamotten Menschen vor dem Ertrinken retten.

Doch die Realität sieht anders aus. Lebensrettende Einsätze sind nicht an der Tagesordnung, weiß Danny Wieck, der einen zweijährigen Wasserrettungsdienst durchlief und selbst im Wachdienst an der Ostseeküste tätig war. „Es ist zum Glück nichts Lebensbedrohliches passiert, nur leichte Verletzungen, dass sich jemand mal in den Fuß geschnitten hat“, erzählt der 24-Jährige über die Einsätze.

Deutlich mehr zur Sache geht es beim Rettungsschwimmen als Sport. Hier messen sich die Athleten in diversen Disziplinen. „Damals hat mich ein jetziger Trainingskamerad Christian Ertel angesprochen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, es auszuprobieren. Ich war beim Probetraining in Stralsund, habe alles ausgetestet, den ersten Wettkampf mitgemacht und mir hat es gefallen“, berichtet Wieck über seine Anfänge 2008.

Mittlerweile gehört der Stralsunder, der als Sportsoldat in Warendorf (Münsterland) trainiert und für die DLRG Stralsund startet, zu den besten seines Fachs. Vier Weltmeistertitel 2014 (in Montpellier und La Grande Motte/Frankreich) und sechs Siege bei der Europameisterschaft 2015 (in Swansea/Großbritannien) konnte der Rettungsschwimmer bisher an Land ziehen.

Zudem hält Danny Wieck zwei Rekorde: den Weltrekord im 50 Meter Retten einer Puppe – den Erfolg, über den er sich am meisten gefreut hat – sowie den deutschen Rekord im Wettbewerb 100 Meter kombinierte Rettungsübung.

Es war ein harter Weg bis in die Weltspitze. „Am Anfang war es sehr holprig, da man die ganzen Sachen erst lernen musste. Ich hatte aber auch sehr gute Trainer in Stralsund, denen ich viel zu verdanken habe“, blickt Wieck mit Dankbarkeit zurück.

Der Rettungssport verlangt dem bodenständigen Typen viel ab. Um bestmöglich vorbereitet in die Wettkämpfe zu gehen, trainiert der 24-Jährige fast täglich. „Vor den Wassereinheiten mache ich noch eine halbe Stunde Erwärmung, ehe es mit dem Training losgeht. Wir haben immer zwei Stunden Wassertraining und die Kraftübungen dauern auch circa zwei Stunden“, berichtet Danny Wieck.

Neben guten schwimmerischen Fähigkeiten, die er auch beim normalen Schwimmsport für den SC Wiesbaden zeigt, ist der Stralsunder besonders schnell mit der Puppe unterwegs. Mit ihr im Arm schwimmt er seinen Kontrahenten davon, doch so wirklich erklären kann sich Wieck dieses Talent nicht. Anders sieht es bei den Schwächen aus. „Wir haben eine Startschwunganalyse gemacht, um den Startschwung zu verbessern. Ich glaube, dass dort meine Schwächen lagen. Und natürlich kann man schwimmerisch immer noch viel machen“, erklärt der Rettungsschwimmer von der DLRG Stralsund.

Bei so viel Sport kommt das Privatleben oftmals zu kurz. Das spürt auch der junge Vorpommer, der dadurch nur selten in seinem Heimatort ist. „Meine Freundin sehe ich etwas öfter, sie wohnt in der Nähe von Warendorf. Bis nach Stralsund sind es sechs Stunden, da bin ich nicht so oft zu Hause. Ich nehme ich mir nur alle ein bis zwei Monate mal ein Wochenende Zeit, um hochzufahren“, erzählt Wieck. Am liebsten verbringt er dann die Freizeit mit seinen Eltern, spielt mit dem Hund oder geht am Strand spazieren.

Ernst wird es in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft im September in Eindhoven (Niederlande). Doch dafür muss er zunächst in Warendorf sein Teilnahme-Ticket lösen. „Im Juli haben wir unsere Quali für die WM. Da werde ich schon mal testen, wie gut ich in Form bin“, blickt Wieck voraus.

Bei den Welttitelkämpfen möchte er dann erneut angreifen und an die Erfolge von 2014 anknüpfen – auch ohne spektakuläre Heldentaten und sexy Baywatch-Bademode.

Wieck und seine Rekordstrecken

50 Meter Retten einer Puppe (Manikin Carry) ist die Disziplin, in der man 25 Meter Freistil schwimmt und dann zu einer Puppe taucht.

Diese muss innerhalb von fünf Metern zur Wasseroberfläche gebracht und die restliche Strecke zum Ziel geschleppt werden.

100 Meter kombinierte Rettungsübung (Resuce Medley) bedeutet, dass der Rettungsschwimmer 50 Meter Freistil schwimmen muss, wendet, dann zu einer Puppe (mit Wasser gefüllt) taucht, die in 17,5 Meter Entfernung liegt und diese ins Ziel bringt.

Lars-Henrik Wacker

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