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Das unfassbare Comeback von Trixi Worrack

Erfurt Das unfassbare Comeback von Trixi Worrack

Nach ihrem Unfall drohte das Karriere-Aus, jetzt greift die 34-Jährige bei Olympia an

Erfurt. . Horror-Unfall am 20. März, Not-OP, Blitzgenesung – und dann im Juni der Titelgewinn und die Olympia-Berufung: Das Tempo der Radsportlerin Beatrix „Trixi“ Worrack macht sprachlos. Nach dem bösen Sturz in Norditalien bei der Trofeo Alfredo Binda war ihr die dreifach gerissene linke Niere entfernt worden. Im Ospedale di Circolo in Varese musste alles sehr schnell gehen – Worrack hatte viel Blut verloren. Die Diagnose beim Aufwachen aus der Narkose war ein Schock für sie.

 

OZ-Bild

Nach ihrem Sieg im Zeitfahren bei den Deutschen Meisterschaften ist Trixi Worrack (34) auch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro einiges zuzutrauen.

Quelle: Imago

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In der ersten Woche nach dem folgenschweren Eingriff wusste die vierfache Team-Weltmeisterin im Zeitfahren nicht, wie es weitergehen sollte. Aber die Schockstarre war von kurzer Dauer – Resignation ist nicht die Sache der zierlichen Blondine. Nach langen Gesprächen mit Ärzten und Freunden machte sie einen verrückten Plan: „Ich will wieder aufs Rad.“ Am Karfreitag wurde sie aus der Klinik entlassen und flog nach Hause. Das „Worrack-Wunder“ begann.

Drei Monate nach den ungewissen Stunden von Varese konnte sich die 34 Jahre alte Cottbuserin am vergangenen Sonnabend völlig überraschend als deutsche Zeitfahrmeisterin feiern lassen. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin perplex“, war ihre erste Reaktion nach dem Hitzerennen von Streufdorf.

24 Stunden später folgte im Rathaus von Erfurt, wo am Vormittag noch glückliche Paare getraut wurden, die Nominierung für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro durch den Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Die blonde Trixi war am Ziel ihrer Träume. „Die erste Woche nach der OP hatte ich gedacht, die Karriere ist zu Ende. Nach zehn Tagen war ich mir relativ sicher, dass ich es schaffen kann. Sieben Wochen nach der Operation saß ich wieder auf dem Rad. Nach einer letzten Blutuntersuchung vor zwei Wochen erhielt ich grünes Licht für mein Comeback“, zählte Worrack die Stationen ihrer ganz erstaunlichen Rückkehr auf.

Körperlich fühle sie sich „eigentlich nicht anders als vor dem Eingriff, nur die große Narbe vom Bauchschnitt schmerzt in der Zeitfahrposition“. Alle zwei Wochen muss sie nun zur Blutkontrolle – aber das dürfte ihr als Radprofi bekannt vorkommen.

Den letzten Schliff für Rio de Janeiro will sich die Lausitzerin, die Mitglied des Doberaner SV ist, aber seit einem Jahr in Erfurt wohnt, beim Giro d’Italia der Frauen und bei der Thüringen-Rundfahrt holen. Eine Olympia-Prognose wagt Trixi Worrack nicht – zuzutrauen ist der vierfachen Teamzeitfahr-Weltmeisterin alles. Schon seit längerem ziert sie eine Nackentätowierung: „It goes on“ – es geht immer weiter.

Andreas Zellmer

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