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Doppel verloren: Tennis-Herren drohen Abstiegs-Playoffs

Hannover Doppel verloren: Tennis-Herren drohen Abstiegs-Playoffs

Auf den Punkt im Doppel hatte die deutsche Davis-Cup-Auswahl gehofft. Doch gegen die tschechische Weltklasse-Paarung Berdych/Stepanek hatten Kohlschreiber/Petzschner am Ende keine Chance. Der Einzug in das Viertelfinale dürfte nun kaum noch zu realisieren sein.

Hannover. Den deutschen Tennis-Herren droht wie im Vorjahr ein unbequemes Playoff-Duell gegen den Abstieg. In der Erstrunden-Partie gegen Tschechien blieb der erhoffte Punktgewinn im Doppel aus.

Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner verloren am Samstag in Hannover gegen Tomas Berdych und Radek Stepanek nach 2:43 Stunden 6:7 (7:9), 5:7, 4:6. Damit geriet die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes gegen den Davis-Cup-Champion von 2012 und 2013 mit 1:2 in Rückstand.

Um doch noch das Viertelfinale im Juli zu erreichen, müssten die Gastgeber am Sonntag beide Einzel gewinnen. Kohlschreiber ist jedoch zum Auftakt gegen den Weltranglisten-Siebten Berdych klarer Außenseiter. Der 30-Jährige hatte sich am Freitag zwar erst in fünf Sätzen gegen den deutschen Davis-Cup-Debütanten Alexander Zverev durchgesetzt, dürfte sich die Chance auf die vorzeitige Entscheidung aber kaum entgehen lassen. Im direkten Vergleich führt Berdych gegen Kohlschreiber mit 8:1.

„Er ist Favorit, aber ich werde alles geben“, sagte der Augsburger bei Sat.1 Gold und betonte: „Natürlich ist alles drin. Ich muss gewinnen, sonst ist alles vorbei.“ Bei einer Niederlage hätte das abschließende Einzel zwischen Zverev und dem bislang nominierten Lukas Rosol dann nur noch statistischen Wert.

Der 18 Jahre alte Hamburger hatte gegen Berdych einen begeisternden Einstand im Nationalteam erlebt und sich erst nach 4:20 Stunden mit 6:7 (6:8), 6:1, 6:4, 6:7 (5:7), 4:6 geschlagen geben müssen. „Ich bin bereit, auch wenn ich das entscheidende Match spielen muss“, sagte Zverev am Samstag, bevor er das Doppel von der Bank aus verfolgte.

Trotz des Rückstandes gab sich Bundestrainer Michael Kohlmann aber noch nicht geschlagen. „Er ist heiß und wird sich zerreißen“, sagte er über seine Nummer eins und wagte die Prognose: „Wenn Kohlschreiber gewinnt und es wirklich 2:2 steht, gehe ich davon aus, dass Zverev den dritten Punkt für uns holt.“

Im vergangenen September hatte sich das DTB-Team durch einen Sieg in der Dominikanischen Republik den Verbleib in der Weltgruppe der besten 16 Nationen gesichert. Ein möglicher Gegner in den diesjährigen Abstiegs-Playoffs würde am 19. Juli ausgelost.

In der Dominikanischen Republik hatten Kohlschreiber und Petzschner noch einen klaren Sieg gegen das allenfalls zweitklassige Doppel Victor Estrella Burgos/José Hernandez-Fernandez gefeiert. Gegen die tschechische Weltklasse-Kombination erwiesen sie sich zwar lange als Kontrahenten auf Augenhöhe, für den Coup reichte es aber nicht. Von ihren bis dahin 17 gemeinsamen Doppeln im Davis Cup hatten Berdych und der 37 Jahre alte Stepanek nur zwei verloren.

Im umkämpften ersten Satz ohne ein einziges Break fiel die Entscheidung erst im Tiebreak. Nach einer Stunde und 13 Minuten landete ein Return Kohlschreibers im Netz. Der Augsburger hatte wie erwartet den Vorzug vor Dustin Brown erhalten. Der Mann mit den Dreadlocks hätte zwar gerne selber gespielt, versuchte jedoch von der Bank aus bestmöglich zu unterstützen und anzufeuern.

Im zweiten Durchgang brachte Petzschner beim Stand von 5:5 sein Aufschlagspiel nicht durch. Nach 42 Minuten sicherten sich Berdych/Stepanek auch diesen Satz. Selbst die vom Band eingespielten „Deutschland, Deutschland“-Rufe brachten in der nur mäßig gefüllten Arena auf dem Messegelände nicht mehr die Wende. Den Tschechen gelang im dritten Satz das frühe Break zum 3:1 - die Vorentscheidung.

dpa

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