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„Du denkst, du sitzt im Ofen und einer dreht voll auf“

„Du denkst, du sitzt im Ofen und einer dreht voll auf“

Achter-Schlagmann Ocik spricht über WM-Träume, Hitze und Alligatoren

Sie sind in diesem Jahr mit dem Deutschland-Achter elf Mal an den Start gegangen und haben elf Mal gewonnen. Ist Ihnen am Sonntag beim Finale der Weltmeisterschaft in Sarasota (US-Bundesstaat Florida) der Titel zu nehmen?

Hannes Ocik (lacht): Was von außen so dominant erscheint, ist viel schwerer. Natürlich wollen wir diese Saison mit dem Weltmeistertitel krönen. Aber ich würde nicht so vermessen sein und die Konkurrenz unterschätzen. Ich halte es für möglich, dass andere Teams, wie beispielsweise die Italiener, die im Vorlauf stark waren, im Finale über sich hinauswachsen und uns gefährlich werden können.

Woher kommt die Dominanz? Ist der Deutschland-Achter so stark oder die Konkurrenz im nacholympischen Jahr so schwach?

Wir haben eine sehr gute Mannschaft, die aus erfahrenen und neuen Achter-Ruderern besteht. Zwei Mann saßen schon 2014 im Boot. Für sie ist das Achterfahren nichts Neues. Die drei Neulinge haben sich sehr schnell eingewöhnt und den Schlag umgesetzt. Mit unseren Leistungen waren wir von Beginn an vorn. Das hat die Konkurrenz beeindruckt und vielleicht auch ein bisschen verunsichert, denn viele Länder haben im Laufe der Rennen ihre Bootsbesatzungen umformiert und viel probiert. Viele sind nach den Spielen noch in der Findungsphase.

Nach dem Vorlauf haben Sie und Ihre Mitstreiter über das Klima geklagt. Was tun sie gegen die Hitze?

Das ist schon extrem belastend. Wir versuchen, uns so viel wie möglich im Schatten aufzuhalten. Am Dienstag während unseres Vorlaufes hatten wir 34 Grad, gefühlt waren es mindestens 37. Kein Lüftchen regte sich. Du denkst, Du sitzt im Backofen und einer dreht voll auf. Im Rennen müssen das alle aushalten und trotzdem Vollgas geben. Der Körper glüht schon, bevor es überhaupt losgeht. Am Ziel wartet zum Glück unser Mannschaftsarzt. Es gibt Getränke, Kühlwesten und eine Eistonne, auf die sich alle freuen.

Und gegen die Alligatoren? Ein mulmiges Gefühl beim Rudern?

Über die machen wir uns keine großen Sorgen. Es sind zwar am Rande der Strecke immer mal wieder Krokodile gesehen worden, aber richtig dicht ist keines bei uns gewesen. Kommende Woche steigen hier Schwimmer bei einem internationalen Triathlonrennen ins Wasser. Die werden dabei sicherlich noch ein ganz anderes Gefühl haben.

Wie ist die Stimmung im Team?

Wir haben viele Erfolgsmomente erlebt und sind insgesamt zuversichtlich. Den Vorlauf haben wir kritisch ausgewertet. Wir haben noch Reserven und sind weit davon entfernt, uns für das bisher Erreichte abzufeiern. Das würde uns das Genick brechen, zumal auch die Amerikaner im Finale noch mal alles geben werden.

Sind Familie und Freunde mit nach Florida gereist?

Meine Freundin und ein guter Freund reisen am kommenden Sonntag zum Finale an. Meine Eltern sind diesmal nicht dabei, weil mein kleiner Bruder in Schwerin in die Schule muss. Aber in den kommenden Jahren gibt es hoffentlich noch viele gute Gelegenheiten, bei hochklassigen Finals dabei zu sein.

Wie geht es nach dem Finale weiter?

Meine Freundin und ich werden noch eine Woche auf Sanibel Island an der Westküste Floridas Urlaub machen. Im Anschluss stechen wir dann mit der Aida von New York aus zu einer kleinen Kreuzfahrt in See. Ich freue mich riesig auf den Urlaub. Vorher will ich aber noch Weltmeister werden.

Interview: Christian Lüsch

OZ

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