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Duell der Nordklubs: So viel Hansa steckte im HSV – und umgekehrt

Rostock Duell der Nordklubs: So viel Hansa steckte im HSV – und umgekehrt

24 Mal standen sich die norddeutschen „Nachbarn“ im Fußball- Oberhaus gegenüber / Heute tritt der Bundesliga-Dino zum Test in Rostock an / Es ist das erste Aufeinandertreffen seit 2008

Rostock. Wirklich auf Augenhöhe waren der kleine FC Hansa und der große Hamburger SV eigentlich nie, aber die beiden Nordklubs blicken auf zwölf gemeinsame Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga zurück. Auf 24 Duelle, von denen eins besonders in Erinnerung geblieben ist: Nach einer 0:6-Heimpleite gegen die Hamburger trat Klubikone Juri Schlünz im November 2004 als Hansa-Cheftrainer zurück. HSV-Coach damals: Thomas Doll, einer von mehreren Spielern, die in ihrer Karriere die Trikots beider Vereine getragen haben. Heute (18.00 Uhr) kommt der Bundesliga-Dino zum Gastspiel ins Ostseestadion. So viel Hansa steckte im HSV – und umgekehrt:

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24 Mal standen sich die norddeutschen „Nachbarn“ im Fußball- Oberhaus gegenüber / Heute tritt der Bundesliga-Dino zum Test in Rostock an / Es ist das erste Aufeinandertreffen seit 2008

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Das Schlünz-Aus:

Der 14. November 2004 ging in die Hansa-Geschichte ein. Das 0:6-Debakel im eigenen Stadion gegen die Hamburger ist die höchste Bundesliga-Pleite der Rostocker. Es war die siebte Heimniederlage in Folge und das Aus für Trainer Juri Schlünz (damals 43), der nach dem Abpfiff niedergeschlagen von einem „Offenbarungseid“ sprach und zurücktrat. HSV-Coach Thomas Doll – er spielte von 1984 bis 1986 gemeinsam mit Schlünz in der DDR-Oberliga bei Hansa – fühlte mit seinem Kollegen: „Meine Freude über unseren Sieg ist gedämpft. Mir tut das weh, was hier passiert.“ Aber es wurde noch schlimmer: Die Rostocker verloren mit neuem Trainer (Jörg Berger) auch das Rückspiel in Hamburg (0:3) und stiegen nach insgesamt zwölf Jahren im Oberhaus in die 2. Liga ab.

Hansas „HSV-Elf“:

Nicht nur wegen der geografischen Nähe – die beiden Hansestädte liegen nur 180 Kilometer voneinander entfernt – gab es einen regen Spieleraustausch. Hansa könnte locker eine eigene „HSV-Elf“ aufstellen. Vorreiter war Thomas Doll. Der gebürtige Malchiner, der seine Profikarriere in Rostock begonnen hatte, wechselte 1990 über den Umweg BFC Dynamo zum HSV. Zahlreiche Spieler folgten seinem Beispiel bzw. nahmen den umgekehrten Weg und wechselten von der Elbe an die Ostsee: Florian Weichert, Stefan Böger, Sergej Barbarez, Martin Pieckenhagen, Christian Rahn, Stefan Beinlich, Martin Groth, Jochen Kientz, Ronny Maul, Mathias Schober, Mario Fillinger, Ronny Marcos und Stefan Wächter trugen sowohl das Trikot mit der Kogge als auch das mit der Raute. Ex-Keeper Wächter (2007-09 bei Hansa) ist heute HSV-Torwarttrainer.

Trainer-Wechsel:

Dass in Rostock nicht nur gute Spieler, sondern auch fähige Trainer zu finden waren, stellten die HSV-Bosse Werner Hackmann und Holger Hieronymus fest und lotsten 1997 Frank Pagelsdorf an die Elbe.

Der Trainer, der mit Hansa 1995 den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hatte, wurde zum dienstältesten HSV-Coach nach Ernst Happel. „Pagel“ führte die Hamburger in der Saison 1999/2000 sogar in die Champions League – doch im Herbst 2001 war nach 1540 Tagen Schluss für Pagelsdorf. Der Abschied wurde ihm mit einer vertraglich festgeschriebenen Abfindung von 4,1 Millionen D-Mark versüßt.

Knapp neun Jahre später heuerte Armin Veh beim HSV an. Der Augsburger hatte seine Bundesliga-Karriere als Trainer am 3. Januar 2002 bei Hansa begonnen (Rücktritt am 6. Oktober 2003).

Ebenfalls für beide Klubs tätig war Marco Kostmann, der mit Hansa 2010 als Trainer in die 3. Liga abstieg und heute als Torwartkoordinator im HSV-Nachwuchs arbeitet. HSV-Legende Horst Hrubesch gab 1993 in der 2. Liga ein kurzes Gastspiel als Hansa-Trainer.

Die Bilanz:

Der sechsmalige Deutsche Meister und zweifache Europapokal-Gewinner HSV war meistens eine Nummer zu groß für den Underdog aus dem Nordosten. Von 24 Bundesliga-Duellen gewann der Koggenklub nur sechs (zuletzt am 6. März 2004 mit 3:0 /Tore: Melkam, Arvidsson, Di Salvo), 13 gingen verloren, fünf endeten unentschieden.

Hansa erhofft 10 000 Fans

5000 Tickets hatte Hansa bis gestern im Vorverkauf für das Duell der beiden Nordklubs abgesetzt. Die Verantwortlichen hoffen heute auf viele Kurzentschlossene und bis zu 10000 Zuschauer im Ostseestadion.

Live übertragen wird das Vorbereitungsspiel heute ab 17.55 Uhr im TV-Sender Sport1.

Hansas DFB-Pokalspiel gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf wird am Sonnabend, 20. August, um 18.30 Uhr im Ostseestadion angepfiffen.

Sönke Fröbe

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