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EM-Coup von Bobpilotin Jamanka dank Startrakete Drazek

Weltcup-Platz zwei EM-Coup von Bobpilotin Jamanka dank Startrakete Drazek

Mit diesem Sieg hat niemand gerechnet. Völlig unerwartet düpierte das neu zusammengesetzte Bob-Duo Jamanka/Drazek fast die komplette Weltelite.

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Mariama Jamanka (r) und Annika Drazek starten zum Lauf in den Eiskanal in Winterberg.

Quelle: Caroline Seidel

Winterberg. Dank Anschieberin Annika Drazek ist Bob-Pilotin Mariama Jamanka überraschend zu ihrem ersten EM-Titel gerast. Beim Saisondebüt des neuen Duos gab die 21-jährige Drazek ihrer neuen Partnerin in Winterberg den entscheidenden Schub zum Coup.

„Es ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn man plötzlich so einen Schub am Start hat. Annika ist die beste deutsche Anschieberin, wenn nicht so gar die beste der Welt“, sagte Mariama Jamanka.

Drazek hatte schon im vergangenen Jahr den EM- und auch den WM-Titel gewonnen, damals noch mit Anja Schneiderheinze als Pilotin. Schneiderheinze trat vor dieser Saison wegen ihrer Schwangerschaft zurück. Drazek war nach dem ersten Rennen in diesem Winter überwältigt: „Ich bin froh, dass ich den Titel verteidigen konnte.“

Nach zwei Läufen musste das Paar Jamanka/Drazek in der parallelen Weltcup-Wertung mit sieben Hundertstelsekunden Rückstand nur der Amerikanerin Elana Meyers Taylor den Vortritt lassen. US-Pilotin Jamie Greubel Poser wurde Weltcup-Dritte. Im EM-Ranking kam die im Weltcup Vierte Russin Nadeschda Sergejewa auf Platz zwei vor der Österreicherin Christina Hengster. Christin Senkel aus Erfurt landete mit Ann-Christin Strack auf Weltcup-Platz acht und in der EM-Wertung auf Rang fünf.

Erneut absagen musste die WM-Vierte Stephanie Schneider. Die Oberbärenburgerin stürzte am Vortag im Training und fuhr direkt nach München zu Mannschaftsarzt Christian Schneider. Schpn nach ihrem schweren Trainingssturz zu Saisonbeginn in Whistler musste sie sich einer Schulter-Operation unterziehen und wollte ursprünglich in Winterberg ihr Comeback geben.

Dafür war erstmals Weltmeisterin Annika Drazek am Start. Sie sorgte für die drittbeste Startzeit für die 26-jährige Jamanka, die vor gut dreieinhalb Jahren noch Hammerwerferin war. Die Tochter eines Gambiers gilt als gute Pilotin, hat aber im Vergleich zur Weltklasse noch einige Defizite am Start. Diese waren dank Drazek nun wie weg.

„Sie ist so stark wie noch nie“, meinte Cheftrainer René Spies. Dennoch ist unklar, auf welchen Schlitten Drazek bei der Heim-Weltmeisterschaft Mitte Februar in Königssee sitzt. „Das kann ich momentan noch nicht sagen, wie es mit mir weitergeht“, sagte die frühere Leichtathletik-Sprinterin, die bereits erste Fahrten an den Lenkseilen absolvierte.

„Ich war begeistert, es ist ganz anders als man nur hinten sitzt und nix sieht“, sagte Drazek. Spies ist überzeugt von einer weiteren Karriere als Pilotin. „Sie bringt alles mit. Sie wird es schaffen. Und wenn sie dann selbst hinten noch eine richtige Startrakete drauf bekommt, dann wird es auch was“, sagte der Cheftrainer mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

Sollte die medizinische Diagnose von Stephanie Schneider harmlos ausfallen, wird Drazek schon in den nächsten Weltcups auch mit der WM-Vierten aus Sachsen zusammenfahren. Ist das nicht möglich, wird das neue Erfolgsduo Jamanka/Drazek auch für die WM zusammenbleiben.

dpa

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