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„Eisenmann“ Raelert auf Hawaii: WM-Start mit Risiko

Rostock „Eisenmann“ Raelert auf Hawaii: WM-Start mit Risiko

Der Rostocker Andreas Raelert geht am Wochenende angeschlagen in den legendären Langstrecken-Triathlon

Rostock. Auch im reifen Sportler- Alter von 40 Jahren brennt Andreas Raelert vor dem Ironman auf Hawaii wie am ersten Tag. Sieben Mal ist der Rostocker bei dem legendären Langstrecken-Triathlon schon gestartet. Fünf Mal stand er auf dem Treppchen, so oft wie kein anderer Deutscher. Doch gewonnen hat er die WM noch nie. Am 8. Oktober nimmt er seinen achten Anlauf. Doch dieses Jahr ist vieles anders. Die Familie und eine Verletzung haben Tribut gefordert.

Nach der Geburt von Söhnchen Theo hatte Raelert ohnehin sein Trainings- und Wettkampfpensum für 2016 deutlich reduziert. „Sonst war ich 300 Tage im Jahr unterwegs, diesmal wollte ich mehr Zeit mit der Familie verbringen. Die Prioritäten haben sich ganz klar verschoben.“ Statt zehn Triathlons pro Jahr absolvierte der dreimalige Hawaii-Vize bisher nur vier. Auch eine Folge seines Ermüdungsbruchs im linken Oberschenkel, der Ende April bei ihm festgestellt wurde.

„Leider bin ich mit meinem Engagement im Training etwas übers Ziel hinausgeschossen. Ich habe zu spät auf die Warnsignale des Körpers reagiert – und schon war’s passiert“, sagt der Triathlon-Profi.

„In der ersten Diagnose hieß es: Saison komplett vorbei. Insofern ist es für mich schon ein Segen, dass ich überhaupt in Hawaii an den Start gehen kann. Auch wenn ein Risiko dabei ist, weil die Verletzung nicht völlig auskuriert ist.“

Dazu hätte das Bein komplett ruhiggestellt werden müssen, was jedoch erst nach der WM passieren wird. „Ich habe versucht, in Absprache mit den Ärzten einen Mittelweg zu finden“, erzählt Raelert.

Durch den Haarriss im Knochen habe er nicht die Trainingsumfänge abspulen können, die nötig gewesen wären. „Ich gehe also physisch etwas gehandicapt an den Start“, sagt Raelert: „Das ist so ein kleines Damoklesschwert, was über einem schwebt.“ Der Gedanke, Hawaii abzusagen, stand im Raum. Doch nach dem Aus seines Bruders Michael (36), der an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt war und am 23. Oktober in Miami sein Comeback gibt, entschloss sich Andreas doch zum Start. Aus mehreren Gründen. „Ich weiß, dass meine Startmöglichkeiten auf Hawaii limitiert sind. Da zählt jedes Jahr“, sagt er: „Und ich weiß, worauf es beim Ironman ankommt. Der entscheidende Faktor ist die Psyche.“

Der zweimalige Olympiastarter (2000, 2004) verhehlt aber auch nicht, dass er auf der Pazifikinsel die Familien-Ehre retten will. „Ich denke auch an unser kleines Unternehmen Raelert Brothers. Wenn du ein Jahr nichts auf der Haben-Seite hast, wird es schwer. Wirtschaftliche Zwänge standen da schon ein Stück weit im Hintergrund, waren aber nicht ausschlaggebend, sondern das eigene Ego“, erzählt Andreas Raelert.

Der frühere Ironman-Europameister fühlt sich noch nicht wie 40, und deshalb soll vorerst auch noch nicht Schluss sein. Zwei, drei Jahre will er die Ironman-Tortur noch auf sich nehmen. Auch auf Hawaii und am liebsten wieder mit seinem Bruder. Der Traum von zwei Podestplätzen für die Raelerts, er lebt. In diesem Jahr wäre für ihn ein Platz auf dem Podium „sehr optimistisch“. Realistisch sei ein Rang in den Top Ten. „Aber selbst wenn man heil durchkommt“, sagt Raelert, „hilft einem das. Allein schon wegen der gesammelten Punkte für die Qualifikation für 2017.“ Dann ist er 41.

TV: Sonntag, 1.15 Uhr, ARD

Kai Rehberg

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