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Empor feiert Jubiläum mit vielen Stars von einst

Rostock Empor feiert Jubiläum mit vielen Stars von einst

Rostocker Handball-Club wird 60 Jahre alt / Sternstunde: Klub-Europameister 1982

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Glücklich und geschafft lagen sich Siegfried Sanftleben (Mitte, l.) und Frank-Michael Wahl 1982 nach dem Sieg gegen Budapest in den Armen.

Rostock. Empor wird 60 — und etliche Stars von einst feiern mit. 250 ehemalige Spieler, Trainer und Sponsoren hat der Handball-Club für Sonntag — zwei Tage nach dem Geburtstag — zum Festakt in die Stadthalle eingeladen. Um 14.30 Uhr präsentieren sich die Europapokalsieger von 1982 um Frank-Michael Wahl, Helmut Wilk und Jürgen Rohde, die Meistermacher Heinz Strauch und Klaus Langhoff oder Klaus-Jürgen Prüsse, Weltmeister von 1963, den Fans und werden anschließend das Zweitliga-Kellerduell der Rostocker Sieben gegen Eintracht Hagen (15.00 Uhr) verfolgen.

Wir waren eine tolle Truppe mit Ergebnissen, die uns niemand mehr nimmt.“

Empors legendärer

Torjäger

Frank-Michael Wahl

Empor gehörte einst zu den besten Klubmannschaften der Welt. 1982 gab's gleich zwei Sternstunden für die Männer von der Küste. Am 8. Mai holten sie durch einen 22:18-Heimsieg gegen Dukla Prag (Hinspiel 14:17) den Europacup der Pokalsieger an die Warnow. Zwei Wochen später setzten sie noch einen drauf: Nach einer dramatischen Partie wurde Honved Budapest — die Ungarn hatten den Landesmeister-Wettbewerb gewonnen — in der Verlängerung mit 31:27 bezwungen. Empor war Europameister für Vereinsmannschaften. Die Handball-Recken ließen ihren Meistermacher hochleben: Heinz Strauch.

Unter seiner Regie reifte Frank- Michael Wahl zum Weltklasse-Torjäger und Rekord-Nationalspieler (344 Einsätze, 1412 Tore). Strauch, der nach der Wende als Frauen- Bundestrainer tätig war, verstand es, aus guten Individualisten eine verschworene Einheit zu formen. „Wir waren damals eine tolle Truppe mit Ergebnissen, die uns niemand mehr nimmt", sagt der im niedersächsischen Hessisch Oldendorf lebende Wahl, der 1980 ebenso wie Georg Jaunich Olympiasieger geworden war.

Einer der stillen Stars war Jürgen Rohde. „Er hat das Herz an der richtigen Stelle und war ein Kämpfer vor dem Herrn“, lobt „Potti“ Wahl die offene, ehrliche Art des Torhüters, der heute als Co-Trainer bei Empor am Ball ist.

Die Rostocker Handball-Tradition begann im Herbst 1945, nur wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Paul-Friedrich Reder, Günter Mundt, Willi Arft und Otto Rachow gründeten in der Gaststätte „Rolandseck“ in der Ulmenstraße den Verein Rostock-West.

Mundt war 1950 der erste Rostocker, der das Nationaltrikot trug. Die Euphorie in Rostock war groß. Bis zu 15000 Zuschauer strömten in den 50er Jahren in die Hans- Sachs-Allee, um die Motor-Mannschaft anzufeuern. Die Reder, Mundt und Co. gewannen drei DDR-Meistertitel in Folge, ehe die Erfolgsgeschichte ab 1956 unter dem Namen SC Empor fortgesetzt wurde.

Klaus-Jürgen Prüsse erlebte 1963 beim WM-Finale auf dem Großfeld in Basel (Schweiz) seine große Stunde. Die DDR gewann Gold, Prüsse wurde zum besten Torhüter der Titelkämpfe geehrt. „Natürlich ist es das Größte, Weltmeister zu werden“, sagt „Jimmy“ Prüsse, der zudem zwei Mal WM-Silber und zwei Meistertitel mit Empor errang.

Prüsse ist einer von 32 Nationalspielern, die Empor hervorbrachte. Unter den Namen Rostock-West, Neptun, Anker, Motor, SC und HC Empor erkämpften die Mecklenburger insgesamt elf DDR-Meistertitel (zehn davon in der Halle) und sieben Pokalsiege. Ein paar schillernde Pokale und Wimpel erinnern noch an die glorreichen Zeiten. Die bedeutendsten Trophäen, darunter der Europapokal, fehlen. Sie verschwanden in den Wirren der Wendezeit aus den Vitrinen der Stadthalle.

Mit dem Mauerfall endete auch die Rostocker Erfolgsgeschichte. 14 Spieler verließen Empor damals in Richtung Westen, darunter die komplette Stammsieben. Zwar konnte Trainer Helmut Wilk mit jungen Spielern wie Christian Feldbinder, Michael Wegner, Heiko Ganschow und Lars Rabenhorst sowie den ersten Ausländern (Juri Sacharow und Igor Iwanow) bis 1993 in der Bundesliga mitmischen, doch dann folgte der Absturz. Seither spielt der HCE — mit einer Unterbrechung (Regionalliga 2003 bis 2005) — in der 2. Bundesliga. Das soll auch so bleiben.

„Wir trainieren täglich in der Fiete-Reder-Halle. Das erinnert immer wieder an die Tradition des Handballs in Rostock und ist auch für uns eine Verpflichtung“, sagt Empor-Routinier Jens Dethloff (34), der am Sonntag gleich zweimal feiern möchte — das Vereinsjubiläum und einen Sieg über Hagen.

Von Stefan Ehlers und Burkhard Ehlers

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