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Ex-Hanseaten: WM ist wichtig für den schwedischen Fußball

Rostock Ex-Hanseaten: WM ist wichtig für den schwedischen Fußball

Arvidsson hatte Nationalcoach einst als Trainer / Wibran plant Trip mit Sohn nach Russland – beide früheren Rostocker sind gegen Ibrahimovic-Comeback

Rostock. Der Jubel war beschaulich im Haus von Peter Wibran in Växjö – aber die Freude ist natürlich riesengroß. Überhaupt hat das WM-Ticket der Schweden für die Fußball-WM in Russland in der Heimatstadt des ehemaligen Hansa- Profis eher verhaltene Reaktionen ausgelöst. „Aber in Stockholm, Göteborg oder Malmö, da war richtig was los“, erzählt der 48-Jährige.

Das dramatische Entscheidungsspiel in Italien (0:0) am Montagabend hatte fast das ganze Land vor den Fernseher gelockt. „Sogar meine Töchter (Amanda und Matilda, werden im Dezember 21/ d. Red.), die den Fußball nicht lieben, waren dabei“, berichtet Wibran, der 1998 als erster Schwede die blau-gelbe Dynastie beim damaligen Rostocker Bundesligisten begründet hatte. Dass sich sein Heimatland nach zwölf Jahren wieder für eine WM qualifiziert hat, macht ihn stolz. „Wir wissen, wie wichtig das ist für den schwedischen Fußball.“

Unter dem neuen Nationaltrainer Janne Andersson (55), der sein Amt nach dem kläglichen Vorrunden-Aus bei der EM 2016 in Frankreich angetreten hatte, hätten sich Dinge grundlegend geändert.

„Wir spielen seitdem wieder mit zwei Viererketten und zwei Stürmern. Das kennen alle schwedischen Fußballer“, sagt Wibran. „Und die Mannschaft arbeitet zusammen. Das war in den Jahren davor nicht so“, verweist er auf die Rolle des aus dem Nationalteam zurückgetretenen Superstars Zlatan Ibrahimovic. „Er ist ein Weltklassespieler“, meint Wibran, „aber so, wie die Mannschaft jetzt gespielt hat, war sie erfolgreicher – ohne ihn“.

Profis wie Bundesliga-Stürmer Emil Forsberg von RB Leipzig, Kapitän Andreas Granqvist, der auch beim russischen Erstligisten FK Krasnodar die Binde trägt, oder Mikael Lustig (Celtic Glasgow) würden nicht nur in ihren Vereinen eine wichtige Rolle spielen. „Sie haben viel Selbstvertrauen und bringen das auch zur Nationalmannschaft mit. Das hat das Niveau angehoben.“

Hansas Stürmer-Legende Magnus Arvidsson kennt Auswahlcoach Janne Andersson sogar ganz genau: Als der Angreifer 2006 Rostock verließ, kickte er noch zweieinhalb Jahre bei Halmstads BK – unter Andersson. „Ein sehr guter Trainer“, lobt Arvidsson: „Er hat damals schon immer das Team gut zusammengehalten. Jeder Spieler hat bei ihm eine klare Aufgabe und weiß, was er machen soll. So hat er auch die neue Nationalmannschaft aufgebaut.“ Deswegen sei er gegen ein Ibrahimovic-Comeback. „Das wäre nicht gut. Das WM-Ticket hat diese Mannschaft geholt“, sagt der 44- Jährige, der als Coach auch selbst gerade erfolgreich war: Mit Vejby IF stieg er gleich in seinem ersten Jahr als Chefcoach von der 4. in die 3. Liga auf; im April beginnt die neue Saison.

Dann wird in Schweden auch das WM-Fieber weiter gestiegen sein. Wie weit die Tre Kronors beim Championat in Russland kommen, darüber sind sich beide Ex-Hanseaten noch nicht so ganz sicher. „Wir haben in unserer Qualifikationsgruppe Holland hinter uns gelassen und jetzt Italien, wenn auch mit etwas Glück“, meint Arvidsson. Er verweist darauf, dass die Schweden immerhin Gruppensieger Frankreich mit 2:1 die einzige Quali-Niederlage beigebracht haben: „Die Schweden sind immer gut, wenn sie gegen bessere Mannschaften spielen.“

Daraus schöpft auch Peter Wibran seine Hoffnung, der beim Zweitligisten Östers IF als „Mädchen für alles“ aktiv ist: „Die WM wird schwer. In jedem Spiel kommt ein Top-Team, da muss man eine gute Form haben.“ Vielleicht ist der Ex-Nationalspieler (10 Einsätze) sogar live dabei, wenn seine Nachfolger in Russland auflaufen. „Mein Sohn Simon ist 15 und will gern die WM sehen“, so Wibran: „Mal sehen, ob es passt.“

Kai Rehberg

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