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Ferner Osten im Abendland

Mannheim/Mainz Ferner Osten im Abendland

Chinas U-20-Nationalmannschaft beginnt ihre umstrittene Bildungsreise durch die Regionalliga Südwest

Mannheim/Mainz. Sie haben erst einmal etwas Abstand gesucht, die Talente aus dem fernen Osten. Vermutlich war das eine kluge Idee, denn noch ist nicht klar, was das chinesische U-20-Nationalteam bei seiner Bildungsreise erwartet. Und deshalb ist ein schickes Hotel in Thüringen, nahe der Grenze zu Niedersachsen, ein guter Ort. Die dadurch länger werdenden Fahrten zu den Spielorten sind vertretbar, wenn so die Wahrscheinlichkeit auf Ruhe größer wird. Am Sonnabend beginnt mit einigen Monaten Verspätung ein Projekt, das im Sommer leidenschaftlich und kontrovers diskutiert wurde: Die chinesischen Talente nehmen außer Konkurrenz an der Rückrunde der Regionalliga Südwest teil.

Für die einen ist das eine Entwicklungshilfe unter Freunden, für die anderen der nächste Ausschlag in der Kommerzialisierung des Volksguts Fußball. Teile der Fans fühlen sich verkauft.

Der TSV Schott Mainz ist im Sommer erstmalig in die Regionalliga aufgestiegen und hat gerade alle Hände voll damit zu tun, sportlich irgendwie mitzuhalten. Die Rheinhessen sind Tabellenvorletzter und vielleicht kommt ihnen die Begegnung mit dem Gast aus Fernost gerade recht. Für die Partie am Samstag erhalten die Mainzer nicht nur 15000 Euro, sondern zudem die Gelegenheit, mal wieder zu gewinnen. Punkte wird es für einen Erfolg gegen die Chinesen nicht geben, aber vielleicht etwas Mut für die weiteren Liga-Duelle. „Wir sind ein kleiner Verein und deshalb froh über die Möglichkeit, diese Partie zu spielen. Und froh über jede Einnahme“, sagt Schott- Geschäftsführer Till Pleuger.

Das ist nicht bei allen Vereinen so und deshalb bleibt abzuwarten, ob oder vielmehr zu welcher Art von Protesten es kommt, wenn die Chinesen in Offenbach, Saarbrücken oder Kassel antreten. Die Anhänger dieser Klubs hatten sich mit einigen anderen im Sommer zusammengetan und einen offenen Brief an DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann verfasst, der gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest ist. Waldhof Mannheim, TuS Koblenz und die Stuttgarter Kickers haben sich entschlossen, gar nicht erst gegen Chinas U 20 anzutreten. Die Proteste ihrer Fans waren zu weitreichend.

Haupt-Kritikpunkt ist die Zusammenarbeit des Verbandes mit einem totalitären Staat, um Geld zu verdienen – monetäre Interessen stünden über Gewissens-Überlegungen. Diesen Vorwurf stritt Zimmermann ab, entkräften konnte er ihn allerdings nicht. Die Kooperation der Bundesliga und des deutschen Verbandes mit den Chinesen auf unterschiedlichen Ebenen ist längst geschlossen – und die Eingliederung der chinesischen U 20 muss deshalb als Deal unter Geschäftspartnern gelten.

Ursprünglich wollten die Chinesen schon im August ihr Projekt starten, ehe die kontroverse Diskussion zu einem Aufschub führte. Die Idee des chinesischen Verbandes ist es, die eigenen Talente besser zu machen. Mangels einer Ligenstruktur nach europäischem Vorbild fehlt den jungen Spielern der Wettbewerb und dem sollen sie sich in den Regionalliga-Duellen stellen. Die Ambitionen der Chinesen sind groß, Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat den Gewinn der WM spätestens im Jahr 2050 zum Ziel ausgerufen.

Michael Wilkening

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