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Fifa-Chef will WM noch weiter aufblähen

Frankfurt/Main Fifa-Chef will WM noch weiter aufblähen

Statt wie bisher 32 Mannschaften wünscht sich Gianni Infantino ab 2026 eine Endrunde mit 48 Nationen

Frankfurt/Main. . Entgegen großem Widerstand aus Deutschland will Fifa-Präsident Gianni Infantino seine „Mammut- WM“ weiter aufblähen. Statt wie bisher 32 oder wie befürchtet 40 Teams könnten ab der Endrunde 2026 sogar 48 Nationen an den Start gehen. Für Infantino wären die dann 80 (!) Spiele „eine Party“ – vor allem aber wohl ein taktischer Schachzug, um die erzürnten Kritiker zu besänftigen.

Denn am Grundgedanken einer WM mit 32 Mannschaften würde der Vorschlag des Schweizers nichts ändern. 16 Teams wären demnach direkt qualifiziert, „drei Tage vor Beginn der Gruppenphase würden in Play-offs die weiteren 16 Starter ermittelt“, sagte der Fifa-Boss in Bogota (Kolumbien). Wer also zu den besten 16 gehört, dem bleibt ein zusätzliches Spiel erspart. Was bleibt, ist die Kritik am deutlich schwächeren sportlichen Niveau der Partien – das Leistungsgefälle im internationalen Fußball ist nach wie vor riesig. „Das bedeutet, dass wir dann mit der ‚normalen‘ WM weitermachen, aber 48 Teams zur Party kommen dürfen“, sagte Infantino, der die Aufstockung auf 40 WM-Starter zum zentralen Thema seines Wahlkampfes gemacht hatte und deshalb bei den kleinen Nationen im Wort steht: „Es ist mehr als ein Wettbewerb, es ist ein soziales Event.“ Diese und wahrscheinlich weitere „Visionen“ über die Zukunft der WM werden während der Sitzung des Fifa-Councils in der kommenden Woche auf den Tisch kommen. Eine Entscheidung soll 2017 fallen. Dass mehr Nationen sich wie auch immer qualifizieren können, scheint aber kaum noch zu verhindern.

DFL-Präsident Reinhard Rauball und Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), hatten sich – wie zahlreiche andere Top-Funktionäre – gegen noch mehr WM-Teilnehmer ausgesprochen. Den großen Nationen, die gerne „unter sich“ bleiben würden, fehlt im Fifa-Council aber die Mehrheit. Infantinos Idee scheint deshalb umso mehr ein Kompromiss zu sein. 48 sind zwar mehr als die ursprünglich angedachten 40 Teilnehmer – die Belastung würde aber nicht für alle steigen. Die „kleinen“ der 211 Fifa-Nationen werden sich kaum über ein Spiel mehr beschweren.

Natürlich geht es auch ums Geld. „Wir würden dann weitere Spiele mit absolutem, wunderbarem Finalcharakter erhalten“, sagte Infantino. Diese 16 „Alles- oder-nichts“-Partien, die schon aus logistischen Gründen bereits im WM-Gastgeberland stattfinden müssten, würden der Fifa weitere TV-Märkte öffnen und zusätzliche Einnahmen garantieren.

OZ

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