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Goldener Tag für deutsches Team

Amsterdam Goldener Tag für deutsches Team

Schwanitz und Roleder nicht zu stoppen / Sprinterin Lückenkemper gewinnt Bronze / Strutz im Finale

Amsterdam. . Jetzt geht es richtig los! Die deutschen Leichtathleten haben am zweiten Tag der EM in Amsterdam groß aufgetrumpft und dreimal Edelmetall bejubelt. Frohnatur Christina Schwanitz erteilte der Konkurrenz im Kugelstoßring erneut eine Lehrstunde und holte ihren zweiten EM-Titel nach 2014. Hürdensprinterin Cindy Roleder aus Leipzig flitzte in 12,62 Sekunden allen davon und auf Platz eins. Sprint-Talent Gina Lückenkemper rannte über 200 Meter couragiert zu Bronze.

Gleich im ersten Versuch sorgte Schwanitz mit 20,17 Metern für klare Verhältnisse. „Ich bin noch etwas geschockt von der Weite. Danach war die Luft ein wenig raus“, berichtete sie. Die Ungarin Anita Márton lag als Zweite bereits 1,45 Meter zurück. Bronze sicherte sich die Türkin Emel Dereli mit 18,22 Metern. Wie vor zwei Jahren in Zürich und 2015 als Weltmeisterin in Peking war Schwanitz auch im Olympiastadion der niederländischen Hauptstadt wieder eine sichere Goldbank. „Das ist unglaublich. Jetzt ist auch eine Olympia-Medaille realistisch und machbar“, sagte die glückliche Siegerin.

Auch die WM-Zweite und EM-Dritte von 2014, Cindy Roleder, war nach ihrem Gold-Lauf total happy. „Mein Start war nicht perfekt, aber ich hatte ein großartiges Finish“, sagte die fixe Polizeimeisterin nach ihrem größten Karriere-Erfolg. „Ich habe davon geträumt, dass die deutsche Nationalhymne einmal für mich alleine gespielt wird.“

Schnell zu einer großen Nummer ist das deutsche Team-Küken Gina Lückenkemper geworden. Die 19-jährige Dortmunderin hat bei ihrer EM-Premiere auf Anhieb über 200 Meter in 22,74 Sekunden Bronze gewonnen. „Was bei mir in den vergangenen Monaten abgegangen ist, ist mega krass. Ich habe von einer Medaille geträumt. Dass es geklappt hat, ist super geil“, sagte Lückenkemper. Es ist die erste Medaille über diese Distanz für Deutschland seit 1998, als Melanie Paschke Dritte wurde.

Ohne größere Probleme absolvierte Martina Strutz ihre Qualifikation. Die deutsche Meisterin aus Schwerin sprang nach einem Fehlversuch über 4,20 Meter ohne Probleme über die geforderte Höhe von 4,45.

„Der Fokus liegt natürlich auf Rio. Im Finale will ich höher springen als heute und schönere Sprünge zeigen“, sagte die 34-jährige Strutz, die in Amsterdam erstmals seit vielen Jahren von ihrem Heimtrainer Thomas Schuldt bei einem großen Wettkampf begleitet wird.

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband gab es am zweiten EM-Tag aber Enttäuschungen. Der große Speerwurf-Favorit Thomas Röhler verpasste die ersehnte Medaille überraschend deutlich. Der 24-Jährige vom LC Jena musste sich mit 80,78 Metern und Platz fünf begnügen. Röhler war als Nummer 1 der Welt angereist, blieb aber um mehr als zehn Meter hinter seiner persönlichen Bestleistung zurück.

Eine andere Hoffnung erfüllte sich ebenfalls nicht. Deutschlands Top-Sprinter Julian Reus verpasste das 100-Meter-Finale um einen Wimpernschlag. Der Wattenscheider kam in seinem Semifinale in 10,22 Sekunden als Dritter zeitgleich mit dem Spanier Bruno Hortelano ins Ziel. Doch das Zielfoto entschied gegen den deutschen Rekordhalter. „Das ist natürlich Kacke – mit einer Tausendstel-Entscheidung raus, das ist äußerst ungünstig“, sagte Reus. „Ich versuche, es über 200 Meter besser zu machen.“

A. Schirmer und R. Jarkowski

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