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Hansa-Neuzugang Gebhart: „Bad Boy“ will ein „Good Boy“ werden

Rostock Hansa-Neuzugang Gebhart: „Bad Boy“ will ein „Good Boy“ werden

Der oft verletzte einstige Bundesliga-Profi startet in Rostock einen sportlichen Neuanfang: „Ich bin heiß“

Rostock. Als die deutschen Fußballer am Samstag im weltberühmten Maracana-Stadion von Rio nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen Brasilien die Silbermedaille um den Hals gehängt bekamen, ging es Timo Gebhart noch einmal durch den Kopf: Dort hättest du auch stehen können. Neben Sven und Lars Bender und Trainer Horst Hrubesch, mit denen er 2008 in Tschechien U-19-Europameister geworden war. Statt dessen startet der 27-Jährige jetzt in der 3. Liga bei Hansa Rostock einen Neuanfang – und ist richtig froh darüber.

 

OZ-Bild

Offensivmann Timo Gebhart (27) hat für Stuttgart und Nürnberg in der Bundesliga gespielt.

Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal, Imago

Die Rückserie der vergangenen Saison verbrachte der Offensivmann bei Steaua Bukarest. Dessen Trainer, der frühere Bundesliga- Profi Laurentiu Reghecampf (Cottbus, Aachen, Kaiserslautern), hatte ihn zum rumänischen Rekordmeister gelotst. Trotz erneuten Champions-League-Aussichten zog es Gebhart nun zurück in die Heimat. „Ich fühle mich in Deutschland einfach wohler. Hier passt alles: Stadion, Sprache, Fans. In Rumänien waren manchmal nur 3000 Zuschauer da“, erzählt Gebhart. „Vor allem will ich mir aber selbst noch mal beweisen, dass ich das Zeug habe, auf gutem Niveau Fußball zu spielen.

Ich freue mich darauf, denn ich habe viel durchgemacht in den letzten Jahren.“

Aus seinem einstmals gradlinigen Weg nach oben ist inzwischen ein holpriger Pfad geworden. Viele Verletzungen versperrten dem einstigen Bundesliga-Profi des VfB Stuttgart und des 1. FC Nürnberg immer wieder das Weiterkommen. Die beiden Spielzeiten von 2013 bis 2015 hat er wegen einer Beckenverletzung und Problemen mit der Patellasehne praktisch komplett verpasst. „Ich hatte zwei OP’s an den Leisten. Nach der ersten wurde es noch schlimmer. Deswegen hat es so lange gedauert“, erzählt der gebürtige Memminger.

Und dann gab es da auch noch das dunklere Kapitel in seiner Vita. Im Januar 2015 wurde Gebhart zu 11 Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er eine Frau in einer Disco gewürgt hatte. Außerdem musste er 3500 Euro Schmerzensgeld und 14000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen. „Ich habe meine Strafe bekommen und daraus gelernt. Irgendwann muss das Thema mal vorbei sein. Für mich ist das abgeschlossen“, sagt der Profi, räumt aber ein: „Der Fehler, den ich gemacht habe, hat mich auch noch mal zurückgeworfen.“ Denn beim 1. FC Nürnberg wurde er später zu den Amateuren abgeschoben, er „flüchtete“ nach Bukarest.

Dass ihm das Image vom „Bad Boy“ anhaftet, stört ihn nicht. Schließlich bezeichnen sich die deutschen Handballer ja genau so. „Von mir aus kann man mich so nennen. Oder ,Bad Boy’ turns to ,Good Boy’.“ Aus dem schlechten Jungen wird ein guter.

In Rostock will der 27-Jährige mit seiner Erfahrung nicht einfach nur mitspielen, sondern „natürlich vorangehen“. Im Sommer trainierte er mit einem privaten Fitnesscoach. „Was mir noch fehlt, sind Spielpraxis und Power über 90 Minuten“, sagt Timo Gebhart. Deshalb glaubt Christian Brand auch nicht, „dass er in den nächsten drei Wochen alle Bäume rausreißen wird“. Der Coach hält ihn für einen hervorragenden Fußballer, der mit seinem stark leistungsbezogenen Einjahresvertrag zudem „kein finanzielles Risiko“ sei. Timo Gebhart ist vor allem eines wichtig: „Das Vertrauen, was mir Trainer und Verein gegeben haben, will ich zurückzahlen. Ich bin heiß.“

Kai Rehberg

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