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Harte Schläge und viel Schweiß: Im Ring mit den Box-Profis

Schwerin Harte Schläge und viel Schweiß: Im Ring mit den Box-Profis

Sarah Scheurich und Ornella Wahner bereiten sich in Schwerin auf die Deutschen Meisterschaften in Dorf Mecklenburg vor / OZ-Reporterin steigt zu ihnen in den Ring

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Die Boxerinnen Ornella Wahner (l.) und Sarah Scheurich zeigen sich in Schwerin kampfbereit.

Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal

Schwerin. Links, rechts, links und ein Haken von unten. Die Kombination sitzt. „Gut so“, lobt Trainer Michael Timm seinen Schützling. Dann geht er mit einer Art Schaumstoffschläger zum „Gegenangriff“ über. Ornella Wahner weicht aus und kontert.

OZ-Bild

Sarah Scheurich und Ornella Wahner bereiten sich in Schwerin auf die Deutschen Meisterschaften in Dorf Mecklenburg vor / OZ-Reporterin steigt zu ihnen in den Ring

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Die 23-Jährige bereitet sich in der Schweriner Palmberg-Arena auf die Deutschen Meisterschaften im Boxen vor. Ab morgen messen sich die bundesweit besten Boxerinnen in Dorf Mecklenburg bei Wismar. Auch Sarah Scheurich, Vize- Europameisterin im Mittelgewicht aus Schwerin, ist mit dabei. Beide gehören zu den Favoritinnen und haben ein klares Ziel vor Augen: einen Meistertitel.

Gute Vorbereitung ist wichtig. Zusammen mit Michael Timm feilen die jungen Frauen an ihrer Technik. Was das bedeutet, will ich einmal selbst ausprobieren. Vielleicht kann ich von meiner Erfahrung im Karate profitieren. Schließlich geht es dort ebenfalls darum, gezielte Schläge auszuführen.

Vor dem eigentlichen Training kommt die Erwärmung – 15 Minuten Radfahren. Die Boxerinnen nehmen das Laufband. Während mir nach der Viertelstunde die ersten Schweißperlen von der Stirn rinnen, sehen die 23-Jährigen noch fit aus. Ich bin etwas aus der Übung.

Dann geht es in den Ring. Eine Premiere für mich. „Die linke Hand zuerst“, sagt Timm und hilft mir in die Boxhandschuhe. Die wiegen etwa 800 Gramm, was sich nach den ersten Runden bemerkbar macht.

„Klar ist es anstrengend, die Hände oben zu halten“, weiß der Profi.

Timm hält mir ein paar Pratzen entgegen. Ich versuche die vorgegebene Schlagabfolge einzuhalten. Links, rechts, links und die Deckung nicht vergessen. Die Koordination klappt so weit, aber es ist schweißtreibend.

Nach zwei Minuten gibt es die erste Verschnaufspause. Das entspricht einer Runde im Ring. „In den letzten Tagen sollen sich Ornella und Sarah an den Wettkampf- Rhythmus gewöhnen“, erklärt der Trainer. Ich darf noch ein paar Einheiten weiterüben, sogar einen Aufwärtshaken schlagen. So langsam macht es richtig Spaß!

Danach sind die „Profis“ an der Reihe. Sie scheinen förmlich über die Matte zu tanzen. Dagegen bewegte ich mich relativ steif vor und zurück.

„Dahinter steckt viel harte Arbeit“, sagt Scheurich. Ein Boxer könne noch so schlagkräftig sein. Wenn der Gegner schneller ist, habe er die schlechteren Karten, erklärt der Cheftrainer.

Die Schwerinerin Scheurich trainiert im Ring Abwehr und Konter, ihre Sportfreundin arbeitet daneben an ihrer Beinarbeit. Dazu taucht die Sportlerin unter einem Seil hindurch. „Im Kampf muss man schnell ausweichen und sich ducken“, erklärt Wahner.

Im zweiten Ring bereiten sich derweil die Männer auf ihre nächsten Wettkämpfe vor. Trainer und Boxprofi Jürgen Brähmer beobachtet Tyron Zeuge und Sparringspartner Timo Schwarzkopf. Er steht den Nachwuchsboxern mit Ratschlägen zur Seite. Der 24-Jährige Zeuge kämpft am 5. November in Potsdam um den Weltmeistertitel im Super-Mittelgewicht.

„So, und jetzt noch eine Runde Schattenboxen“, sagt Timm und schickt seine Mädels erneut in den Ring. Die Frauen müssen sich einen fiktiven Gegner vorstellen, deren Angriffen ausweichen und selbst Schläge austeilen. Der Bundestrainer weiß: „Hier zeigt sich die Kreativität der Boxer.“ Wer die Übung ernst nehme, variiere seine Schläge. Auch die Beinarbeit sei ausgefeilter.

Nach zwei anstrengenden Stunden ist das Training vorbei. Die Frauen wirken geschafft, aber glücklich. Scheurich: „Der Sport ist toll, um sich auszupowern.“

Um den ersehnten Titel zu gewinnen, müssen sie sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen. In Wahners Gewichtsklasse 57 Kilogramm treten gleich zehn weitere Kämpferinnen an. „Es wird im K.o.-System gekämpft“, sagt die Junioren-Weltmeisterin von 2011. Auf Scheurich (81 Kilogramm) wartet dagegen nur eine Gegnerin.

Sorgen machen sich die Frauen aber nicht. Wahner betont: „Wir fühlen uns gut vorbereitet.“

10 Teilnehmerinnen aus MV

127 Boxerinnen haben sich zur Deutschen Meisterschaft in Dorf Mecklenburg angemeldet. Sie treten in den Kategorien Frauen, Juniorinnen und weibliche Jugend.

10 Teilnehmerinnen steigen vom 12. bis 15. Oktober für Mecklenburg-Vorpommern in den Ring. Zu den Favoriten aus MV gehören:

Sarah Scheurich und Sophie Alisch

(BC Traktor Schwerin), Ornella Wahner (BR Eintracht Berlin) und Dominique Görlich (Phoenix SV Stralsund).

Gute Chancen haben zudem Annemarie Stark (Schleswig-Holstein),

Cindy Rogge (Sachsen-Anhalt) und

Sarah Bormann (Hessen).

Manuela Wilk

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