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Harting nach Comeback: Ich muss vieles neu lernen

Harting nach Comeback: Ich muss vieles neu lernen

Der Diskus-Olympiasieger über die Bedeutung des Meistertitels, die Gründe seines EM-Verzichts und den Ausschluss der Russen

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Ihm gelang der große Wurf: Robert Harting.

Quelle: Sven Hoppe/dpa

Kassel Robert Harting (31) hat sich nach Kreuzband- und Muskelfaserriss zurückgekämpft. Mit 68,04 m im letzten Wurf zeigte der Diskus- Olympiasieger bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel seine beste Leistung seit zwei Jahren.

Was bedeutet Ihnen der Sieg?

Robert Harting: Es hört sich zwar melodramatisch an, aber die Verletzung hat mich das Ende meiner Karriere berühren lassen. Für dieses Erlebnis hat es sich gelohnt, noch einmal zurückzukommen. Damit meine ich nicht das Gewinnen, sondern hier überhaupt mitmachen und eingreifen zu können.

Im letzten Durchgang war es ein Duell der Harting-Brüder. Gab es familiäre Befindlichkeiten?

Harting: Wir lieben unsere Eltern sehr, deswegen reden wir öffentlich nicht übereinander. Nach den 66,41 m von Christoph habe ich gedacht: Das kann ich eigentlich nicht werfen. Energetisch haben die Zuschauer sehr geholfen. Wenn die alle geschlafen hätten, hätten wir auch gepennt. Ich bin nicht blind, ich weiß, dass auch der Wind geholfen hat. Und ich habe einen Fehler weggelassen, den ich zuvor erkannt hatte.

Welcher war das?

Harting: Ich habe einfach aufgehört zu denken.

Wie stark beflügeln Sie der Sieg und das Rio-Ticket?

Harting: Ich suche noch Rhythmus und Körpergefühl, für mein Selbstbewusstsein hilft das viel. Ich freue mich, dass ich wieder mit den Jungs mitstänkern kann. Für mich bringt das auch energetisch eine Menge. Alle Adern, die verkalkt waren, sind wieder durchblutet.

Wie fühlt sich Ihr Körper an nach den Verletzungen?

Harting: Ich fahre jetzt eine G-Klasse und kein Formel-1-Auto mehr. Ich brauche also Gelände – Wind, Wetter, Regen. Bei normalen Bedingungen kann ich nicht mithalten. Ich muss vieles neu lernen, das ist wie Kindergarten. Als junger Sportler verbessert man sich von Tag zu Tag, heute weiß ich: Früher war ich besser, das ist psychologisch neu. Ich werde jetzt sportpsychologisch betreut.

Das war früher nicht notwendig, da musste ich nur den Kalenderzettel abreißen und warten, bis ich dran bin. Ich habe jetzt auch einen Personaltrainer – Robert Harting ist also jetzt ein Teamsportler.

Warum lassen Sie die EM weg?

Harting: Ich würde gern alles machen, aber ich muss drei, vier Wochen Training aufholen, das kann sogar zu einem Vorteil werden. Noch fehlen mir fünf Meter an meinem Grundniveau, die 68 sind ja nicht mein eigentliches Leistungsvermögen. In Amsterdam nicht zu starten, hat einen bitteren Beigeschmack, denn dadurch geht mir der nächste Titel verloren.

Starten Sie nun trotzdem am Freitag in Zeulenroda und holen sich bei Ihrer Oma Thüringer Bratwürste ab?

Harting: Ich hatte erst gedacht, mir Trauer-Toffifee abzuholen. Ich werde starten, ich brauche den Wettkampf, um wieder meine Routine zu finden. Noch habe ich zum Beispiel zu viele Schuhe mit, weil ich mich nicht entscheiden kann. Das nervt mich.

Wie beurteilen Sie die Sperre der Russen?

Harting: Ich begrüße das sehr, das ist ein gutes Signal für den Weltsport. Die Leidenschaft und Ideologie bleiben so erhalten. Es stimmt mich optimistisch, dass die große Idee des Sports doch noch funktioniert. Im Sport gelten Regeln, wer die Spielregeln nicht versteht oder akzeptiert, kann nicht mitmachen, das ist wie zu Hause beim Mensch-Ärger-Dich-Nicht.

Aufgezeichnet von Frank Schober

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