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Hausding feiert in Rostock fast perfekten Saisoneinstand

NACHGEFRAGT Hausding feiert in Rostock fast perfekten Saisoneinstand

Bronze-Gewinner von Rio begeistert Publikum beim Weltcup der Wasserspringer mit Sieg und Platz zwei. Lokalmatadorin Oettinghaus erreicht Finals im Einzel und Synchron.

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Kopfüber zum Sieg beim Springertag: Patrick Hausding (l.) und Stephan Feck beim Synchronspringen vom Dreimeterbrett.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl, Dietmar Lilienthal, Jens Büttner/dpa

Rostock. Als Patrick Hausding und Stephan Feck ihren abschließende Sprung ohne große Spritzer und Wellen ins Becken gebracht hatten und die Kampfrichter ihre Noten verteilt hatten stand fest: Dem deutschen Synchronpaar ist der Sieg im Wettbewerb vom Dreimeterbrett nicht mehr zu nehmen. Am Beckenrand ballte Bundestrainer Lutz Buschkow die Faust und klatschte mit seinem Erfolgsduo ab. Dann verabschiedete sich das Duett unter dem Jubel des Publikums aus der Rostocker Neptun-Schwimmhalle.

OZ-Bild

Bronze-Gewinner von Rio begeistert Publikum beim Weltcup der Wasserspringer mit Sieg und Platz zwei. Lokalmatadorin Oettinghaus erreicht Finals im Einzel und Synchron.

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„Wenn mir jemand vor dem Wettkampf gesagt hätte, das ich mit einem Sieg und einem zweiten Platz aus Rostock abreise, ich hätte es sofort angenommen“, meinte Hausding nach seinem fast perfekten Saisoneinstand. Vor dem Triumph mit dem Dresdner Feck am Sonnabend hatte der Berliner zum Auftakt des 62. Internationalen Springertages, der zugleich 23. Fina Grand Prix – ein Weltcup-Wettkampf war – beim Kunstspringen vom Dreimeterbrett nur dem Chinesen Jianfeng Peng den Vortritt lassen müssen.

„Das war eine super Vorstellung“, meinte Bundestrainer Buschkow zum Auftakt in die WM-Saison. Für Hausding war es der erste Wettkampf seit den Olympischen Spielen in Rio. Nie zuvor war er mit Feck gegen Konkurrenz angetreten.

„Im Synchronwettbewerb hatten wir noch ein paar Reserven. Insgesamt zehn Punkte mehr sind sicher noch drin“, meinte Sportsoldat Hausding dennoch selbstkritisch. Dank seiner Top-Platzierungen kassierte er 1500 Euro Preisgeld.

Obwohl sie nicht ganz vorn landete, war die Rostockerin Saskia Oettinghaus zufrieden: Die 18-Jährige vom Wasserspringerclub der Hansestadt hatte sich im Wettkampf der 19 Mädchen und Frauen fürs Finale qualifiziert. „Ich kann es noch gar nicht so recht glauben“, meinte die Gymnasiastin, nachdem sie mit hauchdünnem Vorsprung in den Endkampf eingezogen war. Trainer Michael Sachiasvili hatte ein Dauerlächeln im Gesicht, nachdem sein Schützling die Überraschung perfekt gemacht hatte. Mal sehen, ob der 41-Jährige seine Wettschuld einlösen wird: Mit Rettungsschwimmerin Kerstin Awe hatte er vereinbart, das er mit einen Synchronsprung vom Dreier machen wird, sollte Saskia das Finale erreichen.

Im Wettkampf der besten Sechs landete Oettinghaus mit Salti- und Schraubensprüngen – schon beim Zuschauen konnte den 3000 Zuschauern schwindlig werden – auf Platz 6. Im Synchronspringen wurde sie mit Louisa Stawczynski sogar Final-Fünfte.

Für Diskussionen unter Teilnehmern und Zuschauern sorgten die Springerinnen aus China, die hinter vorgehaltener Hand aufgrund ihrer Größe und extrem schlanker Statur „Bleistiftmädchen“ genannt werden: Zum Weltcup-Team, das beim Grand Prix in Rostock antrat, gehörten Kinder, die gerade mal zwölf und 13 Jahre alt sind.

Für Hausding und die deutschen Spitzenspringer geht die Saison jetzt richtig los: „Montag fliegen wir nach China, wo am kommenden Wochenende die World Diving Series startet. Ich weiß jetzt, das meine Form stimmt und was das Training gebracht hat“, meinte der deutsche Spitzenspringer zuversichtlich.

Ergebnisse

Herren, Kunstspringen, 3 m: 1. Peng (China) 483.85, 2. Hausding (Berlin) 472.60, 4. Feck (Leipzig) 423,05. Synchronspringen, 3 m: 1. Hausding/Feck (Berlin/Leipzig) 419,91, 2.Li/Liu (China) 382,44. Turmspringen, 10 m: 1. Jian Yang (China) 546,60. Synchronspringen, Turm, 10 m: 1. Izmailov/Nazin (Russland) 398,76. (einzige Starter).

Frauen, Turmspringen, 10 m: 1. M. Zhang (China) 360,35, 4. Kurjo (Berlin) 326,65, 5. Duong (Berlin) 295,05. Kunstspringen, 3 m: 1. Wu (China) 309,85, 6. Oettinghaus (Rostock) 246,15. Synchronspringen, 3 m: 1. Abel/Citrini-Beaulieu (Kanada) 304,08, 3. Hentschel/Freyer (Berlin/Leipzig) 281,40, 5. Oettinghaus/Stawczynski (Rostock/Berlin) 270,30. Synchronspringen, 10 m: 1. Zhang/Zhang (China) 327,84,

3. C. Wassen/E. Wassen (Berlin).

„Für Saskia ist noch vieles möglich“

Wie fällt Ihr Fazit nach dem Springertag in Rostock aus?

Lutz Buschkow: Das war ein sehr guter Auftakt. Patrick Hausding und Stephan Feck haben überzeugt. Bei den Frauen hatten wir Nachwuchssportlerinnen am Start, die Potenzial haben.

Ein Wort zu Saskia Oettinghaus. Was trauen Sie der Rostockerin zu?

Buschkow: Sie hat in Einzel und Synchronspringen die Finals erreicht. Das sehe ich als einen Achtungserfolg. Saskia ist eine junge Athletin, die wir hegen und pflegen, fördern und fordern wollen. Sie muss an ihrer Konstanz und dem Schwierigkeitsgrad ihrer Sprünge arbeiten. Dann ist vieles möglich.

Die Chinesen haben Kinder in der Frauenkonkurrenz starten lassen. Was sagen Sie dazu und würden Sie das auch machen, wenn sie international konkurrenzfähigen Nachwuchs hätten?

Buschkow: Die Chinesen haben ein starkes Team, zu dem auch sehr junge Athleten zählen. In Deutschland wäre es nicht möglich, da das Jugendschutzgesetz Sprünge aus zehn Metern erst ab einem bestimmten Alter zulässt. Insofern stellt sich die Frage nach der Teilnahme so junger Sportler an Weltcups bei uns nicht.

Interview: Christian Lüsch

Christian Lüsch

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