Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Heidel und das neue Schalke

Gelsenkirchen Heidel und das neue Schalke

Der Manager krempelt bei den „Königsblauen“ viel um / Sogar Ex-BVB-Coach Klopp traut dem Team Großes zu

Gelsenkirchen. Neulich hat sich sogar Jürgen Klopp zum FC Schalke geäußert. Der Trainer hat ja mit der Bundesliga nur noch indirekt zu tun, seit er beim FC Liverpool angeheuert hat, aber bei diesem Thema wollte er schon noch mitreden. „Ich weiß, das will kein BVB-Fan hören: Aber ich fürchte, Schalke könnte echt erfolgreich sein“, sagte der Mann, der beim Revier-Rivalen aus Dortmund jahrelang den Ton angegeben hatte.

 

OZ-Bild

Die Einschätzung ist vor allem einem Mann geschuldet: Christian Heidel. Schalkes neuer Sportdirektor hatte Klopp einst in Mainz zum Trainer befördert. Die Wege haben sich längst getrennt, doch die Wertschätzung ist geblieben. Nun glaubt „Kloppo“, dass die Liason zwischen Schalke und Heidel „richtig gut funktionieren kann, denn Christian ist zu außergewöhnlichen Dingen fähig. Er hat mit Markus Weinzierl einen sehr guten Trainer verpflichtet. Schalke hat eine extrem talentierte Mannschaft mit Entwicklungspotenzial.“

Tatsächlich hat der 53-Jährige Heidel, der Mainz mit viel Geschick und einem hervorragenden Netzwerk zum etablierten Erstligisten formte, im Revier nach wenigen Wochen erste Spuren hinterlassen. Der Rekord-Transfer von Leroy Sané, der für 50 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, eröffnet Heidel Gestaltungsmöglichkeiten. Gut 33 Millionen Euro wurden für die Neuzugänge Breel Embolo (FC Basel), Naldo (Wolfsburg), Coke (FC Sevilla, fällt aber mit Kreuzbandverletzung lange aus) und Abdul Rahman Baba (Chelsea) reinvestiert. Heidel machte zwar deutlich, dass die eingenommenen Millionen nicht zwingend wieder auf den Markt geworfen werden müssen, sagte aber auch, dass er noch nach Spielern sucht. Auf Schalke herrscht Aufbruchstimmung, ein Zustand, der in den Wochen der Vorbereitung nicht neu ist. In den letzten Jahren war beim Traditionsklub immer wieder der gleiche Ablauf zu beobachten: Große Hoffnungen, die dann von ebenso großen Enttäuschungen eingeholt wurden. Das war unter Jens Keller so, unter Roberto di Matteo und zuletzt unter André Breitenreiter. Alle drei Trainer sind auf Schalke gewogen und als zu leicht befunden worden. Nun soll es also mal wieder eine neue Fachkraft richten: Markus Weinzierl, der sich in seinen Augsburger Jahren den Ruf erwarb, sein Personal exzellent einstellen zu können. Er passt von seiner Philosophie her in eine Riege mit Klopp und Thomas Tuchel, die Heidel in Mainz zum Chef beförderte, und die inzwischen zur Creme ihres Gewerbes gehören.

In Gelsenkirchen wird Weinzierl versuchen, um die beiden erfahrenen Manndecker Naldo und Benedikt Höwedes ein junges, talentiertes Ensemble zu sortieren, das seine Vorstellung von Fußball auf den Rasen bringt. Ob ihm das gelingt, wird in erster Linie davon abhängen, ob das chronisch überhitzte Schalker Umfeld bei Rückschlägen die Ruhe bewahrt. Oder ob einmal mehr jener selbstzerstörerische Automatismus Raum greift, bei dem sich so lange jeder Befugte und Unbefugte zu Wort meldet, bis jenes Chaos ausbricht, durch das Schalke oft ins Straucheln geraten ist.

Heidel kennt diese Gefahr und hat deshalb vor seinem Amtsantritt klargestellt, dass auf Schalke im sportlichen Bereich ab sofort nur noch einer das Sagen hat: Er selbst. Und siehe da – bislang haben sich alle daran gehalten. Selbst der ebenso mächtige wie umstrittene Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies, der sich in der Vergangenheit immer wieder in das operative Geschäft einmischte. Sollte das tatsächlich so bleiben, könnte es auf Schalke was werden mit den von Klopp prognostizierten glorreichen Zeiten.

Felix Meininghaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Mehr Sport
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Umfrage Jetzt den großen Wurf landen! image/svg+xml Image Teaser „Jetzt den großen Wurf landen!“ 2015-11-30 de Gewinnspiel Jetzt den großen Wurf landen Unterstützen Sie gemeinsam mit uns den HC Empor. Kommen Sie am 12.März 2016 um 16:30 Uhr in die Rostocker StadtHalle zum Spiel gegen Dessau-Roßlauer HV und feuern Sie die Spieler an, denn es ist 7 Meter vor Weihnachten Hier geht es zu unserem großen Gewinnspiel.