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„Ich fange nicht an zu träumen“

„Ich fange nicht an zu träumen“

Hansa-Vorstandschef Markus Kompp über die Ausgliederung, sportliche Ziele, den schwierigen Spagat zwischen Ultras und Polizei sowie weitere Sparmaßnahmen

Sie sind seit vier Monaten im Amt. Wie fällt Ihre sportliche Bilanz aus?

 

OZ-Bild

Seit vier Monaten im Amt: Hansa-Chef Markus Kompp (33), hier zu Gast im OZ-Studio.

Quelle: Frank Söllner

Markus Kompp: Unter Christian Brand können wir ganz zufrieden sein. Aktuell sind wir Siebter in der Rückrundentabelle, darauf lässt sich aufbauen. Das Ziel ist schnellstmöglich 44 Punkte zu holen.

Sie sind Vorstandschef, Sportdirektor und einer von drei Geschäftsführern der Ostseetadion GmbH. Ist das nicht ein bisschen viel auf einmal?

Kompp: Nein, ich war schon bei anderen Vereinen als Sportdirektor tätig und die Aufgaben der OSG-Geschäftsführung sind auf alle Vorstandsmitglieder verteilt. Der Arbeitsaufwand ist zwar größer, aber ich habe kein Problem damit, das Pensum zu schultern.

Wird zur neuen Saison ein Sportdirektor verpflichtet?

Kompp: Dazu gibt es aktuell noch nichts zu sagen. Nur so viel: Ich habe unabhängig von der Verpflichtung eines Sportdirektors ein sportliches Konzept erstellt und es dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Ihre größte Baustelle ist die Ausgliederung der Profiabteilung aus dem Verein. Warum konnten die ursprünglich geplanten Termine nicht eingehalten werden?

Kompp: Eine Ausgliederung macht man nur einmal und sie muss optimal vorbereitet sein. Dies haben wir nun in Zusammenarbeit mit Beratern, Rolf Elgeti und natürlich der Arbeitsgruppe Ausgliederung, der besonderer Dank gebührt, geschafft — so dass die außerordentliche Mitgliederversammlung nun am 17. April stattfinden kann. Alle Beteiligten können stolz darauf sein, dass wir die Vorgaben der Mitglieder erreicht haben. Dazu zählt unter anderem, dass die Marke Hansa Rostock, das Logo — die Kogge — und das Stadionrecht im Verein bleiben.

Warum ist die Ausgliederung für Hansa so wichtig?

Kompp: Weil wir den Verein damit wirtschaftlich nachhaltig auf eine gesunde Basis mit sehr guter Perspektive stellen. Zudem macht es heutzutage Sinn einem Fußballvereinen mit diesen Umsätzen, die wir generieren, und auch zum Schutz des Vereins in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern.

Gibt es einen Plan B, falls die Mitglieder gegen die Ausgliederung votieren sollten?

Kompp: Ich bin mir sicher, dass jedes Mitglied sich seiner Verantwortung bewusst ist und Plan A die nötige Zustimmung findet.

Was wollen Sie mittelfristig mit Hansa sportlich erreichen?

Kompp: Erst mal müssen wir so schnell wie möglich die 44 Punkte schaffen, um den Klassenerhalt zu sichern. Auch im sportlichen Bereich brauchen wir ein klares Konzept und Kontinuität, um etwas aufbauen zu können und uns von Saison zu Saison zu verbessern. Ich fange sicher nicht an zu träumen.

Zwei Sparpakete haben Sie in Ihrer kurzen Amtszeit schon geschnürt. Wann kommt das dritte?

Kompp: Da lasse ich mir keinen Termin entlocken, aber es werden auf jeden Fall weitere kommen. Ob es dann am Ende drei, vier, fünf oder sechs Pakete werden, kann ich nicht sagen. Ich bin ein Freund davon, zudem auch im operativen Tagesgeschäft zu sparen und schaue mir jede Rechnung zwei Mal an, ob sie sinnvoll ist oder nicht. Ich lebe eine gewisse Sparsamkeit vor. Das fängt damit an, dass ich meinen Orangensaft auch mal von zu Hause mitbringe, weiter mein privates Handy nutze und auch meinen privaten Drucker und Laptop.

Wie ist die wirtschaftliche Situation des FC Hansa?

Kompp: Wir sind auf einem guten Weg, die Sanierungspakete beginnen zu greifen.

Besteht aktuell eine Insolvenzgefahr für den Verein?

Kompp: Nein.

Wird Hansa die Lizenz für die Saison 2016/17 sicher erhalten?

Kompp: Wir haben Planzahlen eingereicht. Wenn der DFB mitgeht — was er selten tut —, ist alles gut; wenn nicht, müssen wir noch mal nachbessern. Aber wir wären ein schlechter Vorstand, wenn wir keine Optionen in der Hinterhand hätten.

Sie blicken dem Lizenzierungsverfahren also entspannt entgegen?

Kompp: Ja, ich bin ganz gelassen. Mein Ziel ist es, dass wir die Lizenz ohne weitere externe Unterstützung bekommen. Das gab es in den vergangenen Jahren nicht. Der Verein soll sich finanziell alleine tragen, das ist das Ziel.

Der alte Aufsichtsrat hat im vergangenen Jahr einen Revisor beauftragt, der in seinem Bericht massive Vorwürfe gegen Ihren Vorgänger Michael Dahlmann erhebt. Wie gehen Sie damit um?

Kompp: Wir haben eine namhafte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einer Tiefenprüfung beauftragt. Der Bericht ist fertig, wir müssen ihn noch sichten. Wir werden definitiv nichts unter den Tisch fallen lassen, aber auch nichts unnötig in die Öffentlichkeit zerren.

Im Rahmen des ersten Sparpakets musste Hansas Fanbeauftragter gehen. Gibt der Verein damit seine Präventionsarbeit auf?

Kompp: Nein, wir haben mit Uwe Schröder und Silvia Bölter zwei Mitarbeiter, die in diesem Bereich tätig sind. Ein Mitarbeiterverlust ist immer tragisch, aber die Position des Fanbeauftragten war doppelt besetzt und das ist in der 3. Liga nicht üblich.

Sind im Zusammenhang mit den Entlassungen juristische Auseinandersetzungen anhängig?

Kompp: Nein.

Ein Faktor, der laut Aufsichtsrat für Sie als neuen Hansa-Chef gesprochen hat, ist die Tatsache, dass Sie in Rostock und MV nicht vernetzt waren. Ist das ein gravierender Nach- oder vielleicht sogar ein Vorteil für Sie?

Kompp: Das kann ich nicht beantworten, weil ich mögliche Vorteile ja nicht beurteilen kann.

Wie schwierig ist der Spagat für Sie zwischen den Interessen der Fanszene einerseits und denen der Polizei, die auch erheblichen Druck ausübt?

Kompp: Ich habe von Anfang an gesagt, ich bin neutral und offen in alle Richtungen. Es geht darum, die Dinge sachlich abzuarbeiten und sich weder von der einen noch von der anderen Seite vereinnahmen zu lassen.

Warum wurden auf der Südtribüne Banner hochgehalten, die sich gegen Ihre Person richten?

Kompp: Es geht unter der aktuellen Vorstandschaft nicht um Personen, sondern um den Verein Hansa Rostock. Das sollte jedem in der jetzigen Situation klar sein.

Gab es schon mal einen Moment, in dem Sie bereut haben, diesen schwierigen Job anzutreten?

Kompp: Nein, im Gegenteil. Es ist ein Traumjob, Vorstandsvorsitzender des FC Hansa Rostock sein zu dürfen.

Wirtschaftsjurist stammt aus Schwäbisch Hall

Markus Kompp wurde am 11. Oktober 1982 in Schwäbisch Hall (BadenWürttemberg) geboren. Der Wirtschaftsjurist arbeitete als Geschäftsführer bei der SpVgg Bayreuth (1. November 2010 bis 31. Dezember 2012) und war im Anschluss Manager beim BSV Rehden (1. Januar 2013 bis 16. November 2015).

Seit dem 17. November ist der

33-Jährige Vorstandsvorsitzender beim FC Hansa Rostock. Sein Vertrag beim Fußball-Drittligisten ist bis zum 31. Dezember 2017 datiert.

Von Interview von Sönke Fröbe und Christian Lüsch

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