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„Ich fühle mich wie Mitte zwanzig“

Rostock „Ich fühle mich wie Mitte zwanzig“

Stabhochspringerin Martina Strutz sprüht auch mit 35 noch vor Tatendrang / Rückkehr zum Heimatverein Hagenow

Rostock. Das nacholympische Jahr ist für Martina Strutz keines wie jedes andere. Bei der Stabhochspringerin aus Schwerin hat sich beruflich und sportlich einiges getan. Sie startet wieder für ihren Heimatverein Hagenower SV und ist außerdem als Mitglied der Landespolizei seit dem 1. Januar auf Lebenszeit verbeamtet.

„Das ist absolut wichtig. Gerade im Hinblick auf das Karriereende sollte man schon abgesichert sein“, sagt die 35-Jährige, die sich inzwischen Polizeimeisterin nennen darf. Durch den beruflichen Abschluss sei man „jetzt auch ein bisschen freier im Kopf“. Im Rahmen ihrer Ausbildung absolvierte sie Ende vergangenen Jahres auch ein Praktikum bei der Bereitschaftspolizei und wurde dabei unter anderem bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Zuwanderern auf dem Schweriner Marienplatz eingesetzt. „Muffensausen“ hatte sie dabei nicht: „Ich stehe ja regelmäßig im Kraftraum.“ Aber Strutz hat dabei auch eine andere Erfahrung gemacht: „Es ist erschreckend, wie respektlos einem manche Leute gegenübertreten.“ In ihrem Polizei-Alltag sei sie trotz Uniform von vielen Einwohnern der Landeshauptstadt erkannt worden und hätte Anerkennung bekommen: „Das war sehr positiv.“

Mit der Landespolizei hat Martina Strutz einen Arbeitgeber im Rücken, zu dem sie nach ihrer aktiven Karriere wohl auch zurückkehren wird. Vorerst denkt die Vizeweltmeisterin von 2011 jedoch noch nicht daran, ihre Sprungstäbe ins Regal zu legen. Nach Olympia in Rio gönnte sie sich zunächst eine längere Auszeit, ließ die Hallensaison aus und war „das erste Mal seit Jahren“ im Winterurlaub.

Seit Mitte Februar steht sie wieder im Training. Erst wurde viel Kraft und Ausdauer gebolzt, inzwischen kommen immer mehr Technik-Einheiten dazu. Ende Mai ist die „Sprung-Spitze“ geplant, wo sich „Strutzi“ jeden Tag bis zu 40 Mal über die Latte katapultiert. Die liegt dann etwa bei 4,50 Meter, nur fünf Zentimeter unter der deutschen WM-Norm für die Welttitelkämpfe Ende August in London.

„Das gibt Wettkampf-Härte“, weiß die dreimalige deutsche Meisterin, die „lieber Qualität statt Quantität“ im Training anstrebt.

Ihre Sprünge macht sie ab dieser Saison wieder im Trikot ihres Heimatvereins Hagenower SV. Ein kleiner, familiärer Verein mit 60 Leichtathleten, in dem sie sich zu Hause fühlt. Beim Schweriner SC stimmte zuletzt die Chemie nicht mehr. „Dazu trug vieles bei“, sagt Martina Strutz. Ihr Heimmeeting im vergangenen Sommer stellte sie in großen Teilen im Alleingang auf die Beine. Auch das Feedback vom Verein nach ihrem neunten Platz bei Olympia empfand die einzige Leichtathletin aus MV in Rio de Janeiro als „eher traurig“. Dort blieb sie mit 4,60 m zwar zehn Zentimeter unter ihrer Jahresbestleistung von 4,70 m – was immerhin die drittbeste Höhe ihrer Karriere war. Und schließlich sprang sie in Rio sogar noch höher als bei den Sommerspielen 2012 in London, wo ihre 4,55 m noch zu Platz fünf gereicht hatten. Auch deshalb sagt Strutz: „Ich finde, einen neunten Platz bei Olympia kann man trotzdem wertschätzen.“

London ist mit der WM auch in diesem Jahr der Höhepunkt der Saison, die für Martina Strutz am 19. Mai mit dem Meeting in Recklinghausen beginnen soll. Langfristig plant die Mecklenburgerin zunächst bis zur EM 2018 in Berlin. „Mal sehen, was dann mein Körper sagt“, meint Strutz. Eine Verlängerung bis Olympia 2020 in Tokio schließt sie nicht aus. „Ich habe jetzt seit sieben Jahren keine Probleme durch Überbelastung mehr“, sagt sie zufrieden und fügt optimistisch hinzu: „Solange ich in der deutschen Spitze springe und mich für die Saisonhöhepunkte qualifiziere, ist alles gut. Im Moment fühle ich mich wie Mitte zwanzig.“

Kai Rehberg

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