Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
„In Rostock brauche ich mehr Glück als sonstwo auf der Welt“

„In Rostock brauche ich mehr Glück als sonstwo auf der Welt“

Trainer-Altmeister Stepanovic verpasst erneut einen Titel in der Hansestadt

Rostock. Für Dragoslav Stepanovic ist Rostock kein gutes Pflaster. Vor 25 Jahren hatte er als Trainer von Eintracht Frankfurt am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Hansa im Ostseestadion mit 1:2 verloren und damit die deutsche Meisterschaft verspielt. Gleich nebenan stand er gestern erneut als Coach an der Seitenlinie. Wieder blieb ihm der Titelgewinn versagt. Die von Stepanovic betreute hessische Auswahl zog im Finale der Deutschen Meisterschaften für Fußballer mit geistiger Behinderung gegen Nordrhein-Westfalen im Elfmeterschießen den Kürzeren. „Die zweite deutsche Meisterschaft, die ich auf diesem Gelände verpasse. In Rostock brauche ich mehr Glück als sonstwo auf der Welt“, bilanzierte der 68 Jahre alte Serbe.

Seine Mannschaft kämpfte zuvor aufopferungsvoll. Nach zweimaligem Rückstand gelang den Hessen kurz vor Schluss das 2:2. Damit ging es ins Elfmeterschießen. Nur einen Fehlschuss leistete sich „Stepis“

Team – einer zu viel.

Bei der Auslosung des viertägigen Turniers hatte Stepanovic zuvor einen Kontrahenten von damals getroffen: Juri Schlünz. Die Hansa-Ikone stand 1992 im Bundesliga-Saisonfinale auf dem Platz. Diesmal war er Schirmherr der 9. Deutschen Meisterschaft der geistig behinderten Fußballer.

„Ein tolles Projekt. Als ich gefragt wurde, ob ich zur Verfügung stehe, war ich sofort dabei“, sagte Schlünz. Stepanovic freute sich über das Wiedersehen im Ostseestadion: „Ich habe Juri gleich bei der Auslosung gesagt, dass er damals schuld war. Er hat einfach alles gerettet für sein Team.“ Hansa stieg damals trotzdem ab.

Im Hauptjob ist Stepanovic heute Trainer des serbischen Erstligisten FK Radnicki Niš. Die Arbeit mit dem hessischen Behinderten- Team stellt ihn vor eine besondere Herausforderung: „Man braucht unglaublich viel Geduld, viele Anweisungen sind wenige Momente später wieder vergessen.“ So empfiehlt er jedem, der ein Geduldsproblem hat, Trainer einer solchen Mannschaft zu werden. Danach sei man viel gelassener, meint Stepanovic.

Die besondere Betreuung, die Spieler mit geistiger Behinderung genießen, ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich: Um den Platz herum sind mehrere Betreuer verteilt, die ihre Schützlinge ständig an die geplante Taktik und an das Positionsspiel erinnern.

Die Spiele laufen sehr fair ab, auch, wenn es – wie auf jedem Fußballplatz – zu Pöbeleien kommt. Mit Wortgefechten musste sich gestern auch Bastian Dankert auseinandersetzen. Der Fifa-Schiedsrichter und Geschäftsführer des Fußballverbandes Mecklenburg- Vorpommern, pfiff die 50-minütige Partie: „Wir unterstützen das Turnier als Landesverband und ich konnte durch meinen Einsatz dem Finale hoffentlich einen würdigen Rahmen verleihen.“ Anfang Juni stand Dankert noch als Offizieller beim Champions-League-Finale in Cardiff. Wenige Tage später leitete er sein erstes Länderspiel.

Für die MV-Auswahl reichte es nicht für einen Spitzenplatz. Cheforganisator Vernando Reich, der das Team coachte, war dennoch zufrieden: „Leider sind wir nur Siebter geworden. Wir haben aber durchweg positives Feedback bekommen. Alle Mannschaften hatten Spaß.“

Bei der Siegerehrung konnten sich die Hessen auf dem Podest neben den meisterlichen Kickern aus Nordrhein- Westfalen zu einem Lächeln durchringen. Wie sagte schon ihr prominenter Trainer vor 25 Jahren: „Lebbe geht weider!“

Niklas Kunkel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
800 JAHRE ROSTOCK - DER OZ-FORTSETZUNGSROMAN

Start des großen, historischen OZ-Fortsetzungsromans / Heute Teil 2 „Unheil zieht herauf“

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Mehr Sport
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.