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„Jetzt ist es Gold – unglaublich“

Montreal/Hannover „Jetzt ist es Gold – unglaublich“

Lange war der WM-Start von Pauline Schäfer unklar, dann wurde sie am Schwebebalken Überraschungsweltmeisterin

Montreal/Hannover. /Rostock. In der Hotellobby wurde erst einmal mit Orangensaft angestoßen, aber auch Stunden später in der Diskothek im Alten Hafen von Montreal und nach einer kurzen Nacht hatte Pauline Schäfer ihren Sensationserfolg am Schwebebalken bei der Turn-WM noch nicht verarbeitet. „Es ist einfach ein geiles Gefühl, aufzuwachen und zu wissen: Jetzt bin ich Weltmeisterin. Trotzdem kann ich das noch gar nicht realisieren, was da passiert ist. Das ist einfach unglaublich“, sagte die 20-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem auch die OSTSEE-ZEITUNG gehört.

Den letzten WM- Titel einer deutschen Turnerin hatte vor 30 Jahren die Berlinerin Dörte Thümmler am Stufenbarren für die DDR geholt, am Schwebebalken hatte ihre Teamkollegin Maxi Gnauck zuletzt 1981 gewonnen.

Nach ihrem Erfolg, den Bronze- Gewinnerin Tabea Alt abrundete, stand die neue Weltmeisterin schlagartig im Fokus. „Ich habe es noch gar nicht geschafft, alle Fragen zu beantworten“, sagte sie einen Tag nach ihrem Triumph. „Ich wurde auch gefragt, ob Angela Merkel schon angerufen hat. Aber bis jetzt noch nicht.“

Cheftrainerin Ulla Koch verriet zu später Stunde noch ein kleines Geheimnis des Überraschungserfolges: „Wir hatten vorher schlecht trainiert. Aber wir wussten, woran es lag:

Wir sind zu früh aufgestanden.“ In der Stunde der Entscheidung habe sie am Ende genauso geheult wie die Mädels, gestand Koch. Pauline Schäfer konnte sich gar nicht mehr recht an ihre Übung erinnern.

Nur soviel: „Der Moment, als ich ans Gerät ging, war richtig schlimm“, verriet sie ihre innere Nervosität.

Von dieser war aber trotz des Höllenlärms der 10 000 Zuschauer im Olympic Stadium von 1976 nichts zu spüren. Routiniert und perfekt spulte sie ihr Programm ab. Die starke Leistung der aus dem saarländischen Bierbach stammenden Balken-Spezialistin gewinnt noch an Bedeutung, weil sie drei Wochen vor der WM-Qualifikation bei einem Trainingsunfall am Sprung eine Rückenverletzung erlitten hatte, die sie in der Vorbereitung sehr einschränkte. „Es war unklar, ob sich ein WM-Start überhaupt lohnt. Aber Ärzte und Physios haben alles daran gesetzt, dass es mir gut geht.

Schmerzen im Rücken habe ich immer noch. Aber im Finale hilft das Adrenalin. Schon über Bronze hätte ich mich gefreut. Jetzt ist es Gold – einfach richtig geil!“, lachte Pauline, deren Freund, R eck-Spezialist Andreas Bretschneider, ein paar Tränen der Rührung nicht verdrücken konnte.

Dass erstmals in der WM-Geschichte gleich zwei Athletinnen des DTB auf das Podest kletterten, ist für Pauline Schäfer ein starkes Zeichen. „Wir werden besser und besser – vor allem am Balken. Auch Tabea (Alt/d. Red.) hätte Gold holen können“, sagte die Turnerin. „Gold von Fabi (Fabian Hambüchen) in Rio, Bronze von mir bei der WM in Glasgow vor zwei Jahren, jetzt zwei Medaillen.

Die anderen Nationen müssen nun wissen: Mit den deutschen Turnern ist jetzt zu rechnen!“

OZ

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