Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Keine Gnade: Issinbajewa und Co. droht Olympia-Aus

Wien Keine Gnade: Issinbajewa und Co. droht Olympia-Aus

Die Sperre gegen russische Leichtathleten ist bestätigt. Coe deutet Kompromiss an – den Start einzelner Athleten unter neutraler Flagge.

Voriger Artikel
Kerber im Viertelfinale von Birmingham ausgeschieden
Nächster Artikel
Kurz vor Olympia: Rio ruft Finanz-Notstand aus

„Verstoß gegen die Menschenrechte“: Die russische Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (34) will klagen.

Quelle: Kerim Okten/dpa

Wien. . Keine Gnade für Stabhochsprung-Überfliegerin Jelena Issinbajewa und die skandalumwitterten russischen Leichtathleten: Die Läufer, Springer und Werfer der stolzen Sportnation dürfen nach den zahlreichen Dopingskandalen nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Das Council des Weltverbandes IAAF verlängerte die seit November 2015 wirksame Suspendierung des nationalen Verbandes WFLA. „Das russische Anti-Doping-System ist frühestens in 18 bis 24 Monaten wieder regelkonform“, teilte die IAAF gestern Abend mit.

OZ-Bild

Die Sperre gegen russische Leichtathleten ist bestätigt. Coe deutet Kompromiss an – den Start einzelner Athleten unter neutraler Flagge.

Zur Bildergalerie

Allerdings öffnete das Council auch eine Hintertür für nachweislich saubere Athleten: Der Olympia-Start einzelner Sportler unter neutraler Flagge sei möglich, sagte der Norweger Rune Andersen, der Chef der IAAF-Taskforce zur Beobachtung der russischen Reformfortschritte. Auch darüber dürften IAAF und das Internationale Olympische Komitee am kommenden Dienstag auf dem IOC-Summit in Lausanne reden. IAAF-Präsident Sebastian Coe sprach nach der einstimmigen Entscheidung der 24 Council-Mitglieder von einer „machtvollen Botschaft“ und fügte hinzu: „Es ist ein trauriger Tag für unseren Sport.“

Das russische Sportministerium reagierte unmittelbar auf die Entscheidung. Diese habe zu „einer beispiellosen Situation“ geführt, hieß es. „Die Träume vieler unserer Sportler sind wegen des falschen Verhaltens einzelner Athleten, Trainer und Experten zerstört worden.“

Zwei Stunden vor der Entscheidung hatte sich sogar Russlands Präsident Wladimir Putin noch einmal zu Wort gemeldet und eine Beteiligung des russischen Staates an Dopingvergehen von Sportlern bestritten. „Von staatlicher Seite haben wir gegen Doping im Sport gekämpft und werden das auch in Zukunft tun“, sagte Putin in St. Petersburg. „Es kann nicht sein, dass das gesamte Team die Schuld für Einzelne tragen muss“, zitierte ihn die Agentur Interfax.

„Der Ausschluss der WFLA war eine zu erwartende Entscheidung. Es war zu vermuten. Wir werden darauf reagieren“, kündigte Russlands Sportminister Witali Mutko an. Die Entscheidung der 24 anwesenden Council-Mitglieder fiel auf der Grundlage und Empfehlung einer von der IAAF eingesetzten Taskforce, die die Reformfortschritte in Russland seit Januar überwacht hat. Der völlige Ausschluss eines Verbandes ist laut Regel 45 im Ethik-Code des Weltverbandes bei gravierenden Verstößen gegen Anti-Doping-Regularien zulässig.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte am 9. November 2015 einen 323-seitigen Bericht vorgelegt, der ein Schreckensbild der Doping-Praktiken in der russischen Leichtathletik zeichnet.

Am 13. November suspendierte die IAAF den nationalen Verband WFLA.

„Ich halte die Entscheidung der IAAF für nachvollziehbar, konsequent und im Interesse aller Sportler, die einem gut funktionierenden Anti-Doping-Kontrollsystem unterliegen“, sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. „Der Arbeitsauftrag an den internationalen Sport lautet: Weltweit Strukturen aufzubauen, die weltweit einen glaubwürdigen Kampf gegen Doping gewährleisten.“

Noch nie in der olympischen Geschichte ist eine größere Zahl von Sportlern eines Landes ausgeschlossen worden. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London waren von den insgesamt 440 russischen Sportlern ein Viertel Leichtathleten. Russland war vor vier Jahren mit 18 Medaillen nach den USA die zweitstärkste Leichtathletik-Nation.

Schwere Vorwürfe gegen Leichtathletik-Präsident Coe

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF rutscht immer tiefer in die Krise. Präsident Sebastian Coe ist mit schweren Vorwürfen konfrontiert worden. In einer BBC-Sendung wird berichtet, dass der britische Olympiasieger von 1980 und 1984 unlautere Hilfe bei seiner Wahl zum IAAF-Chef genutzt und sich im Doping- und Betrugsfall der russischen Marathonläuferin Lilia Schobuchowa falsch verhalten habe.

In der BBC-Sendung wurde berichtetet, dass Coe mit Hilfe des dubiosen früheren IAAF-Beraters Papa Massata Diack die Wahl zum IAAF-Chef im August 2015 in Peking gewonnen habe. E-Mails sollen belegen, dass ihm der Senegalese 24 von 30 Stimmen aus Afrika zugeschanzt habe.

Lord Coe wurde von den Vorwürfen nicht überrascht. Kaum eine Stunde nachdem die Anschuldigungen öffentlich wurden, gab es eine IAAF-Erklärung. Darin heißt es, dass die Vorwürfe „auf fehlerhaften Annahmen“ beruhten und von Coe „stark entkräftet“ worden seien. Ebenfalls nicht richtig sei, dass sich Coe im Fall Schobuchowa unkorrekt verhalten habe. Die BBC wirft ihm bewusste Untätigkeit vor: Er habe vier Monate vor dem Bekanntwerden eine entsprechende E-Mail mit Details zu dem betrügerischen Deal bekommen. Die Läuferin wollte sich gegen eine Zahlung von 450 000 Euro an Offizielle der IAAF und Russland trotz einer positiven Blutprobe den Weg zu den Spielen 2012 in London ebnen.

Andreas Schirmer und Ralf Jarkowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Mehr Sport
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Umfrage Jetzt den großen Wurf landen! image/svg+xml Image Teaser „Jetzt den großen Wurf landen!“ 2015-11-30 de Gewinnspiel Jetzt den großen Wurf landen Unterstützen Sie gemeinsam mit uns den HC Empor. Kommen Sie am 12.März 2016 um 16:30 Uhr in die Rostocker StadtHalle zum Spiel gegen Dessau-Roßlauer HV und feuern Sie die Spieler an, denn es ist 7 Meter vor Weihnachten Hier geht es zu unserem großen Gewinnspiel.