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Kerbers Ziel nach Wimbledon-Finale: Olympia-Medaille

London Kerbers Ziel nach Wimbledon-Finale: Olympia-Medaille

Enttäuscht, aber vor allem stolz war Angelique Kerber nach dem verlorenen Wimbledon-Endspiel gegen Serena Williams. Ehrgeizig blickt sie dem nächsten Ziel entgegen. Erst einmal sieht ihr Terminkalender aber den Besuch eines glamourösen Fests vor.

London. Nach dem knapp verpassten Wimbledon-Coup stieß Angelique Kerber auf zwei grandiose Grand-Slam-Wochen und ihre glänzend erscheinende Zukunft an.

Beim berühmten Italiener San Lorenzo in der Nähe der altehrwürdigen Clubanlage feierte Deutschlands erfolgreichste Tennisspielerin seit Steffi Graf, dass sie endgültig in der Weltspitze angekommen ist. Obwohl ihr die Krönung im Endspiel gegen Serena Williams verwehrt blieb, war die Stimmung in dem Edel-Restaurant, das auch Boris Becker gern besucht, gelöst. Voller Stolz genoss Kerber gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Oma und ihrem Team bis kurz nach Mitternacht den Abend.

„Dieses Gefühl, ein Wimbledon-Finale erlebt zu haben, ist vieles wert“, sagte Kerber. Für ein paar Tage will die Australian-Open-Siegerin den Tennisschläger nun aber erst einmal weglegen. Viel Zeit würde dafür ohnehin nicht bleiben. Nach einem kurzen Abstecher ins polnische Puszczykowo, wo sie ebenso wie ihre Großeltern wohnt, will die 28-Jährige zur Hochzeit ihrer serbischen Tenniskollegin Ana Ivanovic mit Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger reisen.

Ein wenig Ablenkung hat sich die Kielerin bei all dem Trubel, ob sie zur ersten deutschen Wimbledon-Siegerin seit Graf 1996 aufsteigen kann, verdient. „Ich hoffe, dass sie sich jetzt eine Auszeit nimmt und eine Pause gönnt“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner.

Doch Kerber brennt schon auf das nächste Riesenziel, die Olympischen Spiele in Rio, die sie in weniger als vier Wochen in Angriff nimmt. Während ihrer wundervollen Wimbledon-Wochen war zwar selbstverständlich kaum Platz in ihren Gedanken für Brasilien. Die Vorfreude auf den Höhepunkt des Spätsommers teilt sie aber schon lange mit ihren Fed-Cup-Kolleginnen. „Mein Ziel in Rio ist, eine Medaille für Deutschland zu holen“, kündigte Kerber forsch an.

Vor vier Jahren, bei den Spielen in London, scheiterte die Norddeutsche im Viertelfinale. Nun scheint ihr Anspruch keineswegs vermessen. Die Kielerin hat mit dem Erreichen ihres zweiten Grand-Slam-Endspiels in diesem Jahr der ganzen Tennis-Welt gezeigt, dass sie kein One-Hit-Wonder ist. Dass ihre Meisterleistung von Melbourne keine Eintagsfliege war. Vielleicht musste sich das die erste deutsche Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf im tiefsten Inneren auch selbst noch einmal beweisen.

Nun hat sie die endgültige Gewissheit gewonnen, dass weitere Chancen folgen können, bei den bedeutendsten Turnieren zu triumphieren und auch beim Londoner Rasenturnier noch die Nachfolge der deutschen Tennis-Legende antreten zu können. Sie hat sich festgebissen in der Riege, die bei den Top-Events zu den Siegkandidaten zählen.

In den Tagen von Wimbledon wirkte Kerber gereift. Sie scheint ihren Weg gefunden zu haben, um die Pflichten eines vielbeachteten Profis mit dem Sport erfolgreich zu vereinen. Selbstsicher trat die Gewinnerin von bisher neun WTA-Turnieren auf, als würde sie sich der Ebene von Serena Williams zugehörig fühlen. Und Serena Williams fasst die Norddeutsche als ernstzunehmende Konkurrentin auf. Beim 5:7, 3:6 waren vor allem Williams' Poweraufschläge ausschlaggebend.

Schon jetzt sind Kerbers Aussichten, am Ende der Saison bei der Tennis-WM der besten Acht des Jahres dabei zu sein, glänzend. Die Linkshänderin mache „Deutschland stolz mit ihrem Talent und ihrem Kampfgeist“, lobte Graf aus dem fernen Las Vegas.

Schwarz auf weiß wird am Montag die Weltrangliste auflisten, dass nur die 22-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams die Schleswig-Holsteinerin von der Spitze trennt. „Die Rangliste, wie sie jetzt ist, Serena auf eins und Angie auf zwei, spiegelt wider, wie es ist“, sagte Rittner im TV-Sender Sky. Doch wer sagt denn, dass nicht bald der Name Angelique Kerber ganz oben aufgeführt wird?

Ob sie an den Tag glaube, auf die Amerikanerin folgen zu können, wurde Deutschlands neuer Tennis-Liebling gefragt. „Es ist schwierig, in ihre Fußstapfen zu treten“, antwortete Kerber. „Lasst uns abwarten.“ Serena Williams wird am 26. September 35 Jahre alt.

dpa

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