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Knapp verpasst: Keine DSV-Medaille im Team-Sprint

Falun Knapp verpasst: Keine DSV-Medaille im Team-Sprint

Nicole Fessel nahm Denise Herrmann in den Arm und tröstete sie, Thomas Bing und Tim Tscharnke ließen traurig die Köpfe hängen: Die deutschen Team-Sprinter sind bei ...

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Bei der Siegerehrung müssen Nicole Fessel und Denise Herrmann wieder zuschauen.

Quelle: Hendrik Schmidt

Falun. Nicole Fessel nahm Denise Herrmann in den Arm und tröstete sie, Thomas Bing und Tim Tscharnke ließen traurig die Köpfe hängen: Die deutschen Team-Sprinter sind bei der nordischen Ski-WM leer ausgegangen.

Statt der insgeheim erhofften ersten Medaillen für die Schützlinge von Langlauf-Bundestrainer Frank Ullrich gab es im schwedischen Falun zweimal Blech. „Wir haben wohl Platz vier gepachtet“, sagte der Coach genauso enttäuscht wie seine Athleten.

Dass man genau fünf Jahre nach dem Olympiasieg von Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad in Vancouver einen ähnlichen Gold-Coup landen könnte, glaubte angesichts der Stärke der Norweger niemand. Und diese wurden ihrer Favoritenrolle in überlegener Manier gerecht. Ingvild Flugstad Östberg und Meiken Caspersen Falla spielten genauso mit der Konkurrenz wie später Finn Haagen Krogh und Petter Northug, der bereits sein zweites WM-Gold in Falun gewann und damit sein Titelkonto auf elf aufstockte.

Aber zumindest bei den Damen war der Sprung auf das Podium geplant. Aber wie vor einem Jahr in Sotschi, als Herrmann mit Steffi Böhler Vierte wurden, gingen der einst so sprintstarken Sächsin auch diesmal die Kräfte in der letzten Runde aus. „Es ist langsam nervig. Immer wieder sind wir nah dran und dann klappt es doch nicht“, meinte Herrmann und gab selbstkritisch zu: „Ich bin nicht in der Top-Form und habe kleine Fehler gemacht. Bei der Einfahrt ins das Stadion war ich blitzeblau. Koordinativ ging da nicht mehr viel.“

Später zeigte sie Größe und Fairness. Ihre schwedische Gegnerin Stina Nilsson hatte bei einer Attacke die Strecke kurzzeitig mit einem Ski verlassen, was laut Reglement mit einer Disqualifikation hätte bestraft werden können. Doch die Jury verwarnte die nun zweimalige Silbermedaillengewinnerin nur. „Die Gelbe Karte geht in Ordnung. So wollen wir auch keine Medaille. Es war kein wirklich entscheidender Verstoß“, sagte Herrmann. Bei einer Disqualifikation der Schwedinnen wäre das DSV-Duo hinter Polen Dritte geworden.

Nicole Fessel war auch enttäuscht, blieb vor der Staffel-Entscheidung am Donnerstag aber realistisch. „Klar hatten wir uns eine Medaille erhofft. Wir haben gekämpft, aber es hat nicht gereicht. Wir hatten Top-Leute gegen uns. Jetzt heißt es, uns wieder zu fangen und neu anzugreifen“, bemerkte die Oberstdorferin.

Top-Leute verhinderten auch den Medaillengewinn der Männer. Tim Tscharnke war aber ganz nah dran, musste den Duos aus Russland und Italien nur um 0,55 Sekunden den Vortritt lassen. „Ich habe alles versucht, aber ich war in den Beinen blau. Krjukow und Pellegrino sind einfach zu gut für mich“, sagte der Biberauer, der am 27. Januar erstmals Vater geworden und dadurch besonders motiviert in dieses Rennen gegangen war. Der bislang letzte deutsche Weltcup-Sieger führte an, auf diese Sprintsituation nicht vorbereitet gewesen zu sein. „Wir haben im Training den Schwerpunkt berghoch gelegt, hier ging es runter“, sagte der Thüringer.

Ullrich nahm die beiden in Schutz. „Es ist keine Schande, gegen diese beiden Top-Sprinter zu verlieren. Den vierten Platz hatte vorher keiner prophezeit“, betonte der Coach, der sich dennoch ärgerte: „Wenn man so nah dran ist, will man natürlich mehr.“


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dpa

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