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Kohlschreiber bangt um Wimbledon - Zverev im Halbfinale

Halle/Westfalen Kohlschreiber bangt um Wimbledon - Zverev im Halbfinale

Die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber bot ein komplett anderes Bild als Tennis-Shootingstar Alexander Zverev.

Halle/Westfalen. Die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber bot ein komplett anderes Bild als Tennis-Shootingstar Alexander Zverev.

Bedröppelt erklärte der 32-Jährige beim Rasen-Turnier im westfälischen Halle, wie sehr ihn eine Zerrung an der linken Hüfte behindert. Der Augsburger musste nicht nur auf sein Viertelfinale verzichten, sondern um seine Teilnahme an Wimbledon bangen. 

Sein Davis-Cup-Kollege Zverev dagegen hat für den Rasen-Klassiker gute Aussichten und feierte einen weiteren Sieg. Der 19-Jährige erreichte damit erstmals das Halbfinale in Halle - und freut sich nun auf ein Duell mit Rekord-Titelträger Roger Federer. „Ich spiele gut, aber er ist der beste Spieler aller Zeiten auf Rasen. Also mal schauen“, sagte Zverev nach seinem 7:6 (11:9), 6:3 gegen den Zyprer Marcos Baghdatis.

Der siebenmalige Wimbledon-Sieger Federer gewann die Partie gegen den Belgier David Goffin mit 6:1, 7:6 (12:10). Der Schweizer weiß ziemlich genau, was gegen Zverev auf ihn zukommt. „Er ist ein Supertalent und wird es weit bringen“, prognostizierte Federer. Im Halbfinale will der ehemalige Weltranglisten-Erste den Weg des 19-Jährigen aber erst einmal stoppen.

„Ich spiele gut, aber er ist der beste Spieler aller Zeiten auf Rasen. Also mal schauen“, blickte der Youngster voraus und freute sich auf die nächste Herausforderung.

Beide Halbfinals werden damit zum Generationen-Duell. Im letzten Match des Tages schaffte auch Routinier Florian Mayer dank des 7:6 (7:4), 6:3 gegen den italienischen Vorjahresfinalisten Andreas Seppi das Weiterkommen. In seiner ersten Vorschlussrunden-Partie auf der ATP-Tour seit zweieinhalb Jahren und seiner ersten in Halle trifft der 32-Jährige auf den zehn Jahre jüngeren Dominic Thiem. Der Österreicher kam kampflos weiter, weil Kohlschreiber wegen einer Zerrung an der Hüfte nicht antreten konnte.

Mehr Aufmerksamkeit dürfte aber die Partie von Federer gegen Zverev auf sich ziehen. Auf der einen Seite steht der 34-jährige Federer, auf der anderen der 15 Jahre jüngere Hamburger. Hier der Top-Star der Gegenwart, dessen Karriere sich dem Ende nähert. Dort der Aufsteiger, der als künftiger Grand-Slam-Sieger gehandelt wird. Auch der 17-fache Grand-Slam-Sieger hält viel von dem Deutschen, warnt aber vor zu hohem Druck. „Ich habe nie gesagt, er wird die Eins. Das werde ich nie über einen Jungen sagen, denn das ist unfair“, erklärte Federer.

Gegen den früheren Top-Ten-Spieler Baghdatis bewies Zverev erneut sein Potenzial. Fünf Satzbälle, davon drei nacheinander, wehrte er im Tiebreak des ersten Durchgangs ab. „Das war ein extrem wichtiger Satz. Dass ich da rausgekommen bin, war sehr gut von mir“, so Zverev.

Noch vor einem Jahr hatte er gegen den 31-Jährigen klar in zwei Sätzen verloren. „Das Level in diesem Jahr und im letzten Jahr ist einfach ein Riesenunterschied“, sagte Zverev. In der nächsten Woche dürfte er sich voraussichtlich so in der Weltrangliste verbessern, dass er in Wimbledon erstmals als einer der besten 32 gesetzt wird.

Der Grand-Slam-Klassiker beginnt am Montag in einer Woche. Federer will sich dafür nach vielen Verletzungssorgen in diesem Jahr in Halle die nötige Matchpraxis holen. Gegen Goffin verhinderte er nur mit Glück den Satzausgleich. „Ich bin überglücklich gegen einen Spieler wie Goffin gewonnen zu haben“, sagte der Schweizer. „Es ist umso cooler, dass es nun gegen Zverev geht.“ Achtmal hat der Publikumsliebling das Turnier in Ostwestfalen schon gewonnen.

dpa

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