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Lindy Ave: Furioser Sprint mit Silber belohnt

Rostock/London Lindy Ave: Furioser Sprint mit Silber belohnt

Die 19 Jahre alte Greifswalderin holt die erste deutsche Medaille bei der Para-WM / Auch Kugelstoßer Scheil auf Rang zwei

Rostock/London. Die Jüngste hat den Bann gebrochen: Die erst 19 Jahre alte Lindy Ave hat Deutschland am zweiten Tag der Para-WM der Leichtathleten in London die erste Medaille beschert. Über 200 Meter musste sich die Greifswalderin am Sonnabend mit persönlicher Bestzeit von 27,02 Sekunden nur der Britin Sophie Hahn geschlagen geben, die in 26,12 Sekunden Weltrekord lief.

„Ich habe gehofft, dass ich eine Medaille holen kann, aber dass es so gut läuft, habe ich nicht gedacht“, sagte die viermalige Junioren-Weltmeisterin, die eine Spastik hat. „Diese Medaille kommt über mein Bett. Die erste bei der WM der Erwachsenen ist etwas ganz besonderes.“

Lindy Ave setzte bewusst auf einen „Sicherheitsstart“. „Sie war im Vorfeld so gut drauf, dass es fast klar war, dass sie eine Medaille holt“, meinte Trainer Peer Kopelmann. Lindy kam als Dritte auf die Zielgerade. Mit einem starken Schlussspurt fing sie die Britin Kadeenna Cox noch ab. „Das war einfach ein starker Lauf von Lindy – sehr clever und planmäßig“, lobte der Coach.

Zeit zum Feiern blieb dem Erfolgsduo nicht. Ave und Kopelmann waren erst nach 22.00 Uhr im Hotel und beschlossen den erfolgreichen Tag mit einem gemeinsamen Abendbrot.

„Ich bin mit einem Grinsen eingeschlafen“, erzählte Lindy Ave, für die gestern Lockerungsübungen, Physiotherapie und der nächste große Auftritt auf dem Plan standen. Bei der feierlichen Siegerehrung am Nachmittag nahm sie die Silbermedaille in Empfang.

Lindy Ave hat noch zwei weitere Chancen auf Edelmetall – die erste bereits heute beim Weitsprung. Am Sonnabend startet die Greifswalderin zudem über 100 Meter. „Viele laufen meine Zeiten und springen meine Weiten. Ich lass mich überraschen“, meint Lindy Ave.

Gestern holte Paralympics-Sieger Daniel Scheil Silber. Mit 10,36 Metern in der sitzenden Klasse im Kugelstoßen musste sich der 44-Jährige aus Weiden nur dem Algerier Kamel Kardjena geschlagen geben (10,43). Der zweite Platz ist Scheils größter Erfolg bei Weltmeisterschaften. Bei seinem Debüt 2015 hatte er Bronze gewonnen.

„Ich habe Gold verloren“, sagte Scheil selbstkritisch: „Ich war einfach zu schlecht, ich kann es besser und das werde ich bald wieder zeigen.“

Unmittelbar vor den Spielen hatte er einen Schock verkraften müssen. Sein langjähriger Konkurrent und Freund Abdullah Hayayei aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war am vergangenen Dienstag bei einem Trainingsunfall in der britischen Hauptstadt ums Leben gekommen. „Er war in Gedanken dabei“, sagte Scheil, der damit die zweite Medaille für den Deutschen Behindertensportverband erkämpfte – nach Lindy Ave.

Stefan Ehlers

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