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Marcel Nguyen kann hoffen - Toba verpasst die Finals

Turn-Weltmeisterschaften Marcel Nguyen kann hoffen - Toba verpasst die Finals

Marcel Nguyen darf weiter auf seinen ersten Einzug in ein WM-Finale hoffen. Auch bei Philipp Herder gilt das Prinzip Hoffnung. Hingegen war Andreas Toba mit seinem Comeback in Montreal nicht glücklich.

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Marcel Nguyen muss bei den Turn-Weltmeisterschaften in Montreal um das Finale zittern.

Quelle: Deniz Calagan

Montreal. Marcel Nguyen befürchtete eine sehr unruhige Nacht. Der Stuttgarter Olympia-Zweite leistete sich in der Qualifikation der Turn-Weltmeisterschaften von Montreal am Barren kleinere Fehler und rangiert im Zwischenklassement auf Platz zwei.

„Es wird definitiv ganz eng. Aber ich bin froh, dass ich meine Übung durchgeturnt habe“, meinte der 30 Jahre alte Routinier nach seiner Vorstellung im riesigen Olympic Stadium.

Die Entscheidung, ob seine 14,933 Punkte für den Einzug in den Medaillenkampf der besten Acht am Sonntag reichen, fällt voraussichtlich erst nach der vierten und letzten Subdivision am Dienstag.

Hoffen ist auch die einzige Möglichkeit von Philipp Herder. „Ich bin zuversichtlich, dass es noch für das Mehrkampf-Finale reicht“, sagte der Vizemeister aus Berlin, der nach vier Geräten gut auf Kurs lag, dann aber durch einen Fehler am Barren und einen Sturz beim Reckabgang seine gute Ausgangsposition aus der Hand gab. Nach dem ersten Durchgang ist er mit 79,831 Punkten Vierter, die besten 24 ziehen in den Endkampf. „Eigentlich dachte ich, ich brauche 82 Punkte. Aber die Kampfrichter haben heute hart gewertet“, bekannte der Hauptstädter.

Hingegen hat Andreas Bretschneider seine Chance am Reck durch einen Abstieg bei dem von ihm kreierten Doppelsalto mit zwei Schrauben eingebüßt. „Die Hand war nicht an der Stange. Ärgerlich, denn im Training hatte es hundertmal geklappt. Aber es ist eben ein extrem schwieriges Element“, meinte der Chemnitzer traurig, dass ausgerechnet sein „Bretschneider“ misslang.

Olympia-Held Andreas Toba war nach seinem Comeback nicht zufrieden. „Ich hatte es mir besser erhofft“, sagte er 422 Tage nach seinem Kreuzbandriss im olympischen Wettbewerb von Rio. Nach drei Knieoperationen präsentierte der Hannoveraner an Pauschenpferd und Ringen seine Übungen nicht fehlerfrei. Chancen auf Finals hätte er aber ohnehin wohl kaum geltend machen können. Seine Rückkehr auf die Turn-Podien sieht Toba erst als endgültig vollzogen, wenn der Meister von 2016 wieder einen kompletten Mehrkampf anbieten kann.

In Rio hatte Toba trotz Kreuzbandriss am Boden dem deutschen Team den Finaleinzug gesichert, weil er trotz Schmerzen am Pauschenpferd weiter geturnt hatte. Der „Hero de Janeiro“ war geboren. Für seinen Einsatz war er danach mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt worden.

Die lange Zwangspause merkte man ihm in Montreal an. „Das war einfach Kacke und schon ein bisschen frustrierend“, räumte er nach seinem unbefriedigenden Auftritt ein. Hinter ihm liegen viele Monate der Ungewissheit. Als er sich nach der Kreuzband-OP im Sommer 2016 auf gutem Weg wähnte, riss im Februar der Meniskus. Eine Infektion zwang ihn im April zu einem dritten Eingriff am Kniegelenk. „Das war die schwierigste Phase“, sagte er später und gab zu, in ein „tiefes Loch“ gefallen zu sein. „Ich hatte echt Angst um meine Gesundheit.“

dpa

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