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Mit Paralympics-Bronze schreibt Nimke Geschichte

Rio de Janeiro Mit Paralympics-Bronze schreibt Nimke Geschichte

Schweriner Radsprinter holt als erster deutscher Sportler Medaillen bei Olympia und Behinderten-Spielen / Der 38-Jährige denkt nun sogar ans Weitermachen

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Bronze im 1000-Meter-Zeitfahren: Pilot Stefan Nimke (r.) und der sehbehinderte Kai Kruse.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Rio de Janeiro. Olympiasieger Stefan Nimke, einer der erfolgreichsten deutschen Bahnradfahrer, hat Sportgeschichte geschrieben. Mit seiner Bronzemedaille bei den Paralympics im 1000-m-Zeitfahren als Pilot mit dem sehbehinderten Kai-Kristian Kruse (die OZ berichtete) ist der Schweriner der erste deutsche Sportler, der sowohl bei Olympia als auch bei den Behinderten-Spielen Edelmetall gewinnt.

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Schweriner Radsprinter holt als erster deutscher Sportler Medaillen bei Olympia und Behinderten-Spielen / Der 38-Jährige denkt nun sogar ans Weitermachen

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„Ich freue mich wie Bolle“, jubelte Nimke (38) euphorisch. „Das ist Wahnsinn, gigantisch, ein großer Moment. Vor allem wenn man bedenkt, wie kurz wir erst zusammen fahren“, ergänzte Kruse (25), der mit Nimke seit 2013 ein Tandem bildet. Der Hamburger hatte bei den Paralympics 2012 in London schon Silber gewonnen – allerdings im Ruder-Vierer. Nimke gewann bei vier Olympischen Spiele je einmal Gold (2004) und Silber (2000) sowie zweimal Bronze (2004 und 2008). Sechsmal war er Weltmeister, zweimal Europameister.

Trotz dieser Erfolge bedeutet Nimke die Paralympics-Medaille „sehr viel“. Bei Olympia in London war er als großer Gold-Favorit leer ausgegangen, weil er sich vor dem Teamsprint-Finale verletzt hatte.

Danach wollte er seine Karriere beenden. Doch als ein Jahr später das Angebot kam, mit Kruse zu fahren, erklärte er den Rücktritt vom Rücktritt.

Das Power-Duo hat sich gesucht und gefunden. Kruse ist voll des Lobes über seinen Piloten: „Stefan hat eine wahnsinnig große Erfahrung. Seine Stärke ist, dass er lange die Geschwindigkeit halten kann.“ 2014 wurden die beiden bei ihrer ersten Weltmeisterschaft Fünfte und holten ein Jahr später WM-Bronze. Auf die Paralympics hatten sie sich akribisch und professionell vorbereitet. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Ihr Tandem ist eine Maßanfertigung vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin. Das Training hat olympische Umfänge und ist professionell. Nimke gehört zur Sportfördergruppe der Landespolizei MV, kann dadurch sehr viel zu Hause trainieren: „Deshalb hat auch die Familie das Okay gegeben.“ Physiotherapeut Kruse hat in Berlin mit Emanuel Raasch einen Trainer, der selbst Tandem-Weltmeister war, und einen Arbeitgeber, der ihm den Freiraum für das aufwendige Training einräumt.

Gerade im Velodrom von Rio war zu sehen, dass ohne Professionalität kein Blumentopf zu gewinnen ist. Als Tandempiloten waren neben Nimke auch andere frühere Bahnsprint-Cracks im Einsatz wie der Olympia-Dritte Teun Mulder (Niederlande) und der -Zweite Craig MacLean (Großbritannien). „Du musst mittlerweile Piloten haben, die alle ehemalige Top-Sprinter sind“, sagte der Schweriner. 60 Sekunden brauchen die Spitzenduos für den Kilometer. „Das ist abartig schnell geworden. Wenn man solche Zeiten fahren will, kann man nicht nebenbei noch 20, 30 Stunden arbeiten. Das ist Hochleistungssport, so etwas schüttelt man nicht aus dem Ärmel.“

Möglicherweise setzt Nimke seine Karriere nun sogar fort. „Jetzt könnte ich mit ruhigem Gewissen abtreten“, sagte der Polizeimeister und fügte schmunzelnd hinzu: „Könnte! Denn Spaß am Radsport habe ich immer noch.“

Greifswalderin springt Bestweite

Leichtathletik-Talent Lindy Ave (18/ Greifswald) fehlten im Weitsprung als Sechste mit persönlicher Bestleistung (4,47 m) nur sechs Zentimeter zu Bronze. Die deutschen Goalballer mit den Rostockern Reno Tiede, Christian Friebel und Thomas Steiger kassierten im dritten Gruppenspiel beim 5:9 gegen Schweden ihre zweite Niederlage.

Säbel-Fechter Balwinder Cheema (Makkabi Rostock) schied nach vier Niederlagen in der Vorrunde aus. Auch für Schwimmerin Denise Grahl (Rostock), die bereits Silber über 50 m Freistil gewonnen hat, war gestern über 50 m Schmetterling im Vorlauf Schluss.

Thomas Niklaus, Martin Kloth und Sebastian Stiekel

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