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Nach EM-Gold: Segel-Talent ist urlaubsreif

Rostock Nach EM-Gold: Segel-Talent ist urlaubsreif

Jugend-Europameisterin Hannah Anderssohn entspannt in den Alpen / Im Dezember startet die Rostockerin bei den Welttitelkämpfen

Rostock. Den EM-Thron hat Hannah Anderssohn erklommen, nun will sie auch im Urlaub hoch hinaus. Das Segel-Talent vom Warnemünder SC ist seit gestern mit ihrer Familie in den Alpen. Nach einer 27-tägigen Wettkampfreise sehnt sich die gebürtige Neustrelitzerin nach Erholung. Die vergangenen Wochen hatten es in sich – sie waren hart, aber erfolgreich.

Die 16-Jährige holte bei den deutschen Jugend-Meisterschaften in Travemünde den Titel und setzte sich dabei sogar gegen männliche Konkurrenten durch. Anschließend segelte sie in Tallinn (Estland) bei 14 Grad und Regen zu ihrer ersten Goldmedaille bei einer Jugend-Europameisterschaft. Während Hannah Erste in der Gesamtwertung der Klasse Laser Radial wurde, gab es in der U 17 durch die Kielerin Laura Schewe einen weiteren Sieg für Deutschland. Der doppelte Triumph wurde im Mannschaftskreis ausgiebig gefeiert. „Wir waren alle zusammen essen und sind dann in die Stadt – wie man das eben so macht“, erklärt Hannah mit einem Grinsen.

Die Liebe zum Segelsport wurde ihr in die Wiege gelegt. Bereits ihre Mutter hat EM-Gold in der Bootsklasse Pirat gewonnen. „Irgendwann haben meine Eltern mich einfach ins Boot gesetzt“, erinnert sich die Schülerin.

Zurzeit wohnt Hannah in Kiel im Internat des Olympiastützpunktes, um Schule und Segelsport bestmöglich vereinbaren zu können. Sie hat kein Problem damit, nicht mehr zu Hause zu wohnen. „Ich bin es gewohnt, unterwegs zu sein“, sagt Hannah, „da gibt es nur selten Heimweh“.

Nach den Sommerferien beginnen ihre letzten zwei Jahre bis zum Abitur. Welchen beruflichen Weg sie einmal einschlagen wird, weiß sie noch nicht. Nur eines ist sicher: Lehrerin will sie auf keinen Fall werden. Dafür, sagt Anderssohn, „ist die heutige Jugend zu anstrengend“, auch wenn ihre Lieblingsfächer Mathe und Biologie in Zukunft gefragt sein könnten.

Manchmal zweifelt sie auch, ob Segeln das Richtige für sie und ihre Zukunft ist. Doch derartige Gedanken hat Hannah nur, wenn sie wieder im Regen bei eisigen Temperaturen trainiert. So schnell wie diese Überlegungen aufkommen, verfliegen sie auch wieder. Dafür gibt es sonnige Augenblicke wie ihren zweiten Platz bei der Jugend-WM im tropischen Malaysia 2015. In solchen Momenten weiß sie, wofür sich die vielen Trainingsstunden gelohnt haben. „Ich bin 200 Tage im Jahr auf dem Wasser“, erzählt die Seglerin. Dazu kommen noch viele Stunden im Kraftraum.

Zu ihrer Trainerin Franziska Goltz hat Hannah ein gutes Verhältnis. Sie schätzt die Erfahrung von Goltz, die 2012 bei den Olympischen Spielen in London startete. Hannahs nächstes Ziel ist ihre letzte Jugend-WM in Neuseeland im Dezember. Auch dort will sie ihrem Motto treu bleiben: „Immer vor den anderen sein.“

Anna Gloede

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