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Nach Hansa-Ausgliederung: Gegenwind für Elgeti und Co.

Rostock Nach Hansa-Ausgliederung: Gegenwind für Elgeti und Co.

Vereinsmitglied Kai-Uwe Theede, ein hochrangiger Richter, übt heftige Kritik. Investor kündigt rechtliche Schritte an.

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Die schädlichen Strukturen und der schlechte Geist, die in den letzten Jahren in den Verein eingezogen sind, sind längst nicht vertrieben.“ Kai-Uwe Theede (51), Hansa-Mitglied und Richter

Rostock. Nur etwa 860 der 10300 Mitglieder haben am Sonntag im Ostseestadion die Ausgliederung des Profi-Bereichs beim FC Hansa beschlossen. Das Gros der Klubmitglieder blieb zu Hause, Kritiker meldeten sich erst nach der Abstimmung zu Wort. Kai-Uwe Theede, Vizepräsident des Oberlandesgerichts (OLG) in Rostock, befürwortet grundsätzlich zwar die Neustrukturierung („Gut so!“), übt aber heftige Kritik am Prozess der Ausgliederung, an handelnden Personen und am inneren Zustand des Traditionsvereins. „Die schädlichen Strukturen und der schlechte Geist, die in den letzten Jahren in den Verein eingezogen sind, sind längst nicht vertrieben“, schreibt Theede in einer Stellungnahme.

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Vereinsmitglied Kai-Uwe Theede, ein hochrangiger Richter, übt heftige Kritik. Investor kündigt rechtliche Schritte an.

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Der 51-jährige Jurist ist bei Hansa kein Unbekannter. 2012 hatte er sich für ein Mandat im Aufsichtsrat beworben, war aber bei der von der Fanszene durchorganisierten Abstimmung gescheitert. Knapp ein Jahr später zog er sich aus der Taskforce zurück, die sich mit der Fanproblematik bei Hansa beschäftigte. Als Grund gab er den wachsenden Einfluss der Ultras an. Theede gehörte im September 2015 zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes, die den Rücktritt der von Michael Dahlmann (Vorstand) und Harald Ahrens (Aufsichtsrat) geführten Spitzengremien forderten.

Nach der nun erfolgten Ausgliederung legt der Richter nach. „Nicht Fachleute und Topjuristen, sondern ein ehemaliger Capo wurschtelt an der Vereins-Satzung herum“, schreibt Theede und prangert an:

„Überhaupt mischen von denen, die unseren Verein gemeinsam mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden (Michael Dahlmann/d. Red) in der Vergangenheit so schlimm erniedrigt haben, nach wie vor so gut wie alle mit.“ Den Vorwurf, Elgeti habe der Fanszene „heimlich“ 30000 Euro gezahlt, zog Theede am Sonntag nach wenigen Stunden „mit Bedauern“ und einer Entschuldigung wieder zurück. Elgeti kündigte dennoch an, sich „mit geeigneten juristischen Mitteln gegen diese Verunglimpfung meiner Person“ zu wehren. Auch die Arbeitsgruppe Ausgliederung des FC Hansa bezeichnete die Vorwürfe als „unverschämt“ und will sich rechtliche Schritte gegen den Richter vorbehalten.

Kai-Uwe Theede ist aber nicht der Einzige, der die Zukunft des Klubs auch nach der Ausgliederung skeptisch sieht. „Hansa ist jetzt von Elgeti und den Ultras übernommen worden“, urteilt eine ehemalige Hansa-Führungskraft, die anonym bleiben möchte.

Klubmitglied Sybille Bachmann — sie gehört zu den schärfsten Elgeti-Kritikern — bezeichnete den FC Hansa Rostock als „eine Art FC Elgeti“ und dessen Firma Obotritia Capital als „eine Art Hansa-Bank“.

Nun sei Hansa die Schulden nicht los, „dafür aber von einem Einzigen abhängig. Und künftig muss der Klub seine Einnahmen teilen, so dass der Schuldenabbau erschwert ist“, schreibt die Wissenschaftlerin und Kommunalpolitikerin aus Rostock.

Bei der aktuellen Vereinsführung genießt Elgeti dagegen großes Vertrauen. „Mit Herrn Elgeti als Investor sind wir in der Lage, die Schulden langfristig zu reduzieren“, sagt Finanzvorstand Christian Hüneburg mit Blick auf die verbliebenen 11,6 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Man werde den Kontakt mit Elgeti „pflegen und gegebenenfalls Ratschläge von ihm entgegennehmen und beraten, wie der Verein weiter zu führen ist“.

Von Sönke Fröbe

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