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Nach Schnupperkurs in Rio ist Tokio das große Ziel

Rostock Nach Schnupperkurs in Rio ist Tokio das große Ziel

Junge Segler aus MV durften das Olympia-Team begleiten und holten danach JEM-Silber

Rostock. . Sie durften in Rio olympische Atmosphäre schnuppern, waren aber bei den Sommerspielen selbst gar nicht dabei: Matti Cipra (23) und Malte Winkel (22), zwei junge Segler aus Mecklenburg-Vorpommern, bestritten das „Warm Up“ mit den deutschen Olympioniken in der 470er-Klasse, Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski. Die Crew aus München und Berlin verpasste knapp das Finale und wurde Elfter.

Wochenlang waren Cipra und Winkel an dem Ort, auf den zuletzt die ganze Sportwelt blickte. Und obwohl sie nur Sparringspartner waren, empfanden es die beiden Mecklenburger als den schönsten Moment ihrer bisherigen Sportkarriere. Tag für Tag durften sie in der Bucht von Rio de Janeiro gemeinsam mit dem deutschen Olympia-Boot trainieren. Und das „meistens auf Augenhöhe“, wie Matti mit einem stolzen Lächeln hinzufügt. Eine Freundschaft sei entstanden mit „Ferdi“ und „Olli“.

Als Olympia begann, waren Matti Cipra und Malte Winkel schon wieder weg aus Rio: 9000 Kilometer entfernt, am ungarischen Balaton. In sengender Hitze und bei wechselnden Windbedingungen segelten sie auf den zweiten Platz bei der Junioren-Europameisterschaft. Es war das dritte EM-Silber ihrer Karriere. Nur den Italienern mussten sie sich geschlagen geben. Feiern konnten sie ihren Erfolg kaum.

„Wir waren völlig erschöpft, und am nächsten Tag stand ja die lange Heimreise mit dem Auto an“, begründet Cipra. Neben ihrer Leidenschaft, dem Segeln, studieren die beiden an der Christian-Albrechts-Uni in Kiel. Während Malte sich für Sport und Mathematik auf Lehramt eingeschrieben hat, setzt sich Matti mit Wirtschaftsinformatik auseinander.

Viel Freizeit bleibt neben Studium und Sport nicht. Seit sie das erste Mal zusammen in einem Boot segelten – es war der 22. Dezember 2012, weiß Matti noch ganz, genau – verbringen sie den größten Teil ihrer Freizeit auf dem Wasser, im Kraftraum oder mit der Organisation des nächsten Wettkampfes. Die Logistik, das Planen, sei ein riesiger Aufwand, meint Winkel. „Täglich verbringen wir allein damit ein bis zwei Stunden. Es ist fast so, als würden wir ein eigenes Unternehmen führen.“ Doch mit guter Teamarbeit gelingt die Organisation immer wieder. Auch ihre Zusammenarbeit im Boot war eine Herausforderung, die sie erst meistern mussten. „Anfangs hatten wir das Problem, dass wir beide lange Zeit Steuermann waren. Doch zwei Kapitäne auf einem Boot – das klappt nicht“, erklärt Winkel.

Ihr Trainer Hendrik Ismar habe ihnen mal gesagt, dass sie schon jetzt Weltmeister im Diskutieren seien, erzählt Cipra mit einem Schmunzeln. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie nach langen Reisen erst mal eine kleine Pause voneinander brauchen. Dann treffen sie ihre Freunde aus der Uni. Dinge, die für andere Studenten völlig normal sind, die die beiden Leistungssportler aber von Zeit zu Zeit schmerzlich vermissen. „Manchmal denke ich mir: Warum tust du dir das alles an? Warum gehst du nicht einfach mal nach der Vorlesung mit den Freunden in die Mensa oder noch ein Bierchen trinken? “, fragt Matti und gibt sich sofort selbst die Antwort: Erfahrungen wie die in Rio würden all die Entbehrung wiedergutmachen.

Und sie machen Lust auf mehr. 2020, wenn die Spiele in Tokio stattfinden, würden sie sich gerne ihren Traum von Olympia erfüllen. Schließlich ist das ihre letzte Gelegenheit, denn „mit dem Abschluss des Studiums wird wohl auch die Karriere als Segler enden“, erklärt Malte. Vom Segelsport leben könnten nur die Wenigsten.

Tobias Bruns und Anna Gloede

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Der 1947 in Barth geborene Helmut Losch war für Motor Stralsund zweimal bei Olympia: 1972 in München belegte er im Schwergewicht Platz 4. 1976 klappte es in Montreal im Superschwergewicht mit Bronze. Er starb 2005 nach einem Herzinfarkt.

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