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Ocik fehlen noch 2000 Meter bis zur Krönung

Ocik fehlen noch 2000 Meter bis zur Krönung

Rudern: Der Schweriner will den Deutschland-Achter heute zum Olympiasieg führen

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Rio de Janeiro. Lagoa Rodrigo de Freitas, heute 11.24 Uhr Ortszeit. Hannes Ocik wird auf seinem Rollsitz sitzen. Er wird Steuermann Martin Sauer ins Gesicht schauen, den Blick links hoch zur Christus-Statue kurz heben, vielleicht auch ein kleines Stoßgebet hinauf- schicken. Er weiß, was danach kommt. Er hat alles schon tausendfach durchgespielt. Dass er sich auf seine sieben Jungs hinter ihm verlassen kann, er hat es im vergangenen Jahr in mehr als 200 Kilometern pro Woche trainiert.

Jetzt sind sie bereit. Der Schweriner will mit seinem Team dem Mythos Deutschland-Achter, dem Erfolgsroman seit dem ersten EM- Gold 1959, ein weiteres Kapitel hinzufügen. Auch wenn es keiner ausspricht: Alles andere als Gold ist eine Enttäuschung. Die USA, die Niederlande, Neuseeland und Polen sind die Gegner. Und Großbritannien. Der Dauersieger, an dem sie sich seit der WM 2013 die Zähne ausgebissen haben. Im Vorjahr fehlten nur 18 Hundertstel, ein Hauch von Nichts. „Ich erwarte wieder ein Duell mit ihnen. Die Briten sind von der Physis im Vorteil, aber wir haben eine absolute Willensstärke, sind technisch sehr stark. Wir werden um jeden Meter kämpfen. Das wird ein Zweikampf plus Sternchen“, weiß Ocik. Dafür hat er sich jetzt vier Jahre geschunden.

Das Procedere heute hat er in Rio zum Rhythmus werden lassen. Um 4.50 Uhr wird der Wecker klingeln. Frühstück, eine Stunde Fahrt zur Strecke. Um 6.30 Uhr werden sie sich warmrudern. Eine Stunde vorm Rennen werden sie noch etwas laufen, sich locker machen, mit Holtmeyer den Rennplan besprechen. Ocik wird das Ruder mit Schleifpapier aufrauen – für den besseren Halt. Denn: Auf seinen Schlag wird es ankommen. „Ich hätte aber auch jede andere Position genommen.“ Druck? „Nein. Innere Anspannung? Ja.“ Es werden die wichtigsten 325 Sekunden seiner Karriere. 2000 Meter fehlen noch bis zur Krönung. Er wird den Schlag vorgeben. Er wird spüren, wie das gut 96 Kilo schwere und 17,50 Meter lange Boot nach dem Start in Schwung kommt. Präzise wie ein Uhrwerk. 18, 19, 20 Schläge. Sein Puls, er wird an der 180er Grenze kratzen. Seine Muskeln, sie werden schon nach 100 Metern schmerzen. Im Endspurt, 42, 43 Schläge pro Minute, wird der Milchsäureanteil in seinem Blut auf 25 hochschießen.

Ein Normalbürger kommt im Ruhezustand auf 0,6 bis 1,6. „Die letzten Meter spielt Martin eine große Rolle. Da sind wir im Tunnel. Er ist unser großer Motivator.“

Ergebnisse mit MV-Beteiligung: Männer, Doppelzweier: 8. Stephan Krüger/Marcel Hacker (Rostock/Magdeburg); Frauen, Leichtgewichts-Doppelzweier: 11. Marie-Louise Dräger/Ronja Fini Sturm (Rostock/Brandenburg)

Jens Kürbis

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