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Petkovic stellt Fed Cup 2017 in Frage

Stuttgart Petkovic stellt Fed Cup 2017 in Frage

Andrea Petkovic ist in Stuttgart wieder einmal von einer Verletzung gestoppt worden. Die Terminhatz mit Fed Cup und Heim-Turnier setzt ihr zu. Für 2017 erwägt sie deshalb Konsequenzen.

Stuttgart. Andrea Petkovic war bedient. Keine Viertelstunde nach ihrem Achtelfinal-Aus beim Tennis-Turnier in Stuttgart saß die Darmstädterin bereits in der Pressekonferenz.

Wieder einmal musste Petkovic über eine Verletzung sprechen, erneut musste sie erklären, warum ihr Körper sie ein weiteres Mal ausgebremst hatte. „Ich bin jetzt nicht todtraurig oder so“, sagte die Fed-Cup-Spielerin, „ich bin einfach nur genervt.“

Schließlich hatte sie gegen die Weltranglisten-Zweite Agnieszka Radwanska einen Satz lang bärenstark gespielt und der Nummer eins der Setzliste fast keine Chance gelassen. „Das war wahrscheinlich mein bester Satz in diesem Jahr“, sagte die 28-Jährige über das 6:1 in 40 Minuten.

Doch dann passierte Anfang des zweiten Abschnitts das Missgeschick. Petkovic wollte einen Ball in der Vorhandecke erlaufen, rutschte aber auf der Grundlinie aus und fiel zu Boden. Auf der Tribüne schlug ihr Vater Zoran sofort die Hände vors Gesicht, auch Bundestrainerin Barbara Rittner schaute erschrocken auf den Platz.

Bei allen Beteiligten kamen sofort die Erinnerungen an 2012 hoch. Damals war Petkovic im Achtelfinale gegen die Weißrussin Victoria Asarenka ebenfalls übel umgeknickt und hatte sich eine schwere Bänderverletzung zugezogen. Die Blessur setzte sie vor vier Jahren monatelang außer Gefecht und kostete sie sogar die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London.

„Das ist natürlich im Kopf drin“, gestand Petkovic. Dieses Mal gab die Hessin aber Entwarnung. „Es haben sich einfach nur zwei Wirbel im Rücken verdreht“, sagte Petkovic. „Wahrscheinlich könnte ich jetzt in einer Stunde wieder normal spielen, wahrscheinlich könnte ich morgen schon wieder einen Marathon laufen.“

Eine längere Pause droht der deutschen Nummer zwei also nicht, dennoch machte sie sich nach dem erneuten körperlichen Rückschlag ihre Gedanken. „Es hat definitiv mit der Müdigkeit zu tun“, analysierte sie. Am vergangenen Wochenende hatte sie im Fed Cup fast sechs Stunden auf dem Platz gestanden und das deutsche Team zusammen mit Angelique Kerber zum Klassenerhalt geführt.

Die Konstellation mit Fed Cup und dem für die deutschen Spielerinnen so wichtigen Event in Stuttgart direkt danach sorgt Jahr für Jahr dafür, dass Petkovic und Co. keine Zeit zum Verschnaufen haben. In ihrem ersten Frust stellte Petkovic daher sogar ihr Mitwirken am Fed Cup im kommenden Jahr in Frage. „Vielleicht muss ich mir in der Zukunft Gedanken darüber machen, eine Wahl zu treffen. Entweder Fed Cup oder Stuttgart.“

Bis dahin ist es gleichwohl noch eine Weile hin. Wichtiger ist zunächst, dass Petkovic endlich auf der Tour erfolgreich ist. „Mein Spiel ist da“, sagte die ehemaligen Top-Ten-Spielerin, „aber ich muss langsam auch mal die Ergebnisse liefern. Es reicht nicht, immer zu erzählen, mein Spiel ist super und dann verliere ich ständig erste, zweite Runde. Das ist mir schon bewusst.“ Nach ein paar freien Tagen geht es deshalb Anfang Mai in Madrid weiter. Daran, dass sie dort vor einem Jahr wegen einer Fischvergiftung aufgeben musste, wollte sie lieber nicht denken.

dpa

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