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Pilotprojekt vereint Schwimmer auf Weg nach Tokio

Rostock Pilotprojekt vereint Schwimmer auf Weg nach Tokio

40 Sportler mit und ohne Handicap trainieren am Landesleistungszentrum in Rostock für das Ziel Olympia 2020

Rostock. Jette Mundt steht am Beckenrand der Rostocker Neptun-Schwimmhalle. Die Landestrainerin schaut kurz auf die Uhr und sagt laut die nächste Übung an: „15 Arme, 25 Beine – und ab!“ 24 Mädchen und Jungen schwimmen los, darunter Neele Labudda und Torben Stemmler. Das Besondere: Neele hat nur etwa acht Prozent Sehvermögen. „Ich orientiere mich an der Leine, am Beckenrand und an den dunklen Streifen auf dem Boden“, erklärt die 14-Jährige. Die Uhr, an der sich die Sportler bei Trainingsserien orientieren, sieht sie nicht. „Da helfen mir die anderen.“

 

OZ-Bild

Neele Labudda, Torben Stemmler, André Wilde und Landestrainerin Jette Mundt (von links) in der Rostocker Neptun- Schwimmhalle.

Quelle: Foto: Stefan Ehlers

Rund 40 Schwimmer, darunter sieben mit Handicap, trainieren am Inklusiven Landesleistungszentrum in drei Gruppen. Namhafteste Athletin ist die kleinwüchsige Denise Grahl, die bei den Paralympics in Rio de Janeiro Silber über 50 Meter Freistil gewonnen hat. „Sport verbindet, jeder findet seinen Platz. Denise schwimmt mit den Fünft- und Sechstklässlern, geht aber mit den Großen in den Kraftraum und macht mehr Liegestütze“, sagt Jette Mundt, die das Team mit dem früheren Weltklasse-Langstreckenschwimmer André Wilde und Bengt Behrens betreut. „Das ist ein Lernprozess – für Trainer und für Sportler. Wir lernen alle dazu“, meint Jette Mundt.

Erst vor wenigen Wochen hat das Inklusive Landesleistungszentrum, das vom Schwimm-Verband MV und dem Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport aus der Taufe gehoben wurde, seine Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, mit dem Blick auf Olympia und die Paralympics 2020 in Tokio optimale Bedingungen für die Nachwuchs- und Kaderathleten zu schaffen, um auch Talente aus der Region nach Rostock zu locken. „Wir brauchen die besten Sportler. Das neue DOSB-Konzept sieht ja eine Zentralisierung vor“, betont Ingolf Jopke, Ehrenpräsident des Schwimm-Landesverbandes.

Neele Labudda gehört zu den ersten Athletinnen, die dem Lockruf gefolgt sind. Die gebürtige Lübeckerin wohnt im Internat und geht am Christophorus-Gymnasium zur Schule. „Es läuft gut“, meint die Neu-Rostockerin. Auch Torben Stemmler (12) ist angetan. „Man hat Spaß, bringt seine Leistung und die Trainer schaffen es trotzdem, sich um jeden zu kümmern“, sagt der Brust-Spezialist.

Das Projekt, das in Kooperation mit den Rostocker Vereinen SC Empor 2000, SV Olympia und Hanse SV realisiert wurde, dürfte deutschlandweit einmalig sein. „Die Idee dazu hatten wir schon kurz nach den Olympischen Spielen in London“, erklärt Jan Gräfe, Präsident des Landesschwimmverbandes.

Monika Knauer, Geschäftsführerin des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport, ist vom Erfolg des gemeinsamen Stützpunktes überzeugt: „Hier ist die geballte Schwimmkompetenz. Das kann etwas sehr Gutes und Erfolgreiches werden, was beispielhaft für Deutschland werden könnte.“

Stefan Ehlers

OZ

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