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Raelert: Familie bringt neue Motivation

Rostock Raelert: Familie bringt neue Motivation

Weltklasse-Triathlet muss als junger Vater Sport, Nachwuchs und Haushalt unter einen Hut bringen / In diesem Jahr hat er weniger Wettkämpfe geplant — Triathlon-müde ist der 39-Jährige aber noch lange nicht

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Andreas Raelert beim Schwimmtraining in der Rostocker Neptunhalle. Später geht es aufs Rennrad und zum Laufen.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock. Sein Morgentraining läuft ab wie immer. Schon ab sechs Uhr zieht Andreas Raelert jeden Tag in der Rostocker Neptunschwimmhalle anderthalb Stunden lang seine Bahnen. Fünf Kilometer legt der Weltklasse-Triathlet dabei im Wasser zurück. Was für sportliche Normalverbraucher schon eine Tages- Höchstleistung darstellt, ist für Raelert gerade mal der Auftakt eines prall gefüllten Trainingstages. Denn es folgen drei bis fünf Stunden auf dem Rad und abends ein Lauf von ein bis zwei Stunden.

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Weltklasse-Triathlet muss als junger Vater Sport, Nachwuchs und Haushalt unter einen Hut bringen / In diesem Jahr hat er weniger Wettkämpfe geplant — Triathlon-müde ist der 39-Jährige aber noch lange nicht

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Das alles will seit diesem Jahr deutlich besser geplant sein, und trotzdem kann sich immer wieder etwas verschieben. Der Grund: Am Neujahrstag ist der 39-Jährige zum ersten Mal Vater geworden. Der kleine Theo hält ihn und Ehefrau Julia seitdem ziemlich auf Trab.

„Die Tagesabläufe haben sich um 180 Grad geändert“, erzählt Raelert. „Ich muss deutlich effizienter planen und den zeitlichen Rahmen enger setzen. Ich kann zum Beispiel nicht um neun mit dem Rad losfahren, wenn meine Frau mit dem Kleinen zu Hause ist. Da möchte ich schon dabei sein und sie unterstützen. Auch wenn ich dabei manchmal wie ein Fußballer am Rand stehe und auf die Einwechslung warte.“ Für Andreas Raelert ist die Vater-Rolle eine völlig neue Motivation für sich und seinen Sport. Auf der anderen Seite bedeutet es auch eine ganz neue Art von Verantwortung und Pflichterfüllung. „Ich will nicht nur Windeln wechseln, sondern versuche meine Frau auch im Haushalt zu entlasten“, erzählt der Ausdauersportler. „Und meine Frau versucht mir ein Umfeld zu schaffen, damit wir die Zeit genießen können und ich trotz allem mein Tagesgeschäft unterbringen kann. Es ist alles eine große Umstellung und Herausforderung, die wir aber gut meistern.“

Die Kleinfamilie muss sich in erster Linie selbst organisieren. Die Eltern des jungen Ehepaares wohnen in Hamburg und Marburg, können also nicht mal eben schnell auf einen Sprung rumkommen. Und Andreas‘ Bruder Michael ist als Profi- Triathlet viel auf Achse. Als beide noch in ihrer WG in Rostock zusammenwohnten, konnten sie ihr Training länger über den Tag verteilen. Nun muss bei Andreas alles straffer laufen.

Und nicht nur das. Der Rostocker, der normalerweise rund 300 Tage im Jahr auf Reisen ist, will jetzt „so viel Zeit wie möglich zu Hause verbringen“. Das Programm von 10 bis 15 Wettkämpfen im Jahr hat er 2016 auf 8 bis 10 Rennen heruntergefahren. Sein Saisonauftakt ist ein Mittelstrecken-Triathlon am 17. April in Cannes. Jahreshöhepunkte sind die Ironman- EM im Juli in Frankfurt/Main und der legendäre Ironman auf Hawaii Anfang Oktober. Nach drei zweiten Plätzen will Andreas Raelert dort endlich ganz oben auf dem Treppchen stehen — am liebsten mit seinem Bruder.

Trotz seiner fast 40 Jahre: Triathlon-müde ist er noch lange nicht. „Dafür gibt es zwei Gründe“, sagt der einstige Leistungsschwimmer: „Es muss Spaß machen und ich muss konkurrenzfähig sein.“ Beides ist der Fall. Erfahrung, sagt Raelert, sei in der Weltklasse das größte Pfund. Für ihn ist Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen (42) das beste Beispiel und auch ein persönliches Vorbild.

Um auch im fortgeschrittenen Athleten-Alter noch Top-Leistungen bringen zu können, quält er sich gern im Training. Auch wenn er die eigenen Strapazen im Vergleich zur Geburt eines Kindes kleinredet.

„Von dem, was Frauen dabei leisten müssen, bin ich weit entfernt“, sagt Andreas Raelert, der bei der Entbindung seines Theo im Krankenhaus dabei war: „Was die Frauen in dieser Situation mit Kopf und Körper aushalten müssen — dagegen ist der Ironman ein Spaziergang.“

Der Gedanke an seinen Stammhalter hat ihn schon beim letzten „Höllentrip“ auf Hawaii in kritischen Rennsituationen beflügelt. „Die Familie ist eine große Motivationshilfe“, erklärt Raelert — und steht damit nicht allein da. Auch sein ärgster Kontrahent, der deutsche Hawaii-Sieger Jan Frodeno, wurde im Dezember das erste Mal Papa. Bei der Neuauflage des Duells am 8. Oktober werden also beide jungen Väter noch einmal auf ganz spezielle Weise angetrieben.

Bei WM auf Hawaii schon fünf Mal auf dem Podest

Andreas Raelert (39) betreibt seit den 90er Jahren Triathlon auf Top-Niveau. Zweimal startete er bei Olympia: 2000 (12.) und 2004 (6.). 2008 wechselte er auf die Langstrecke, wo er 2010 Ironman-Europameister wurde. Im gleichen Jahr belegte er bei der WM auf Hawaii den zweiten Platz — ebenso wie 2012 und 2015. Dazu kommen zwei dritte Plätze (2009, 2011). Michael Raelert hält seit 2011 auch den Ironman-Weltrekord (7:41:33 Stunden). Sein Traum ist es, beim legendären Ironman-Rennen auf Hawaii mal mit seinem Bruder Michael (35) auf dem Treppchen zu stehen.

Rekord! Dräger rudert allen davon

Marie-Louise Dräger hat ihre Vormachtstellung unter den deutschen Leichtgewichtsruderinnen eindrucksvoll untermauert. Die 34 Jahre alte Rostockerin war beim ersten Härtetest in Leipzig die überragende Athletin. Zunächst schockte Dräger ihre Konkurrentinnen auf dem Ergometer. In 6:59,7 knackte sie erstmals die Sieben-Minuten-Marke.

Am Tag nach dem deutschen Rekord auf dem Trockenen fuhr sie auf der Langstrecke (6000 Meter) allen davon. Die gebürtige Lübeckerin hatte im Ziel 13 Sekunden Vorsprung auf die Brandenburgerin Ronja Fini Sturm. Lena Müller (Ulm) folgte weit abgeschlagen auf Rang drei. Anja Noske (Saarbrücken), die wie Sturm um den Platz an der Seite von Dräger im Leichtgewichts-Doppelzweier streitet, musste aufgrund eines Infekts passen.

Auch bei den Männern ging der Sieg nach Rostock. Stephan Krüger (Olympischer Ruderclub) deklassierte die Olympiasieger Philipp Wende (Wurzen) und Lauritz Schoof (Rendsburg). Krügers Zweierpartner Marcel Hacker (Magdeburg) wurde Achter. „Da hatten wir uns mehr versprochen“, meinte Trainer Meinhard Rahn.

Nächste Etappe auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro sind die deutschen Kleinboot-Meisterschaften Mitte April in Köln. In der Rhein-Metropole geht es um Tickets für die Europameisterschaften, die drei Wochen später in Brandenburg ausgetragen werden. se

Von Kai Rehberg

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